10.10.26 - Mit einer Kundgebung auf dem Universitätsplatz hat der Verein "Fulda stellt sich quer" ein Zeichen für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt. Unter dem Motto "Fulda steht auf" versammelten sich trotz regnerischen Wetters nach Angaben der Veranstalter rund 200 Menschen, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für eine offene Gesellschaft zu setzen. Die Organisatoren machten deutlich, dass in Fulda kein Platz für demokratiefeindliche Ideologien, Hass und Ausgrenzung sei.
Erinnerung an die Opfer des Hamas-Terrors
Zu Beginn der Veranstaltung erinnerten die Teilnehmer an die Opfer des Terrorangriffs der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023. Andreas Goerke, Vorsitzender des Vereins "Fulda stellt sich quer", gedachte der Getöteten und hielt gemeinsam mit den Anwesenden eine Schweigeminute ab. Zugleich wurde Solidarität mit den Opfern, ihren Angehörigen sowie der jüdischen Gemeinschaft bekundet.

Der Verein "Omas for Future" war ebenfalls vor Ort.
"Die Menschenwürde ist unteilbar. Wir werden die Opfer nicht vergessen und nicht akzeptieren, dass Menschen aufgrund ihrer Religion oder Herkunft verfolgt werden", sagte Goerke. Dabei betonten die Redner, dass jüdisches Leben selbstverständlich zu Deutschland gehöre und Antisemitismus keinen Platz in der Gesellschaft haben dürfe.
Demokratie als gemeinsamer Auftrag
In mehreren Redebeiträgen standen die Bedeutung der Demokratie und die Achtung der Menschenwürde im Mittelpunkt. Die Teilnehmer seien nicht aus Angst zusammengekommen, sondern um Haltung zu zeigen und demokratische Werte zu verteidigen. "Wir sind nicht bereit, die Demokratie denen zu überlassen, die Hass verbreiten", erklärte Goerke.
Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei, sondern aktiv geschützt werden müsse. Das Versprechen "Nie wieder" bleibe ein gesellschaftlicher Auftrag. "Wir sind nicht bereit, zu akzeptieren, dass die Feinde der Demokratie immer stärker werden, während andere diskutieren, wie weit wir ihnen entgegenkommen können", sagte der Vereinsvorsitzende.

Andreas Goerke, Vorsitzender Fulda stellt sich quer.
Soziale Themen im Fokus
Neben der Auseinandersetzung mit Extremismus wurden auch soziale Herausforderungen thematisiert. Nach Ansicht der Veranstalter zählen bezahlbarer Wohnraum, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu den grundlegenden Voraussetzungen einer funktionierenden Demokratie. Die Politik müsse die Sorgen und Bedürfnisse der Menschen ernst nehmen, um Unzufriedenheit und gesellschaftliche Spaltung entgegenzuwirken, hieß es in mehreren Redebeiträgen.
Kritik an AfD und politischen Entwicklungen
Goerke übte zudem deutliche Kritik an der AfD und dem Erstarken rechtsextremer Positionen. Hohe Wahlergebnisse der Partei in verschiedenen Bundesländern wertete er als Warnsignal. "Es ist ein Warnsignal für unsere Demokratie", betonte der Vorsitzende. Zugleich warnte er davor, politische Entwicklungen in anderen Regionen Deutschlands zu unterschätzen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen zu ignorieren.
Appell für eine klare Brandmauer
Auch die Rolle anderer Parteien wurde während der Kundgebung diskutiert. Goerke kritisierte den Umgang der CDU mit der AfD und forderte eine klare Abgrenzung gegenüber rechtsextremen Positionen. "Enthaltung ist keine Haltung, wenn Demokratie auf dem Spiel steht", sagte er. Die sogenannte Brandmauer gegen Rechtsextremismus müsse konsequent aufrechterhalten werden und dürfe nicht bei politischem Gegenwind ins Wanken geraten.
Redebeiträge und Kulturprogramm
Neben zahlreichen Wortbeiträgen aus der Zivilgesellschaft umfasste das Programm auch kulturelle Darbietungen. Themen wie Frauenrechte, soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und gesellschaftlicher Zusammenhalt standen dabei im Mittelpunkt. Die Veranstalter machten deutlich, dass sie sich für ein weltoffenes, vielfältiges und lebenswertes Fulda einsetzen. Trotz unterschiedlicher politischer und gesellschaftlicher Hintergründe verbindet die Teilnehmer ein gemeinsames Ziel: die Verteidigung von Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt.
Zum Abschluss der Veranstaltung fassten die Organisatoren ihre Botschaft in einem Satz zusammen: "Wir verteidigen unsere Demokratie. Euer Hass ist nicht unser Hass."
(jk) +++ 