22.09.26 - "Man kann nur miteinander musizieren, nicht gegeneinander": Dieses Credo von Franziskanerbruder Cornelius durchzog wie ein roter Faden das Benefizkonzert am Sonntag, 20. September 2026, in der fast vollbesetzten Klosterkirche am Frauenberg. Das Jugendsinfonieorchester Fulda, das Orchester Sinfonietta und der Antonius-Chor standen gemeinsam auf der Bühne.
"Wir leben in einer Zeit, in der einiges auseinanderfällt", begrüßte Pater Cornelius die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer als Gastgeber in der Klosterkirche der Franziskaner. "Umso wichtiger sind Erlebnisse wie dieses Konzert heute, bei dem unterschiedlichste Menschen, Gruppen und Talente in einer Sinfonie – also wörtlich in einem "Zusammenklang" – zueinanderfinden."
Gemeint waren die jungen Musikerinnen und Musiker des Jugendsinfonieorchesters Fulda sowie Mitglieder des Erwachsenenorchesters Sinfonietta, beide unter der Leitung von Martin Klüh von der Musikschule der Stadt Fulda. Sie gaben gemeinsam mit dem Antonius-Chor – geleitet von Christine Nakrour mit Unterstützung von Veronika Möller – ein rund einstündiges Programm zum Besten. Die Freude am gemeinsamen Musizieren übertrug sich dabei direkt auf das Publikum.
Abwechslungsreich reihten sich Stücke aus Oper und Musical, mit leichtem oder bewegendem Charakter, mit unbekannten oder weltberühmten Melodien aneinander – unter anderem von Jean Sibelius, Pietro Mascagni und Pjotr Iljitsch Tschaikowski.
Vielfältiges Programm von Oper bis Musical
Mal spielten die Streicherinnen und Streicher, mal die Bläser oder das gesamte Ensemble. Olga Klüh bereicherte das Konzert mit einem Akkordeonstück, dem Instrument des Jahres 2026. Der Antonius-Chor aus Menschen mit und ohne Behinderung trat mit drei Liedern auf: Er brachte das beliebte Chorwerk "Jesus Christ, You Are My Life" von Marco Frisina und "Wir sind alle Kinder dieser Welt" aus dem Kindermusical Felicitas Kunterbunt zur Aufführung. Höhepunkt war das gemeinsame Stück "Zusammenwachsen", das die junge Cellistin Mahina Chalcou-Freier für das Orchester arrangiert hat und als Uraufführung auch dirigierte. Komponiert hat die Grundmelodie Kathi Stimmer-Salzeder.
Eine Begegnung über Musik hinaus
Musikschulleiterin Natalya Oldenburg betonte: "An diesem Nachmittag passiert mehr, als dass drei Musikgruppen gemeinsam spielen: Es entsteht eine besondere Begegnung zwischen den unterschiedlichsten Menschen und Akteuren, von der auch das Publikum ein wesentlicher Bestandteil ist."
Veranstalter des Benefizkonzertes war die St. Antonius-Stiftung, die letzte Spenden für ihr Projekt "gemeinsam er:wachsen" sammelte, das in wenigen Tagen abgeschlossen wird. Mit Unterstützung der Fuldaer Bürgerschaft entstehen Arbeitsplätze in einer neuen Bio-Gemüsegärtnerei in Haimbach für Menschen mit Mehrfachbehinderung.
Wiederholung im nächsten Jahr geplant
"Ich bin tief bewegt von dieser beeindruckenden musikalischen Zusammenstellung und dem hohen Niveau dieses Konzertes. Wir als Förderstiftung sind sehr dankbar für die großartige Zusammenarbeit mit der Musikschule – und natürlich mit den Franziskanern, die uns ihre Kirche zur Verfügung stellen", sagte Dr. Wolfram Geiger, Vorsitzender der St. Antonius-Stiftung, zum Abschluss des stimmungsvollen Benefizkonzertes. Mit vielfältigen Aktionen hat Antonius Unterstützung für "gemeinsam er:wachsen" gebündelt, etwa mit Entenrennen, Konzerten, einem DJ-Abend und Dämmel-Events.
Vor der Zugabe beschlossen die Beteiligten spontan, das Konzert im kommenden Jahr zu wiederholen – was für weiteren Beifall sorgte. Der Termin wird bekannt gegeben. Das Jugendsinfonieorchester Fulda ist am Sonntag, 31. Januar 2027, bei einem Neujahrskonzert im Fürstensaal zu erleben. (Christine Reith)+++