
Im Main-Kinzig-Kreis wird bereits KI-Anwendung eingesetzt, um die Rettungskräfte zu unterstützung. - Fotos: Andreas Bejm
GELNHAUSEN
Technik für Lebensretter
KI im Rettungswagen: Main-Kinzig-Kreis setzt auf neue Technologie
26.10.26 - Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in den Rettungsdienst. Im Main-Kinzig-Kreis wird bereits seit dem 1. August eine spezielle KI-Anwendung eingesetzt, die Rettungskräfte bei der Auswertung von Elektrokardiogrammen (EKG) unterstützt. Wie die neue Technologie funktioniert und welche Vorteile sie für die Patientenversorgung bietet, stellten die Verantwortlichen am Montag bei einem Pressegespräch im Main-Kinzig-Forum vor.
Mehr als 86.000 Rettungsdiensteinsätze wurden im vergangenen Jahr im Main-Kinzig-Kreis und im Stadtgebiet Hanau verzeichnet. Angesichts der hohen Einsatzzahlen gewinnt die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, medizinische Abläufe zu beschleunigen, Fehlerquellen zu reduzieren und die Einsatzkräfte im Alltag zu entlasten.

Mehr als 86.000 Rettungsdiensteinsätze wurden im vergangenen Jahr im Main-Kinzig-Kreis ...
KI unterstützt bei der Auswertung von Herzaktivitäten
Im Mittelpunkt steht eine speziell entwickelte und als Medizinprodukt zugelassene KI-Anwendung zur EKG-Auswertung. Anders als allgemein bekannte KI-Programme wurde die Software gezielt für medizinische Zwecke entwickelt. Die Technologie unterstützt Rettungskräfte dabei, EKG-Aufzeichnungen auszuwerten und Auffälligkeiten der Herzaktivität zu beurteilen. Gerade bei zeitkritischen Notfällen kann eine schnelle Einschätzung entscheidend sein.
Eine Besonderheit: Die Anwendung wird flächendeckend im Rettungsdienst des Main-Kinzig-Kreises eingesetzt. Auch die vier Krankenhäuser sowie das Telenotarztsystem sind eingebunden. Dadurch können alle Beteiligten auf dieselben EKG-Aufzeichnungen und Informationen zugreifen.
Digitale Informationen statt handschriftlicher Notizen
Bereits seit Jahren setzt der Landkreis auf digitale Dokumentation. Medizinische Messwerte werden über Tablets erfasst und teilweise direkt von den Geräten übertragen. Die Informationen können anschließend an die aufnehmenden Krankenhäuser weitergeleitet werden. Die neue KI-Anwendung ergänzt diese bestehenden Systeme. Während die Technik bei der Auswertung medizinischer Daten unterstützt, bleibt die Verantwortung für die Behandlung weiterhin beim medizinischen Fachpersonal.
Nach Angaben der Verantwortlichen gehört der Main-Kinzig-Kreis bei der Digitalisierung des Rettungsdienstes bundesweit zu den Vorreitern. Ob die neue KI-Anwendung bereits in anderen deutschen Rettungsdienstbereichen flächendeckend eingesetzt wird, wurde im Vorfeld der Pressekonferenz ebenfalls geprüft.
Mehr Zeit für die Patientenversorgung

Nach Angaben der Verantwortlichen gehört der Main-Kinzig-Kreis bei der Digitalisierung ...

Ziel der Digitalisierung ist es, medizinische Abläufe zu beschleunigen, Fehlerquellen ...
Für die Verantwortlichen steht fest: Künstliche Intelligenz soll die Einsatzkräfte nicht ersetzen, sondern unterstützen. Durch schnellere Informationswege und digitale Auswertungen sollen medizinische Entscheidungen erleichtert und wertvolle Zeit eingespart werden. Die Verantwortlichen sehen darin einen weiteren Schritt hin zu einer modernen Notfallversorgung. Denn gerade im Rettungsdienst können schnelle Abläufe und zuverlässig verfügbare Informationen entscheidend sein. (Andreas Bejm) +++