09.10.26 - Demenz kann jede und jeden von uns treffen. Was können Angehörige im Notfall tun, und welche Pflichten haben sie? Wie können betroffene Angehörige geschützt werden? Antworten auf Fragen wie diese gab Ende September ein gut besuchter Infotag Demenz im Herz-Jesu-Krankenhaus, an dem sich wieder zahlreiche Institutionen aus der Stadt und dem Landkreis Fulda beteiligten. In den kommenden Monaten werden weitere verschiedene Infoveranstaltungen zum Thema Demenz und Wohnen im Alter angeboten.
"In der Region gibt es vielfältige Informations- und Beratungsangebote, die Aufklärung und Unterstützung für Betroffene und Angehörige von Demenzerkrankten bieten. Mit der Veranstaltung bringen wir alle an einem Ort zusammen", sagte Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt. Er dankte dem Herz-Jesu-Krankenhaus und den Partnern aus dem Netzwerk Demenzforum Fulda für dieses wichtige Angebot.
Sicherheit als inhaltlicher Schwerpunkt
"Demenz ist schwere Kost. Betroffene und ihre Angehörigen und Zugehörigen verbinden damit viele Unsicherheiten und Fragen. Der sichere Umgang mit dem Krankheitsbild setzt voraus, dass ich die Erkrankung verstehe und dass ich weiß, wie ich handeln muss und wie ich mich selbst als An- und Zugehöriger entlasten kann", sagte Christina Marg vom Pflegestützpunkt des Landkreises Fulda, die den Infotag koordinierend organisiert hat. Auf dem Thema Sicherheit lag in diesem Jahr auch der inhaltliche Schwerpunkt. Dabei ging es zum Beispiel um Medikamentensicherheit bei Demenz: Dr. med. Steffen Schlee, Chefarzt der Geriatrie am Herz-Jesu-Krankenhaus, informierte in seinem Vortrag über die sichere Einnahme von Medikamenten, Risiken und Wechselwirkungen sowie zum verantwortungsvollen Umgang mit Arzneimitteln.

Das herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda. Archivfoto: O|N
Die Präventionsstelle des Polizeipräsidiums Osthessen zeigte auf, welche polizeilichen Maßnahmen getroffen werden, wenn eine demente Person vermisst wird, und wie solche Situationen bestmöglich verhindert werden können. Ein weiterer Fokus lag auf sicherem Wohnen mit Demenz: Susanne Beh, Wohnberaterin beim Verein Miteinander – Füreinander Oberes Fuldatal, informierte über technische Hilfsmittel für zuhause, die Betroffenen Orientierung geben und helfen, Unfälle zu vermeiden. Ein Workshop von Kinästhetik-Trainer Norbert Feldmann brachte die Wirkung von Kinästhetik im Pflegealltag näher.
"Die rundum gelungene Veranstaltung hat genau das bewirkt, was uns speziell im Herz-Jesu-Krankenhaus mit großer Geriatrie am Herzen liegt: Orientierung, konkrete Unterstützung und Sicherheit für den Alltag zu bieten. Durch persönlichen Austausch und die vielen Beratungsangebote konnten wir gemeinsam Hilfen direkt sichtbar machen. Es ist wichtig, dem Thema Demenz Raum zu geben und das Verständnis zu fördern", bilanziert das Herz-Jesu-Krankenhaus. Christina Marg ergänzt: "Das Feedback war rundum positiv, sowohl zu den Angeboten als auch zum Veranstaltungsort. Die Betroffenen und Angehörigen fühlten sich wahrgenommen und wertgeschätzt. Gleichzeitig wünschen sie sich mehr Möglichkeiten des Austauschs und der Begegnung." Ziel ist daher, Veranstaltungen wie den Infotag weiterhin anzubieten und inhaltlich weiterzuentwickeln.

Eröffneten die Veranstaltung: Fuldas Bürgermeister Dag Wehner (von links), Dr. ...Foto: Sebastian Mannert
Zum Demenzforum:
Das Demenzforum Fulda ist ein freier Zusammenschluss von Trägern aus Stadt und Landkreis, die sich für Menschen mit dementieller Erkrankung und deren Angehörige einsetzen. Das Demenzforum hat auf seiner Webseite hilfreiche Informationen zusammengestellt: www.demenzforum-fulda.de.
Bis Jahresende werden verschiedene Infoveranstaltungen angeboten, für die es noch freie Plätze gibt. Alle Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung findet man mit der jeweiligen Kursnummer auf der Webseite der Landkreis-VHS, www.vhs-fulda.de. (pg/pm) +++