28.10.26 - Wie sieht Wissenschaft außerhalb des Klassenzimmers aus? Wie arbeiten Forschende an den großen Fragen unserer Zeit, und welche Bedeutung haben ihre Erkenntnisse für die Zukunft? Mit diesen Fragen im Gepäck nahmen die Schülerinnen Henriette Drechsel, Livia Rupp, Jolina und Olivia Kratz aus den Jahrgangsstufen 10 und 11 an der diesjährigen Tagung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) sowie des Jungen Netzwerks der GDNÄ (jGDNÄ) in Bremen teil.
Fünf Tage lang erwarteten die Jugendlichen spannende Vorträge, interessante Gespräche und zahlreiche neue Eindrücke. Die Teilnahme an der Veranstaltung verdankten sie ihrer erfolgreichen Platzierung unter den Top 6 beim Wettbewerb "Jugend präsentiert", durch die sie ein Ticket für die Tagung erhielten.
Die GDNÄ bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen zusammen, um aktuelle Forschung verständlich zu vermitteln und gemeinsam über die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft nachzudenken. Das Junge Netzwerk der GDNÄ richtet sich gezielt an naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche. Die Teilnehmerinnen konnten Vorträge besuchen, Fragen stellen, sich mit Gleichaltrigen austauschen und in ihrem gewählten Fachbereich Fragen für Podiumsdiskussionen mit Fachleuten entwickeln.
Das Programm begann am Mittwoch, 16. September, mit einer Veranstaltung des Jungen Netzwerks. Die Jugendlichen teilten sich dabei auf die Fachbereiche Medizin, Informatik/Mathematik, Biologie, Chemie, Geographie/Physik und Ingenieurwissenschaften auf. Anschließend erarbeiteten die Gruppen Fragen für die späteren Podiumsdiskussionen. Am Abend gewährte der Kriminalbiologe Mark Benecke Einblicke in seine Arbeit und zeigte, wie naturwissenschaftliche Methoden zur Aufklärung von Kriminalfällen beitragen. Dabei wurde die Bedeutung von präziser Beobachtung und wissenschaftlichem Arbeiten deutlich.
Am Donnerstag, 17. September, wurde die GDNÄ-Tagung offiziell eröffnet. Zu den Höhepunkten gehörte der Science-Slam "Wissenschaft in fünf Minuten", bei dem junge Forschende ihre Themen kreativ und verständlich präsentierten. Am Abend sprach der ehemalige NASA-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen über die Suche nach Leben im Weltall und erläuterte, wie moderne Forschung dieser Frage nachgeht.

Jolina, Olivia, Henriette mit Prof. Dr. Benjamin List (Nobelpreisträger 2021 Chemie)
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Der Freitag stand im Zeichen von Informatik, Mathematik und Ingenieurwissenschaften. Vorträge zu Quantencomputern, künstlicher Intelligenz und der Sicherheit digitaler Daten stießen auf großes Interesse. Zudem wurden neue Technologien, innovative Materialien und nachhaltige Produktionsverfahren vorgestellt. In den anschließenden Podiumsdiskussionen brachten die Mitglieder der jGDNÄ ihre zuvor erarbeiteten Fragen ein und diskutierten mit Expertinnen und Experten über aktuelle Zukunftsthemen.
Am Samstag rückten Chemie, Biologie und Physik in den Mittelpunkt. Die Themen reichten von künstlicher Intelligenz in der Medikamentenentwicklung über die Entstehung des Lebens bis hin zu Klimawandel und Kernfusion als möglicher Energiequelle der Zukunft. Ein besonderes Highlight war der Nobelvortrag des Chemie-Nobelpreisträgers Benjamin List, der Einblicke in seine Forschung zur Organokatalyse gab. Am Abend bestand zudem die Möglichkeit, das Übersee-Museum Bremen zu besuchen.
Den Abschluss der Tagung bildete am Sonntag die Medizin. Dabei erfuhren die Teilnehmerinnen unter anderem, wie künstliche Intelligenz bei medizinischen Untersuchungen eingesetzt werden kann und welche Bedeutung wissenschaftliche Erkenntnisse für Diagnosen und Behandlungen haben. Auch an diesem Tag diskutierten die Mitglieder der jGDNÄ mit Expertinnen und Experten über die vorgestellten Themen, bevor die Veranstaltung offiziell endete.
Die fünf Tage in Bremen boten den Schülerinnen die Gelegenheit, Wissenschaft weit über den Schulunterricht hinaus kennenzulernen. Besonders beeindruckend waren die Vielfalt der behandelten Themen sowie die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Forschenden. Durch die aktive Mitarbeit im Jungen-Netzwerk konnten sie sich an Diskussionen beteiligen und Gleichgesinnte aus ganz Deutschland kennenlernen. Mit zahlreichen neuen Eindrücken und Denkanstößen kehrten sie an ihre Schule zurück. (pm/jk) +++