02.10.26 - Mit einem Festakt und einer Kranzniederlegung im US Camp der Gedenkstätte Point Alpha haben zahlreiche Gäste am Freitag den 36. Jahrestag der Deutschen Einheit begangen. Die Point Alpha Stiftung hatte an den historischen Ort an der früheren innerdeutschen Grenze zwischen Rasdorf in Hessen und Geisa in Thüringen eingeladen. Festredner war Kulturstaatsminister Wolfram Weimer.
Der Vorsitzende der Point Alpha Stiftung, Dr. Stefan Heck, erinnerte daran, dass der 3. Oktober weit mehr als ein historisches Datum sei: "Wenn wir heute den Tag der Deutschen Einheit feiern, dann ist das mehr als ein historisches Datum. Wir feiern, dass aus der Sehnsucht nach Freiheit Wirklichkeit geworden ist." Die Einheit sei ohne den Mut der Menschen von 1989 undenkbar gewesen. Zugleich betonte Heck die wichtige Unterstützung der Vereinigten Staaten auf dem Weg zur Wiedervereinigung.

Einheit, Freiheit, Demokratie: Point Alpha erinnert an die Wendezeit. Fotos: Bernd Vogt
Klare Worte für Demokratie und Freiheit
Auch Wolfram Weimer würdigte die Leistungen der Menschen in der ehemaligen DDR. "Das Wunder kam nicht von selbst. Das Wunder haben Menschen erkämpft. Es waren mutige Menschen. Es waren Helden", sagte der Kulturstaatsminister. Die Friedliche Revolution zähle zu den glanzvollsten Leistungen der deutschen Geschichte.
Der hessische Kultusminister Armin Schwarz (CDU) bezeichnete den Tag der Deutschen Einheit als einen Tag der Freude, aber auch der Erinnerung an die Opfer der SED-Diktatur. Mit Blick auf die junge Generation appellierte er: "Erinnert euch. Denkt darüber nach, was es bedeutet, unter dem Joch einer Diktatur zu leben und wie schön es ist, in einer freiheitlichen Demokratie leben zu dürfen."

Mit einem Festakt und einer Kranzniederlegung im US Camp der Gedenkstätte Point Alpha ...

Die Botschaft von Point Alpha bleibt aktuell: Einheit bewahren, Freiheit schützen, ...

Zahlreiche Besucher sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft waren nach Point ...
"Hier verlief die Grenze": Point Alpha als Mahnmal der Teilung
Die Thüringer Ministerin Beate Meißner hob die besondere Bedeutung von Point Alpha hervor. "Hier verlief nicht irgendeine Grenze, hier verlief die Grenze", sagte sie. Die Überwindung der Teilung sei das Ergebnis von Mut und Beharrlichkeit gewesen. Freiheit dürfe niemals als selbstverständlich angesehen werden: "Die Freiheit, die wir hier feiern, jeden Tag feiern, ist kein Besitzstand. Sie ist ein Auftrag, der nie endet."
Auch der amerikanische Generalkonsul Coljon Bradley Fausnaugh erinnerte an die Auswirkungen der Teilung für die Menschen entlang der Grenze. Die Einheit habe es ermöglicht, Familien und Freunde wieder zusammenzuführen und frei zu reisen. Gleichzeitig mahnte er, Frieden und Freiheit aktiv zu bewahren.

Der hessische Kultusminister Armin Schwarz.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer.
"Freiheit, Frieden und Einheit sind ein großes Glück"
Benedikt Stock, geschäftsführender Vorstand der Point Alpha Stiftung, bedankte sich abschließend bei allen Protagonisten und Unterstützern für eine gelungene Veranstaltung. In kompakten Worten skizzierte er noch einmal die Bedeutung des Festtages, der vor allem auf Point Alpha ein Tag der Freude und der Begegnung sei. "Immer wieder müssen wir uns bewusst machen, welch großes Glück Freiheit, Frieden und Einheit für unser Land bedeuten."
Die Feierlichkeiten machten deutlich, dass die Deutsche Einheit auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch Auftrag für die Zukunft ist. An kaum einem anderen Ort wird die Überwindung der Teilung so sichtbar wie an der Gedenkstätte Point Alpha zwischen Rasdorf und Geisa. (js)+++ 