20.10.26 - Pilze sind enorm spannende und vielfältige Lebensformen, die zusätzlich auch noch echt gut schmecken können - und das Beste daran? Man kann sie einfach selbst sammeln. Dafür braucht es nur ein wenig Expertise, die Motivation, sich raus in den Wald oder auf nahegelegene Wiesen zu wagen, und das richtige Equipment. Doch das Wichtigste: Niemals unvorbereitet und informiert in den Wald gehen.
OSTHESSEN|NEWS-Reporter Philipp Gerhard war noch nie selbst Pilze sammeln, unsere Fotografin Carina Jirsch hingegen sammelt schon seit über 40 Jahren und konnte uns dementsprechend einiges erzählen und hat uns durch einen Wald irgendwo in der Nähe der Gemeinde Neuhof geführt. (Wo genau, verraten wir natürlich nicht - das ist ein Geheimnis, welches jeder Pilzsammler für sich behält.)

OSTHESSEN|NEWS war im Wald unterwegs und hat sich auf die Suche nach Pilzen gemacht. ...Fotos: Carina Jirsch
Die richtige Ausrüstung als Grundlage
Bevor man sich in den Wald wagt, sollte man neben einer fachkundigen oder zumindest erfahrenen Begleitung auch einen Weidenkorb, ein Messer und einen Pilzführer (als Buch oder digital) sowie festes Schuhwerk dabei haben. Doch wieso eigentlich einen Korb und keinen Eimer oder eine Tüte?
In einem luftundurchlässigen Behältnis fangen Pilze an zu schwitzen und können dann schneller verderben oder matschig werden - in einem Korb kann die Luft besser zirkulieren. Außerdem werden Pilze in einem stabilen Korb nicht so schnell zerdrückt.

O|N-Kameramann Hannes Mayer (links) mit Volontär Philipp Gerhard

Beim Abschneiden sollte man darauf achten weit unten anzusetzen.

Der Maronenröhrling ist ein sehr guter Speisepilz
Ebenso unerlässlich wie ein Korb ist auch ein scharfes Messer. Wird der Pilz nämlich kurz über dem Boden abgeschnitten und nicht gewaltsam aus der Erde gerissen, dann können andere Exemplare nachwachsen. Doch hier gibt es eine Ausnahme: Bei unbekannten Pilzen können an der Pilzbasis wichtige Erkennungsmerkmale vorhanden sein. Wenn man sich allerdings sicher ist, dann kann man ihn auch sorgfältig abschneiden. Dadurch gerät auch weniger Dreck in das Pilzkörbchen.
Ein Pilzführer in Schriftform mit Bildern ist zudem sehr wichtig, um Pilze zu bestimmen und um herauszufinden, ob diese köstlich, essbar, ungenießbar oder sogar giftig sind. Auch Apps können hier helfen, dennoch sollte man sich nicht immer auf die Foto-Erkennung verlassen. Bei Zweifel an einer neuen Pilzart sollte man stets einen Experten, wie einen Pilzberater, verständigen oder einen erfahrenen Sammler um Rat fragen.
Maronen, Maronen und noch mehr Maronen
Etwas, was wir zu Hauf im Wald gefunden haben, waren Maronen-Röhrlinge. Diese tollen Speisepilze haben sich an jeder Ecke blicken lassen und man konnte sie sehr gut erkennen - vor allem daran, dass sich die gelbliche Röhrenschicht innerhalb des Hutes blaugrün verfärbt, wenn man sie eindrückt. Steinpilze haben wir auf unserem kleinen Abenteuer leider keine finden können, dennoch war die Ausbeute definitiv beachtlich.
Wir trafen auf unserem Weg auch auf einige andere Pilzsorten wie beispielsweise den gemeinen Hallimasch, einen Butterpilz mit seiner schleimigen Haut, Fliegenpilze (von denen man die Finger lassen sollte) und kleine gelbe Exemplare, die sich "Klebrige Hörnlinge" nennen. Das Wandern durch den Wald stellte sich dabei als sehr meditativ und entspannend heraus und an jeder Ecke sieht man etwas Neues - das ideale Hobby für alle, die gerne mal den Kopf frei bekommen möchten.

Fliegenpilze

Rotfußröhrling
Letztendlich bleibt nach einer aufregenden Zeit im Wald nur noch eines zu tun - die Pilze zuhause putzen und zu verarbeiten. Dabei sind die Möglichkeiten der Verarbeitung nahezu endlos: trocknen, braten, kochen oder auch zu Pulver verarbeiten. Doch dazu kommen wir in einem anderen Beitrag!
(pg) +++
