24.10.26 - Die interkommunale Zusammenarbeit im Hessischen Kegelspiel besteht seit rund zwanzig Jahren – nun soll sie weiter wachsen: Die Stadt Hünfeld sowie die Gemeinden Burghaun, Nüsttal und Rasdorf schlagen vor, die Marktgemeinde Eiterfeld als weitere Mitgliedskommune in die Arbeitsgemeinschaft und den Zweckverband einzubinden. Damit wollen die fünf Bürgermeister die erfolgreiche Kooperation strukturell stärken und gemeinsam weiterentwickeln.
Die jeweiligen Gemeindevertretungen und die Stadtverordnetenversammlung sollen daher zeitnah über einen Grundsatzbeschluss beraten, der den Start eines einjährigen Prüfungs- und Bewertungsprozesses vorsieht. Mit diesem Schritt wollen die Bürgermeister Benjamin Tschesnok (Hünfeld), Dieter Hornung (Burghaun), Marion Frohnapfel (Nüsttal), Jürgen Hahn (Rasdorf) und Dana Hauke (Eiterfeld) ein deutliches Zeichen für regionale Zusammenarbeit, zukunftsorientierte Verwaltung und die Stärkung kommunaler Selbstständigkeit setzen. Ziel ist es, innerhalb eines etwa einjährigen Prüfungszeitraums alle Chancen, Potenziale und Rahmenbedingungen einer Beteiligung Eiterfelds an der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) sowie dem Zweckverband Hessisches Kegelspiel zu analysieren. Auf Grundlage dieser Ergebnisse soll anschließend über eine dauerhafte Aufnahme entschieden werden.
Die interkommunale Zusammenarbeit im Hessischen Kegelspiel gilt seit Jahren als Vorbild für eine erfolgreiche kommunale Partnerschaft. Ihren Ursprung nahm sie im Jahr 2006 mit der Gründung der ARGE innerhalb der gemeinsamen Bewerbung für das Förderprogramm "Stadtumbau in Hessen". Aus der zunächst projektbezogenen Kooperation entwickelte sich eine dauerhafte und kontinuierlich wachsende Zusammenarbeit in zahlreichen kommunalen Aufgabenfeldern.
Ein weiterer Meilenstein folgte 2013 mit der Gründung des Zweckverbandes Hessisches Kegelspiel, der seinen Sitz im Kegelspielhaus in Hünfeld hat. Seitdem bündeln die vier beteiligten Kommunen insbesondere Aufgaben in den Bereichen Finanzwesen und IT. Die gemeinsame Organisation ermöglicht erhebliche Synergieeffekte, sorgt für effizientere Arbeitsabläufe und trägt dazu bei, die kommunalen Haushalte nachhaltig zu entlasten.
Marktgemeinde Eiterfeld könnte diese erfolgreiche Kooperation künftig bereichern
Gleichzeitig verfolgt die Zusammenarbeit ein zentrales Ziel: Die Bürgerinnen und Bürger sollen auch künftig ihre Verwaltungsangelegenheiten direkt vor Ort in ihren Rathäusern erledigen können. Während die Dienstleistungen für die Bevölkerung in den jeweiligen Kommunen erhalten bleiben, werden interne Verwaltungsprozesse dort gebündelt, wo dies wirtschaftlich sinnvoll und organisatorisch vorteilhaft ist. So entstehen moderne und leistungsfähige Verwaltungsstrukturen, ohne die Eigenständigkeit der einzelnen Kommunen einzuschränken.
Die Marktgemeinde Eiterfeld könnte diese erfolgreiche Kooperation künftig bereichern. Erste Ansatzpunkte ergeben sich insbesondere im Bereich der eingesetzten Verwaltungssoftware. Dort bestehen bereits Überlegungen, Systeme einzuführen, die in den Kegelspielkommunen seit Jahren erfolgreich genutzt werden. Eine gemeinsame Nutzung von Softwarelösungen und digitalen Verwaltungsstrukturen könnte zusätzliche wirtschaftliche Vorteile schaffen und den Aufwand für alle Beteiligten reduzieren.
Darüber hinaus eröffnet eine mögliche Aufnahme Eiterfelds Perspektiven in zahlreichen weiteren Bereichen der interkommunalen Zusammenarbeit. Ob bei der Digitalisierung von Verwaltungsabläufen, im Finanzwesen oder bei technischen Dienstleistungen: Größere Strukturen bieten oftmals die Möglichkeit, Know-how zu bündeln, Fachkompetenzen gezielt einzusetzen und Projekte gemeinsam schneller und wirtschaftlicher umzusetzen. Damit könnte die Interkommunale Zusammenarbeit im Hessischen Kegelspiel insgesamt weiter gestärkt und ausgebaut werden.
Um den Entscheidungsprozess transparent und sorgfältig zu gestalten, soll Anfang 2027 eine gemeinsame Lenkungsgruppe eingerichtet werden. In diesem Gremium werden Vertreterinnen und Vertreter aller beteiligten Kommunen sowie der Marktgemeinde Eiterfeld zusammenarbeiten. Bis zum Spätsommer 2027 soll eine abschließende Empfehlung vorliegen. (mis/pm) +++