Tückisch: Lichtkuppeln oder Dachbeläge wie Wellplatten aus Acrylglas sind nicht immer durchtrittsicher, sondern brechen unter Belastung ein. - Foto: RP Darmstadt

REGION Regierungspräsidien starten Aktionswoche

Schwere Arbeitsunfälle vermeiden: Kontrollen auf Dächern geplant

18.09.26 - 35.000 meldepflichtige Absturzunfälle in nur einem Jahr, davon 53 mit tödlichem Ausgang: Das zeigen die aktuellsten vorliegenden Zahlen aus dem Bericht "Arbeitsunfallgeschehen 2024" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Schwere Absturzunfälle stehen häufig im Zusammenhang mit Dächern und den dazugehörigen baulichen Einrichtungen.

"Im Aufsichtsbezirk des RP Darmstadt gehören Abstürze von Dächern oder Stürze durch nicht durchtrittsichere Dachbeläge oder Lichtkuppeln mit zu den häufigsten schweren und teils leider auch tödlichen Arbeitsunfällen", erläutert Jutta Flocke, Leiterin der Abteilung Arbeitsschutz des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt.

"Die Gefahr besteht nicht nur in der Bauphase oder bei der Installation von Photovoltaikanlagen und anderer Technik, sondern auch bei Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten, Kontrollgängen oder Messungen." Um auf die Absturzgefahren aufmerksam zu machen, veranstalten die drei hessischen Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen und Kassel vom 21. bis 25. September eine Aktionswoche im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA). Die GDA wird vom Bund, den Ländern und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung getragen und widmet sich in diesem Jahr bundesweit dem Thema Absturz.

"Geeignete Schutzmaßnahmen müssen vorhanden sein"

Ziel der Aktionswoche ist es, das Bewusstsein in den Betrieben für Absturz- und Durchsturzgefahren bei Arbeiten auf Dächern zu stärken und damit einen aktiven Beitrag zur Vermeidung schwerer Arbeitsunfälle zu leisten. "Dächer müssen Arbeitsplätze sein, an denen Sicherheit höchste Priorität hat. Ob bei der Installation einer Photovoltaikanlage, bei Wartungsarbeiten oder einer einfachen Kontrolle: Geeignete Schutzmaßnahmen müssen vorhanden sein. Mit unserer Aktionswoche schauen wir deshalb genau hin, denn schwere Absturzunfälle sind vermeidbar, wenn Risiken erkannt und Arbeitsplätze abgesichert werden", sagt Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt. Die Aufsichtskräfte des RP Darmstadt werden während der Aktionswoche Betriebe und Institutionen in Südhessen aufsuchen und dabei insbesondere die vorhandenen Schutzmaßnahmen in den Blick nehmen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Beschäftigte bei Arbeiten auf Dächern wirksam vor Absturz und Durchsturz geschützt sind. Das Themenfeld ist grundsätzlich branchenunabhängig relevant. Daher sind Kontrollen in allen Betrieben mit betretbaren Gebäudedächern möglich. (js/pm)+++


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