20.10.26 - 100 Jahre - so alt muss man erstmal werden! Prof. Dr. med. Roland Bässler, ehemaliger und langjähriger Direktor des Instituts für Pathologie am Klinikum Fulda, hat diesen Meilenstein nun erreicht. Um diesen wirklich besonderen Geburtstag zu feiern, kamen am Dienstagabend Freunde, Familie, aber auch diverse prominente Gäste in den Apollo-Saal des Hotel Maritims in Fulda. Die 100 Jahre merkte man ihm allerdings kaum an.
Als renommierter Forscher, Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Senologie und Pionier der Brustkrebs-Diagnostik hat er die deutsche Pathologie sowie das Klinikum in Fulda über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt. Mit seiner Expertise, seinem herausstechenden Charakter und großer Leidenschaft für seinen Beruf, aber auch die Forschung leistete er einen großen Beitrag für die ganze Region. Ein Bereich, wie die Pathologie, die sonst eher im Hintergrund steht, war an diesem Abend spürbar stark vertreten.

Prof. Dr. Roland Bässler mit seiner Frau Christa feierten im Apollo-Saal des Hotel ...
Roland Bässlers wissenschaftlicher Weg führte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Jena und Leipzig. Über Karrierestationen in Hannover und Mainz, wo er sich 1963 mit elektronenmikroskopischen Untersuchungen des Brustgewebes habilitierte, wurde er 1972 Chefarzt des Instituts für Pathologie an den damaligen Städtischen Kliniken Fulda. Seinen 100. Geburtstag feierte er am 26. September diesen Jahres.
Begrüßt wurden die Gäste von Pathologin Dr. Gabriele Köhler. Sie führte auch durch das Programm und hielt den Abend mit einer Polaroidkamera fest, um ein Fotobuch anzulegen.
Haltung, Neugierde und Fachkompetenz
"Die Menschen werden immer älter" ist ein Satz, den man heute immer öfter hört, wie Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Menzel, Sprecher des Klinikum-Vorstands, zu Beginn zu verstehen gab. Dennoch sei das hohe Alter von Dr. Bässler auch heutzutage beeindruckend und eine besondere Ausnahme.

Dr. Gabriele Köhler

Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Menzel, Sprecher des Klinikum-Vorstands

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld
"Sie haben sich von einer ganz entscheidenden Kraft treiben lassen", sagte Dr. Menzel in seiner Ansprache. Was diese große Kraft ist? Ganz einfach: die Neugier oder besser gesagt die Faszination "Was hinter den Dingen steckt". Menzel betonte: "Sie haben das Institut für Pathologie geleitet und geformt" und fügte später hinzu: "Was ihre Arbeit auszeichnet, lässt sich nicht über Seitenzahlen und Publikationen messen – es war ihre Haltung." Bässler habe über Jahrzehnte vorgelebt, dass Pathologie Empathie und Verantwortung bedeutet. Mit einer Kombination aus fachlicher Tiefe und Menschlichkeit hat genau diese Haltung ihn zudem zu einem tollen Lehrer gemacht. Auch durch die Gründung der Klinikbibliothek und des Fotolabors hinterließ Prof. Bässler Spuren.
"Unser Haus steht eben auch deshalb heute so stark da, weil sie das Fundament dafür gelegt haben", betonte der Klinikumssprecher und bedankte sich abschließend auch dafür, dass Dr. Bässler solch eine große Vorbildfunktion erfülle.
Den Gedanken des Vorbilds griff auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld auf: "Ich glaube, wir sind gut damit beraten, uns vor ihrer Generation zu verneigen, besonders in einer Zeit, in der wir auch Herausforderungen haben und mit Mut und Zuversicht unsere Aufgaben erfüllen müssen", so der Oberbürgermeister.
Auch er würdigte die große Rolle, die der Pathologe nicht nur für das Klinikum, sondern für Fulda und die ganze Region spielte. "Sie sind für die Stadt und das Klinikum ein Glücksfall", machte Wingenfeld klar und freute sich darüber, dass Bässler, der ursprünglich aus dem Erzgebirge kommt, 1972 nach Fulda gekommen ist und sich dafür entschieden hat, in der Domstadt zu wirken.
Besonderer Höhepunkt via Video-Zuschaltung

Prof. Dr. Christoph Röcken, Direktor des Instituts für Pathologie des Universitätsklinikums ...
Auch ein vertrauter Kollege Bässlers war, wenn auch nicht physisch, aber zumindest auf einem Monitor, bei der Veranstaltung zugegen und richtete sein Wort an den 100-Jährigen. Prof. Dr. Christoph Röcken, Direktor des Instituts für Pathologie des Universitätsklinikums Kiel sowie derzeitiger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP), bedankte sich für all die tollen Erinnerungen, die bei der gemeinsamen Arbeit der Mediziner entstanden. "Roland Bässler gilt als einer der prägendsten Professoren der deutschen Pathologie. Seine Standardwerke und Arbeiten zur Mamma-Diagnostik haben Generationen von Pathologinnen und Pathologen geleitet. Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie gratuliert ihm herzlich zu seinem Geburtstag und dankt ihm für seine herausragende Lebensleistung", so Röcken.
Bässler war sichtlich glücklich darüber, diesen alten Bekannten wiederzusehen. "Ich bin sehr überrascht, von ihnen zu hören", freute sich der Mann des Abends.
Nach den Grußworten blieb die Möglichkeit des Austauschs und natürlich durften auch ein reichhaltiges und ausgewogenes Buffet sowie guter Wein (den Dr. Bässler sehr zu schätzen weiß) nicht fehlen.
(pg) +++ 