
Zum 25. Todestag von Gangolf Schrimpf fand in der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars eine Gedenkfeier statt. - Fotos: Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars
FULDA
Wissenschaft, die weiterwirkt
Gedenkfeier zum 25. Todestag von Gangolf Schrimpf würdigt Vermächtnis
20.10.26 - Ehemalige Kolleginnen und Kollegen, wissenschaftliche Weggefährten, Mitglieder des Arbeitskreises Bibliotheca Fuldensis und Familienangehörige kamen am 13. Oktober in Fulda zusammen, um an Professor Dr. Gangolf Schrimpf zu erinnern. Zum 25. Todestag des Philosophen und Mediävisten würdigte die Gedenkfeier sein wissenschaftliches Lebenswerk und fragte danach, wie seine Ideen und Forschungsimpulse bis heute fortwirken. Ein sichtbares Zeichen des Erinnerns ist eine neue Informationstafel zu Schrimpf, die aus diesem Anlass in die Dauerausstellung zur Bibliotheca Fuldensis aufgenommen wurde.
Gangolf Schrimpf lehrte von 1978 bis 2001 an der Theologischen Fakultät Fulda. Als Philosoph und Mediävist beschäftigte er sich intensiv mit dem Denken des Mittelalters. Seine Studien zu Boethius, Johannes Scottus Eriugena und Anselm von Canterbury zeigen sein Interesse an grundlegenden Fragen nach Erkenntnis und Wirklichkeit sowie am Verhältnis von Philosophie und Theologie.
Mit seinen Arbeiten trug er dazu bei, die Entwicklung des mittelalterlichen Denkens in ihren historischen und wissenschaftlichen Zusammenhängen zu erschließen. Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Instituts Bibliotheca Fuldensis, würdigte Schrimpfs philosophisches Wirken und hob damit eine wesentliche Dimension seines wissenschaftlichen Vermächtnisses hervor.
Die Fuldaer Geschichte erforschen
Ein weiterer Schwerpunkt der Gedenkfeier galt Schrimpfs Forschungen zur Geschichte der Fuldaer Klosterbibliothek. Ihm ging es nicht allein darum, einzelne Bücher und Handschriften zu erfassen, sondern die verstreuten Zeugnisse in ihren historischen und geistigen Zusammenhängen zu verstehen. Mit dem 1981 von ihm initiierten Institut Bibliotheca Fuldensis schuf er wichtige Grundlagen für die systematische Erforschung dieser bedeutenden Überlieferung. Dr. Gereon Becht-Jördens aus Heidelberg, wissenschaftlicher Leiter des Instituts, widmete sich Schrimpfs wissenschaftlichem Erbe und dessen Bedeutung für die weitere Erforschung der Fuldaer Geschichte.
Das Projekt "Bibliotheca Fuldensis digital" führt Schrimpfs Anliegen mit den Möglichkeiten digitaler Forschung weiter und eröffnet neue Zugänge zu den heute an unterschiedlichen Orten bewahrten Handschriften und historischen Quellen.
Auch über die Vorträge hinaus wurde die Erinnerung an den Wissenschaftler sichtbar: Anlässlich der Gedenkfeier wurde die Dauerausstellung zur Bibliotheca Fuldensis um eine neue Informationstafel zu Gangolf Schrimpf ergänzt. Sie würdigt seinen Beitrag zur Erforschung der Fuldaer Klosterbibliothek und verankert sein Wirken dauerhaft in der Präsentation des Instituts.
Die Gedenkfeier machte deutlich, dass Schrimpfs Vermächtnis in zwei eng verbundenen Forschungsfeldern fortlebt: in der Auseinandersetzung mit den philosophischen Fragen des Mittelalters und in der Erschließung der historischen Wissensüberlieferung Fuldas. Für die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars und das Institut Bibliotheca Fuldensis bleibt es eine wichtige Aufgabe, dieses Erbe zu bewahren, wissenschaftlich weiterzuentwickeln und für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
(pg/pm) +++