23.09.26 - In Steinau an der Straße (Main-Kinzig-Kreis) wird am kommenden Sonntag ein neuer Bürgermeister gewählt. Zur Wahl stehen dabei zwei Kandidaten. Neben Amtsinhaber Christian Zimmermann (parteilos) tritt auch Carsten Hildebrandt (parteiunabhängig) an. Wir stellen die beiden Kandidaten vor. Heute: Carsten Hildebrandt.
Kurzer Lebenslauf: Alter, Beruf, politische Laufbahn
"Ich bin Carsten Hildebrandt, 54 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Ich bin gelernter Energieelektroniker und arbeite seit 1999 im technischen Vertrieb, heute als Vertriebsingenieur. Dabei habe ich viel Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen gesammelt.
Politisch engagiere ich mich bei den FREIEN WÄHLERN Erlensee. Dort bin ich Mitgründer und Schatzmeister. Im Jahr 2021 bin ich als Kandidat zur Bundestagswahl angetreten. Ehrenamtlich habe ich mich unter anderem als Elternvertreter, Jugendfußballtrainer und im schulischen Bautrupp eingebracht."
Warum haben Sie sich entschieden, für das Bürgermeisteramt in Steinau zu kandidieren?
"Freunde haben mich ermutigt, mich für das Bürgermeisteramt zu bewerben. Diese Gespräche haben mich in meiner Entscheidung bestärkt. Auch durch Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern aus Steinau wurde mir deutlich, wie viel Potenzial in der Stadt und ihren zwölf Stadtteilen steckt.
Ich möchte nicht nur darüber sprechen, was besser laufen könnte, sondern selbst Verantwortung übernehmen. Dabei möchte ich den Menschen zuhören und unterschiedliche Interessen zusammenbringen. Gute und realistische Lösungen entstehen aus meiner Sicht nicht allein am Schreibtisch, sondern gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Stadtverwaltung und den politischen Gremien."

In Steinau an der Straße wird ein neuer Bürgermeister gewählt Archivfotos: Yowe
Was sind Ihre drei Top-Themen auf der Agenda, die Sie angehen würden?
"An erster Stelle stehen für mich die Finanzen. Gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich die Einnahmen und Ausgaben der Stadt genau betrachten. Dabei geht es nicht nur um einzelne Zahlen, sondern auch um bereits bestehende Verpflichtungen und die Folgekosten neuer Projekte. Erst wenn die tatsächliche finanzielle Lage bekannt ist, können Verwaltung und Politik vernünftige Entscheidungen treffen.
Mein zweites Thema ist die örtliche Wirtschaft. Betriebe, Handwerk, Handel und Gastronomie brauchen feste Ansprechpartner und verlässliche Auskünfte aus dem Rathaus. Gemeinsam mit den Verantwortlichen in der Verwaltung möchte ich außerdem daran arbeiten, Leerstände besser zu nutzen und neue Geschäftsideen zu unterstützen.
Der dritte Punkt ist eine moderne und bürgernahe Verwaltung. Digitale Angebote können vieles einfacher machen. Trotzdem muss es weiterhin möglich sein, persönlich oder telefonisch einen Ansprechpartner zu erreichen. Gemeinsam mit dem Team der Stadtverwaltung möchte ich prüfen, was bereits gut funktioniert und wo Abläufe verbessert werden können."
Mit welchem Slogan werben Sie um die Wähler?
"Zuhören. Entscheiden. Anpacken. Der Slogan bringt auf den Punkt, wie ich arbeiten möchte. Zuerst muss man zuhören und verstehen, worum es den Menschen geht. Dann braucht es eine klare Entscheidung. Und danach muss das, was beschlossen wurde, auch gemeinsam umgesetzt werden."
Wo liegen Ihre Stärken?
"Ich kann gut zuhören und gehe offen auf Menschen zu. In meinem Beruf arbeite ich mit ganz unterschiedlichen Gesprächspartnern und Fachleuten zusammen. Dabei muss ich verschiedene Interessen berücksichtigen und Lösungen finden, mit denen alle Beteiligten arbeiten können.
Ich weiß, dass niemand alles allein leisten oder in jedem Bereich Experte sein kann. Eine meiner Stärken ist deshalb, die richtigen Menschen an einen Tisch zu bringen, vorhandenes Wissen zu nutzen und gemeinsam Entscheidungen vorzubereiten. Bevor ich entscheide, schaue ich mir ein Thema genau an. Wenn eine Entscheidung gefallen ist, bleibe ich aber auch dran."

Das Bürgerbüro

Das Rathaus am Kumpen in Steinau

Das historische Schloss Steinau
Was macht Steinau aus Ihrer Sicht so besonders?
"Steinau hat eine besondere Geschichte und gleichzeitig viele Möglichkeiten für die Zukunft. Die Brüder Grimm, die historische Altstadt, die Museen und die Kulturdenkmäler machen die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt.
Steinau besteht aber nicht nur aus der Kernstadt. Jeder der zwölf Stadtteile hat seinen eigenen Charakter und seine eigenen Stärken. Dazu kommen die Vereine, die Betriebe, die Stadtverwaltung und die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Wenn diese Kräfte gut zusammenarbeiten, kann Steinau viel erreichen."
Wie verbringen Sie den Wahlsonntag?
"Den Wahlsonntag werde ich mit meiner Familie und den Menschen verbringen, die mich im Wahlkampf unterstützt haben. Nach der Stimmabgabe möchte ich den Tag erst einmal ruhig angehen. Am Abend werden wir gemeinsam die Ergebnisse verfolgen. Natürlich werde ich dabei angespannt sein. Gleichzeitig habe ich großen Respekt vor der Entscheidung der Wählerinnen und Wähler – unabhängig davon, wie das Ergebnis ausfällt."
Was wäre Ihre erste Amtshandlung als Bürgermeister?
"Ich würde zuerst das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung suchen. Dort arbeiten kompetente Menschen, die die täglichen Abläufe, die laufenden Projekte und die Herausforderungen der Stadt genau kennen. Dieses Wissen möchte ich von Anfang an einbeziehen.
Danach möchte ich mir gemeinsam mit dem Team einen Überblick über die finanzielle Lage, die laufenden Vorhaben und die anstehenden Entscheidungen verschaffen. Anschließend können wir festlegen, was besonders dringend ist und welche Aufgaben zuerst angegangen werden müssen."
Was haben wir Sie nicht gefragt, worauf Sie aber gerne eine Antwort geben möchten?
"Mir ist wichtig, wie ich das Amt ausüben möchte. Ein Bürgermeister kann und muss nicht alles allein machen. Seine Aufgabe ist es, Verantwortung zu übernehmen, klare Ziele zu formulieren und gemeinsam mit den Fachleuten in der Stadtverwaltung an guten Lösungen zu arbeiten.
Dabei sollte ein Bürgermeister nicht nur im Rathaus sitzen, sondern auch in den Stadtteilen unterwegs und für die Menschen ansprechbar sein. Ich werde nicht versprechen, dass jeder Wunsch erfüllt werden kann. Aber ich verspreche, zuzuhören, die Anliegen ernsthaft zu prüfen und offen zu erklären, was möglich ist und was nicht." (mp) +++ 
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