Trendprodukt mit Risiken: Warum E-Zigaretten kritisch gesehen werden. - Symbolfoto: Pixabay

REGION Experten warnen vor Gesundheitsrisiken

Vapes im Trend: Warum E-Zigaretten nicht so harmlos sind, wie viele denken

20.10.26 - E-Zigaretten, sogenannte Vapes, erfreuen sich insbesondere bei jungen Menschen großer Beliebtheit. Die Verpackungen sind bunt und die kleinen elektronischen Geräte werden in zahlreichen Geschmacksrichtungen angeboten. Sie erscheinen als moderne und vermeintlich harmlose Alternative zur klassischen Zigarette. Allerdings sind Vapes keineswegs ungefährlich.

O|N-Arzt Dr. med. Adrian Böhm. Archivfoto: O|N

Während der Konsum klassischer Tabakzigaretten langfristig zurückgegangen ist, erfreuen sich die batteriebetriebenen Alternativen zunehmender Aufmerksamkeit. Harmlos sind sie jedoch nicht. Viele Vapes enthalten erhebliche Mengen Nikotin. Der Stoff besitzt ein hohes Abhängigkeitspotenzial und führt unter anderem zu einer Steigerung von Herzfrequenz und Blutdruck.

Damit kann Nikotin die Funktion der Blutgefäße beeinträchtigen und sie langfristig schädigen. Erste wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass der regelmäßige Konsum von E-Zigaretten mit Veränderungen der Gefäßfunktion und möglicherweise einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Ob und in welchem Ausmaß dadurch langfristig Herzinfarkte, Schlaganfälle oder eine Demenz begünstigt werden, ist bislang nicht abschließend geklärt.

Viele Vapes enthalten erhebliche Mengen Nikotin. Der Stoff besitzt ein hohes Abhängigkeitspotenzial ...

Darüber hinaus enthält das beim Dampfen entstehende Aerosol verschiedene potenziell gesundheitsschädliche Substanzen, darunter ultrafeine Partikel, reizende Carbonylverbindungen und teilweise Metalle. Diese können Entzündungsreaktionen und Schädigungen der Atemwege begünstigen. Studien zeigen Zusammenhänge zwischen dem Konsum von E-Zigaretten und chronischen Atemwegsbeschwerden. Auch ein Zusammenhang mit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) wird diskutiert. Ein ursächlicher Zusammenhang konnte bislang allerdings nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Auch hinsichtlich möglicher Krebserkrankungen bestehen wissenschaftliche Bedenken. Im Aerosol von E-Zigaretten wurden Substanzen nachgewiesen, die teilweise als krebserregend eingestuft sind. Ob der langfristige Konsum tatsächlich zu einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs oder Tumoren der Mundhöhle führt, lässt sich aufgrund der bislang begrenzten Datenlage jedoch noch nicht zuverlässig beurteilen.

Studien zeigen Zusammenhänge zwischen dem Konsum von E-Zigaretten und chronischen ...

Nikotin kann die Funktion der Blutgefäße beeinträchtigen und sie langfristig ...

Langzeitstudiendaten fehlen

Das Phänomen der E-Zigarette ist vergleichsweise jung. Während die gesundheitlichen Risiken und langfristigen Folgeschäden klassischer Tabakprodukte wie Zigaretten, Zigarren und Pfeifen seit Jahrzehnten wissenschaftlich gut untersucht sind, besteht bei E-Zigaretten weiterhin erheblicher Forschungsbedarf. Fachgesellschaften und Institutionen wie das Deutsche Krebsforschungszentrum gehen davon aus, dass E-Zigaretten bei einem vollständigen Umstieg von herkömmlichen Tabakzigaretten wahrscheinlich mit einer geringeren Schadstoffbelastung verbunden sind.

Anders als bei der klassischen Zigarette findet keine Tabakverbrennung statt, wodurch zahlreiche besonders schädliche Verbrennungsprodukte, darunter Kohlenstoffmonoxid, weitgehend vermieden werden. Dies bedeutet allerdings keineswegs, dass Vapes eine gesunde Alternative darstellen. Insbesondere nikotinhaltige Produkte bergen weiterhin ein erhebliches Abhängigkeitspotenzial und gesundheitliche Risiken.

Bunte Verpackungen, süße Geschmacksrichtungen und ein modernes Erscheinungsbild ...

Besonders problematisch ist die Vermarktung der Geräte. Bunte Verpackungen, süße Geschmacksrichtungen und ein modernes Erscheinungsbild machen E-Zigaretten gerade für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiv. Es besteht die Gefahr, dass junge Menschen auf diesem Weg erstmals mit Nikotin in Kontakt kommen und eine Abhängigkeit entwickeln.

Hier ist die Politik gefragt, durch wirksame Regulierung, konsequenten Jugendschutz und eine Einschränkung jugendaffiner Werbung einzugreifen. Ziel muss es sein, insbesondere junge Menschen vor einer Nikotinabhängigkeit und möglichen langfristigen Gesundheitsschäden zu schützen. Damit kann die Politik im Sinne einer Prävention vermeidbare Folgekosten für das Gesundheitssystem reduzieren. (Dr. med. Adrian Böhm) +++


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