Das will Jannik Marquart als neuer Vize-Landrat jetzt verändern - Fotos: Erik Spiegel

GELNHAUSEN Seine Pläne für den Main-Kinzig-Kreis

Mit 30 Jahren Vize-Landrat - Was Jannik Marquart jetzt verändern will

25.09.26 - Mit 63 von 71 Stimmen wurde Jannik Marquart zum neuen Ersten Kreisbeigeordneten des Main-Kinzig-Kreises gewählt - einen Tag später, am 5. September, begann seine Amtszeit. Damit ist der 30-jährige CDU-Politiker nun Vize-Landrat und folgt auf Andreas Hofmann. Im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS erklärt Marquart, was seine neue Aufgabe bedeutet, was er umsetzen will und worauf es jetzt für den Main-Kinzig-Kreis ankommt.

Jannik Marquart hat an der Universität Bayreuth Rechtswissenschaft sowie Recht und Wirtschaft studiert. Sein Lebensmittelpunkt ist Hasselroth im Main-Kinzig-Kreis. Von 2021 bis 2024 war er Fraktionsgeschäftsführer der CDU Main-Kinzig. Danach war er hauptamtlicher Kreisbeigeordneter des Main-Kinzig-Kreises. Privat ist Marquart mit seiner Frau gerne im Spessart zum Wandern, auf Reisen in Skandinavien mit Rucksack und Zelt oder beim Heimwerken.

Das Thema Schulen hat für den 30-Jährigen oberste Priorität

"Ich bin sehr dankbar, dass ich den Schritt gehen konnte", freut sich Marquart. Als neuer Stellvertreter des Landrats hat der 30-Jährige jetzt mehr Verantwortung für den Kreis, der bis zur Auskreisung von Hanau der größte in Hessen war. Bis zur nächsten Kreistagssitzung am 30. Oktober ist er zusammen mit Landrat Thorsten Stolz (SPD) für den Kreis zuständig. Dann soll, wie bisher, ein neuer SPD-Kreisbeigeordneter gewählt werden. Wer das ist, ist aktuell noch unklar. Im Gespräch ist derzeit Jakob Mähler.

Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg

Obwohl Marquart der CDU angehört und Landrat Thorsten Stolz SPD-Politiker ist, beschreibt er die Zusammenarbeit als ausgesprochen vertrauensvoll. "Wir haben unterschiedliche politische Profile, aber die Diskussionen führen wir hinter verschlossenen Türen", erklärt er. Nach außen gehe es darum, gemeinsam Lösungen für den Landkreis zu finden. Gerade auf Kreisebene stehe dabei die Sachpolitik im Vordergrund.

"Die Bürgerinnen und Bürger wollen nicht jeden Morgen lesen, was die Differenzen zwischen SPD und CDU sind. Die wollen einfach, dass wir die Probleme lösen." Und er betont: "Jede Seite gönnt der anderen die Erfolge, weil es am Ende dem Kreis nutzt." Die Besonderheit in der Region sieht der Erste Kreisbeigeordnete vor allem im Ehrenamt: ""Die Freiwilligen Feuerwehren, die Sportvereine und die vielen Ehrenamtlichen machen den Main-Kinzig-Kreis aus."

Im Gespräch mit O|N-Reporter Moritz Pappert

"Nicht nur verwalten, sondern mutig Dinge anders machen"

Marquarts politisches Interesse begann schon sehr früh. Bereits mit 14 Jahren trat der CDU-Politiker der Jungen Union bei. Auslöser war ausgerechnet der Politikunterricht in der Schule. "Ich habe damals die Wahlprogramme gelesen und gedacht: Das passt zu mir." Zwei Jahre später folgte der Eintritt in die CDU. Bereut habe er diese Entscheidung bis heute nicht. Besonders stolz ist Marquart auf die Entwicklung seiner Partei im Main-Kinzig-Kreis. "Wir haben viele junge Leute, die Verantwortung übernehmen und Politik mit großer Dynamik gestalten - und da kommen auch noch viel mehr nach", freut er sich.

Schulen haben oberste Priorität

Das wichtigste Projekt im Main-Kinzig-Kreis sind die Schulen. Bis Ende 2029 sollen rund 360 Millionen Euro investiert werden, um den Ganztagsanspruch an Grundschulen umzusetzen. "Wir haben nur eine Chance, es für diese Kinder richtig zu machen", betont Marquart. Schlechte Klassenräume dürften nicht darüber entscheiden, wie gut Bildung gelinge.

Besonders stolz ist er auf den sogenannten "Schulbauturbo". Neubauten würden inzwischen deutlich schneller entstehen als früher. "Wenn Bürgerinnen und Bürger jede Woche sehen, dass ein neues Stockwerk entsteht, dann merken sie: Verwaltung kann auch schnell gehen - und das zur Hälfte der Kosten."

Am Ende seiner Amtszeit möchte Marquart vor allem eines erreicht haben: funktionierende Ganztagsschulen und moderne Lernräume für alle Kinder im Kreis. "Ich möchte, dass man sagt: Da hat jemand gesessen, der das sehr ernst genommen hat und nicht nur verwaltet hat, sondern Dinge mutig anders gemacht hat", so der neue Erste Kreisbeigeordnete abschließend. (Moritz Pappert) +++


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