18.09.26 - Der Landkreis Fulda gehört mit seinem Projekt "Starkregen-Frühalarmsystem" zu den sechs Gewinnern des bundesweiten Wettbewerbs "Blauer Kompass". Der Bundespreis wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) zusammen mit dem Umweltbundesamt (UBA) an herausragende Projekte zur Klimavorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels vergeben.
Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter und UBA-Präsident Dirk Messner ehrten die Preisträgerinnen am Nachmittag in einer feierlichen Preisverleihung im Bundesumweltministerium in Berlin. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von je 25.000 Euro verbunden. Zum 10-jährigen Jubiläum verzeichnete der Wettbewerb mit 488 Bewerbungen erneut einen Teilnahmerekord.
Starkregenfrühalarmsystem – Risiken früh erkennen, Menschen wirksam schützen
Der Landkreis Fulda hat ein Frühalarmsystem entwickelt und eingeführt, das im gesamten Kreis vor Starkregen warnt. Über 180 mit dem Internet verbundene Sensoren an Gewässern, Kanälen und öffentlichen Gebäuden erfassen Pegelstände und Niederschlagsmengen in Echtzeit. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz werden die Daten ausgewertet und mit Radardaten des Deutschen Wetterdienstes abgeglichen.
Alle 23 Städte und Gemeinden des Landkreises sind an das System angebunden, das auch Bürgerinnen und Bürger per App, SMS oder Telefonanruf mit Vorwarnzeiten von bis zu 60 Minuten alarmiert. Bei einem Starkregenereignis im Mai 2024 konnte das Frühalarmsystem die örtlichen Feuerwehren erstmals "vor die Lage" bringen, also ermöglichen, die Einsätze frühzeitig zu koordinieren. "Mit dem Starkregen-Frühalarmsystem und den rechtzeitigen Warnungen vor Starkregen und Sturzfluten wollen wir vor allem eins: Menschen schützen – ihr Hab und Gut und vor allem ihr Leben", sagt Ramona Margarita Ruppert, Projektkoordinatorin beim Landkreis Fulda.
"Die Auszeichnung mit dem Bundespreis "Blauer Kompass" freut uns und treibt uns an. Diesen Elan und das Preisgeld werden wir nutzen, um das System noch besser zu machen. Wir wollen noch früher warnen können und vor allem vulnerable Gruppen noch besser schützen."

Quelle: Spekter
Über den Wettbewerb "Blauer Kompass" und co2online
Der Bundespreis "Blauer Kompass" wird alle zwei Jahre gemeinsam vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt ausgelobt. Er zeichnet innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen für die Vorsorge und die Anpassung an Klimafolgen in Deutschland aus. Erstmals konnten sich in diesem Jahr Schulen und Schulprojekte in einer eigenen Kategorie bewerben.
Die Auswahl der Preisträger in den fünf Kategorien traf eine Jury mit acht Expert*innen u. a. aus den Bereichen Politik, kommunale Spitzenverbände, Wirtschaft, Forschung, Kommunikation und Jugendbeteiligung. Darüber hinaus wurde ein "Community-Preis" vergeben, für den alle Interessierten in einem Online-Voting abstimmen konnten. Hierbei wurden insgesamt 24.795 gültige Stimmen abgegeben. Neben dem Preisgeld von jeweils 25.000 Euro erhalten die ausgezeichneten Projekte Unterstützung bei ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Unter anderem wurde zu jedem Preisträgerprojekt ein professioneller Kurzfilm erstellt.
Die Preisverleihung fand am 17. September 2026 im Bundesumweltministerium in Berlin statt. Sie war der Höhepunkt der bundesweiten "Woche der Klimaanpassung", mit der das Bundesumweltministerium und das Zentrum KlimaAnpassung (ZKA) unter dem Motto "Gemeinsam für Klimaanpassung" mit Veranstaltungen in ganz Deutschland die Vielfalt und das große Engagement für die Klimaanpassung präsentieren.
Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online GmbH fungiert für den Blauen Kompass als Wettbewerbsbüro. co2online steht für Klimaschutz, der wirkt. Mehr als 50 Energie- und Kommunikationsexperten machen sich seit 2003 mit Kampagnen, Energierechnern und PraxisChecks stark dafür, den Strom- und Heizenergieverbrauch in privaten Haushalten auf ein Minimum zu senken. Die Handlungsimpulse, die diese Aktionen auslösen, tragen messbar zur CO₂-Minderung bei. Im Fokus stehen Strom und Heizenergie in Gebäuden, Modernisierung, Bau sowie Hilfe im Umgang mit Fördermitteln. Unterstützt wird co2online unter anderem vom Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt sowie von Medien, Wissenschaft und Wirtschaft. (pm/jk) +++