FULDA "Prüfen, rufen, drücken"

Kleine Handgriffe, große Wirkung: "Tag der Wiederbelebung" am Klinikum

22.09.26 - Niemand möchte in diese Situation geraten, aber wenn es dazu kommt, dann sollte man wissen, was zu tun ist. Bei einem medizinischen Notfall kann es nämlich sehr wohl passieren, dass auch Laien erste Reanimationsmaßnahmen einleiten müssen, um die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu überbrücken. Am "Tag der Wiederbelebung" richtet sich der Fokus auf genau diese Thematik und beschäftigt sich mit der Frage: "Was kann ich tun, um ein Leben zu retten?"

Seit zehn Jahren beteiligt sich das Klinikum Fulda am Tag der Wiederbelebung, um darüber aufzuklären, wie man sich in einem medizinischen Notfall verhalten muss, bei dem die betroffene Person reanimiert werden muss. Seit zwei Jahren wird hierbei neben den Rettungskräften und Anästhesisten auch die Notaufnahme beim Aktionstag mit eingebunden.

Das Klinikum Fulda organisierte zum "Tag der Wiederbelebung" eine Mitmachaktion ...Fotos: Felix Weigl

Keine Furcht vor ersten Maßnahmen

"Es ist wichtig, Ängste und Hemmschwellen abzubauen", betont Dr. Matthias Kalmach, Oberarzt für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin. Das Thema "Wiederbelebung" sei eher angstbehaftet und mit Fragen verbunden, die den einen oder anderen auch davon abhalten, erste Maßnahmen zu ergreifen. "Deswegen sind solche Aktionstage wichtig, weil wir hier Fragen beantworten können, weil man Geräte wie einen Defibrillator selbst testen kann", so der Arzt. Aber natürlich sollte man auch privat bei dieser Thematik am Ball bleiben und sich weiterbilden. Kalmbach gab deshalb zu verstehen: "Jede Hilfsorganisation bietet Erste-Hilfe-Kurse an." Und wenn man sich selbst mal an die Nase fasst und sich fragt: "Wie lang ist der letzte Kurs her?", kommt man oft zu dem Schluss, dass es mal wieder an der Zeit wäre. Kalmbach rät deshalb, regelmäßig die eigenen Kenntnisse, zumindest alle fünf Jahre, aufzufrischen.

Interessierte konnten selbst tätig werde.

Großer Andrang in der Klinikum-Eingangshalle

Vor Ort durften Interessierte natürlich auch selbst aktiv werden, Herzdruck-Massagen an einer Puppe üben und mit dem ausgebildeten Fachpersonal in Kontakt kommen. Dabei wurde schnell klar: Insbesondere eine Herzdruckmassage kann schnell sehr anstrengend werden, weshalb es sich anbietet, um Hilfe zu rufen und sich mit anderen Ersthelfern abzuwechseln. Besonders schön war in diesem Zusammenhang zu sehen, wie gut der Aktions- und Mitmachtag besucht wurde - in der Eingangshalle des Klinikums herrschte großer Andrang, was vielleicht nicht zuletzt auch am Highlight der Veranstaltung lag. "Es ist schön, wenn man merkt, dass ein großer Zuspruch da ist, dass die Leute sich für das Thema interessieren und hierherkommen", sagte Kalmbach abschließend.

Dr. med. Matthias Kalmbach im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS

Das vielleicht größte Highlight des Events: Echte Profis der Malteser simulierten eindrucksvoll die sogenannte "Rettungskette" vom Anruf bei der Leitstelle über die ersten Maßnahmen und das Eintreffen der Rettungskräfte bis hin zur Notaufnahme. Damit demonstrierten sie nicht nur, wie man sich im Notfall richtig verhält, sondern auch die weiteren Schritte, die man in der Regel eher nicht sieht.

Die Aktion des Klinikums ist Teil der bundesweiten "Woche der Wiederbelebung", an der sich in den nächsten Tagen verschiedene Vereine und Institutionen in der ganzen Bundesrepublik beteiligen, um den Laien zu verdeutlichen: "Auch Sie können Leben retten" - der einzige Fehler, den man in diesem Zusammenhang machen kann, ist, tatenlos daneben zu stehen und nichts zu tun. (pg) +++

Bevor die ersten Maßnahmen eingeleitet werden, muss zunächst die Atmung geprüften werden. ...

Tag der Wiederbelebung im Klinikum Fulda Fotos: Felix Weigl


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