
Mitarbeitende aus verschiedenen Einrichtungen der Caritas im Bistum Fulda haben den Seminarkurs zum Thema "Musik, Kunst und Literatur in der Seelsorge" erfolgreich abgeschlossen. - Fotos: Altenheimseelsorge Bistum Fulda
FULDA
Musik, Kunst und Literatur
Caritas Fulda: Schöpferische Seelsorge und Kreative Methoden
18.09.26 - In Kooperation mit dem Dekanat Fulda fand am Donnerstag, 17. September 2026, bei der Caritas ein eintägiger Seminarkurs zum Thema "Musik, Kunst und Literatur in der Seelsorge" statt. Die unter dem Titel "Schöpferische Seelsorge: Kreative Methoden für die Praxis der Begleitung" stehende Tagung widmete sich der Frage, wie ästhetische Ausdrucksformen Menschen in Krisen- und Begleitprozessen neue Wege des Trostes und der Orientierung eröffnen können.
Unter der Leitung von Diakon Dr. mult. Meins G. S. Coetsier und Dekanatsreferentin Dipl.-Theol. Dorothea Coetsier-Fuhrmann erhielten die Teilnehmenden eine praxisnahe Einführung in musikalische, künstlerische und literarische Zugänge in der Seelsorge. Ziel des Seminars war es laut dem Seelsorgebeauftragten der Caritas, Diakon Franz Meyer, "Wege aufzuzeigen, die emotionale Resonanz ermöglichen und spirituelle Begegnungen in der Seelsorgebegleitung vertiefen können".
Weg vom reinen "Kopf-Gott"
Im Zentrum der theologischen Auseinandersetzung stand das Verhältnis zwischen dem eigenen Gottesbild und der seelsorglichen Praxis. Das Leitungsteam plädierte dafür, starre Konzepte aufzubrechen. Ein rein intellektuelles oder dogmatisches Gottesbild, etwa Gott als distanzierter Richter oder abstrakte Energie, greift in Lebenskrisen oft zu kurz und lässt gut gemeinte Worte wie hohle Phrasen erscheinen. Da Seelsorge als dynamisches Beziehungsdreieck zwischen Begleiter, Begleitetem und Gott verstanden wird, erfordert ein lebendiges Gottesbild auch lebendige, bewegliche Ausdrucksformen. Ausgehend vom theologischen Verständnis Gottes als Schöpfer leiteten die Referierenden den klaren Auftrag zur "schöpferischen Seelsorge" ab, die über das gesprochene Wort hinausgeht.
Praxisnah und befreiend: Stimmen der Teilnehmenden
Die Resonanz der Mitarbeitenden aus der Praxis war durchweg positiv. "Es war ein unglaublich tiefgehender Kurs, der gleichzeitig eine ganz neue innere Freiheit geschaffen hat", resümierte eine Teilnehmerin nach Abschluss der Tagung. Besonders der Wechsel zwischen Theorie und Praxis überzeugte das Fachpublikum. Ein weiterer Teilnehmer betonte: "Die theologische Reflexion und das praktische Arbeiten haben unsere Kompetenzen für die tägliche Arbeit noch einmal spürbar erweitert." Ein dritter Impuls betraf den persönlichen und beruflichen Horizont: "Dieser andere Blick auf das Leben, den Glauben und die Arbeit ist erfrischend. Wir durften hier schöpferisch mitgestalten, um den Menschen in der Seelsorge noch besser und offener entgegenzukommen."
Kreative Kompetenzen für die Praxis
Im Rahmen des Kurses erwarben die Teilnehmenden grundlegende Kompetenzen für ihren Arbeitsalltag. Neben einem vertieften Verständnis für ästhetische Zugänge stand insbesondere die Sensibilisierung für die Wirkung von Musik, Kunst und Literatur in Begleitprozessen im Mittelpunkt. Der Kurs bot konkrete Orientierungshilfen dazu, wie kreative Impulse reflektiert und verantwortungsvoll sowie wirksam in die eigene Praxis integriert werden können. Gleichzeitig setzten die Einheiten Impulse zur Selbstreflexion, um die eigene seelsorgliche Haltung zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Nach einem intensiven und lehrreichen Tag schlossen alle Teilnehmenden die Ausbildungseinheit erfolgreich ab und erhielten ihr Zertifikat vom Seelsorgebeauftragten der Caritas. (pm/jk) +++