26.09.26 - Es war der Moment, auf den alle Beteiligten über Jahre hingearbeitet haben: Nach vielen Aktionen, zahlreichen, großzügigen Spenden und der ein oder anderen Herausforderung konnte die St. Antonius-Stiftung am Freitag ihr neuntes Stiftungsprojekt zum Abschluss bringen und in der neuen Bio-Gemüsegärtnerei in Haimbach eine stolze Spendensumme in Höhe von 740.000 Euro übergeben. "Es war ein langer und herausfordernder Weg, den wir mit diesem Projekt gegangen sind. Aber wir sind ihn immer gemeinsam gegangen", brachte es Steffi Mosler vom Beirat der St. Antonius-Stiftung auf den Punkt.
Mit dem Projekt gemeinsam er:wachsen unterstützt die St. Antonius-Stiftung mehr als nur die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für Menschen mit schweren Beeinträchtigungen. Mit der Bio-Gemüsegärtnerei, deren Fertigstellung sich in den letzten Zügen befindet, entsteht ein Ort, an dem Menschen ihre Potenziale entfalten können und an dem sichtbar wird, wie Gemeinschaft, Teilhabe und nachhaltiges Wirtschaften gemeinsam wachsen kann.
Fokus auf Talente
"Im Dezember 2021 haben wir den Samen für dieses Projekt gepflanzt und im 2024 ist der Spatenstich für die Gärtnerei gefolgt", erinnerte sich Dr. Wolfram Geiger von der St. Antonius Stiftung zurück, "Jetzt sehen wir hier dieses großartige Gebäude, aber eigentlich ist es nicht unbedingt das, was im Vordergrund steht, sondern das was drin passieren wird." Im Mittelpunkt des Projekts stehen die, die zukünftig die Gärtnerei mit Leben füllen werden: Insgesamt 15 junge Menschen mit starker Beeinträchtigung und hohem Unterstützungs- und Pflegebedarf werden hier einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz finden.
Aber viel wichtiger: Dahinter stecken 15 junge Menschen mit unterschiedlichen Charakteren, Träumen und vor allem Talenten. Genau das sei auch die Idee hinter dem Stiftungsprojekt, wie Geiger erklärte: "Wir haben von Maria Rang, der Gründerin von antonius, gelernt, das es wichtig ist, nicht auf die Behinderung eines Menschen zu gucken, sondern darauf zu schauen, was er für Fähigkeiten und Talente hat. Und daraus ergeben sich Visionen, wie man sie fördern kann."
"Können alle profitieren"
Diese Tatsache hob auch Oberbürgermeister Dr. Heiko Winterfeld besonders hervor: "Hier ist ein Ort entstanden, wo unterschiedliche Talente benötigt werden. Jeder kann etwas anderes besonders gut und umso schöner ist es doch, das die Talente in einer Gärtnerei gefördert werden: Hier wachsen Pflanzen, von denen wir alle etwas haben." Schon im nächsten Frühjahr können die ersten Gemüsesorten geerntet und im Antonius-Hof erworben werden - natürlich alle Bio und von bester Qualität. "Das ist nicht nur irgendein Label, sondern echte Substanz direkt hier vor Ort. Das ist nicht selbstverständlich sondern Teil dieser großen Vision, von der wir alle profitieren können", bringt er es abschließend auf den Punkt.
Lachendes und weinendes Auge
Dann war es endlich so weit: die St. Antonius-Stiftung übergab die Spende. "Dieser Tag ist für uns alle sehr emotional. Vor vielen Jahren haben wir am Antonius-Hof ein Samenkorn in den Boden gegeben und im Verborgenen ist wahnsinnig viel gewachsen", erzählte Lioba Wingenfeld als Stellvertreterin im Vorstand, "Dass diese wahnsinnig hohe Spendensumme zusammengekommen ist, hat uns alle überrascht und überwältigt." Abschließend blieb ihr nur noch eines zu sagen: "Wir vertrauen diesem Projekt viel Geld an und sind uns sicher, dass hier Verantwortung übernommen wird, dass wir hier Wunderbares erleben werden und dass wir alle die Früchte davon ernten können." (aw/pm) +++