27.10.26 - Wie kann nachhaltige Entwicklung vor Ort gelingen? Dieser Frage gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen länderübergreifenden Entwicklungszonentages im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön nach. Exkursionen durch die Bayerische und die Hessische Rhön zeigten, wie Kommunen, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger die Zukunft ihrer Heimat nachhaltig und aktiv gestalten.
Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ist Modellregion für nachhaltige Entwicklung. In Rhöner Ortschaften auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen ist das Ziel, Klimaschutz, Schutz der Biosdiversität, wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität miteinander zu verbinden. 77% der Fläche im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sind Entwicklungszone.

Bürgermeisterin Doris Goehtz stellte in Unsleben unter anderem den Dorfladen als ...

Auf dem Rad ging es auf eine etwa 33 Kilometer langen Tour durch die Bayerische Rhön. ...
Mit dem Fahrrad durch die Bayerische Rhön
In der Bayerischen Rhön stand eine Biosphären-Radrunde im Gebiet der NES-Allianz auf dem Programm. Diese wurde gemeinsam von Julia Rösch von der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und Hannah Braungart von der Umsetzungsbegleitung der NES-Allianz organisiert und begleitet.
Startpunkt war Bad Neustadt an der Saale. Dort wurden die Teilnehmenden von Dr. Doris Pokorny, Leiterin der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, die die Tour ebenfalls begleitete, Landrätin Sonja Rahm und der Dritten Bürgermeisterin der Stadt Bad Neustadt, Rita Rösch, begrüßt. Im Mittelpunkt standen Fragen der Innenstadtentwicklung und Städtebauförderung sowie die Herausforderung, Ortskerne lebendig und attraktiv zu halten.
Weiter ging es über Herrschfeld zum Röthengraben bei Heustreu. Gemeinsam mit Dr. Susanne Wüst vom Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld wurde die Arbeit des Projekts "Schwammregion Streu-Saale" vorgestellt. Ziel ist es, Wasser länger in der Landschaft zu halten und die Region besser auf Trockenperioden und Starkregenereignisse vorzubereiten. Diese zeigte sich beispielgebend an der erfolgten Renaturierung von Grabensystemen. In Unsleben besichtigte die Gruppe den Naturkindergarten Wurzelhof. Bürgermeisterin Doris Goehtz stellte Entstehungsgeschichte und Gelände des Kindergartens vor. Der Kindegarten erfreut sich steigender Nachfrage und weist noch Plätze auf. Außerdem wurde der Dorfladen als wichtiger Ort der Nahversorgung und Begegnung für die Gemeinde vorgestellt.

Organisiert und begleitet wurde die Tour unter anderem von Julia Rösch von der Bayerischen ...

Die Teilnehmenden wurden in Bad Neustadt von Dr. Doris Pokorny, Leiterin der Bayerischen ...

Eintauchen in die Dorfgeschichte und Regionalentwicklung von Rasdorf. Fotos: Martin Kremer
Ein weiterer Halt führte nach Wollbach. Dort informierte Philipp Vögele über den Sternenpark Rhön und die Auswirkungen von Lichtverschmutzung. Bürgermeisterin Tanja Butz-Schmidt berichtete über die erstmalige Teilnahme der Gemeinde an der Aktion "Licht aus – Sterne an" im Rahmen der jährlichen Sternenparkwochen. In Lebenhan erhielten die Teilnehmenden Einblicke in das laufende Waldneuordnungsverfahren. Frank Ströhling vom Amt für Ländliche Entwicklung erläuterte, wie einerseits kleinteilige Waldflächen neu geordnet und für die forstwirtschaftliche Nutzung durch Forstwegebau besser erschlossen werden.
Seitens der Teilnehmenden wurde auf die immer größer werdende Bedeutung des Wasserrückhalts und der Flächen für Biodiversität hingewiesen, die in modernen Flurneuordnungsverfahren besondere Berücksichtigung finden sollen. Abschließend stellte Svenja Abes die Arbeit und Erfolge der Öko-Modellregion Rhön-Grabfeld vor, die die ökologische Landwirtschaft weiter ausbauen und die regionale Vermarktung von Bio-Lebensmitteln stärken soll
Rasdorf zeigt gelungene Regionalentwicklung
In der Hessischen Rhön stand die Gemeinde Rasdorf im Mittelpunkt des Entwicklungszonentages. Martin Kremer von der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön führte die Teilnehmenden durch den über 1.200 Jahre alten Ort und vermittelte Einblicke in dessen Geschichte sowie aktuelle Projekte der Regionalentwicklung. Neben historischen Sehenswürdigkeiten wurden die Renaturierung des Goldbachs, der Aufbau eines Nahwärmenetzes sowie verschiedene private Initiativen und das Digitale Museum Rasdorf vorgestellt. Deutlich wurde dabei auch die Bedeutung von Förderprogrammen wie LEADER und dem Regionalbudget für die Entwicklung ländlicher Räume.
Der länderübergreifende Entwicklungszonentag machte damit deutlich, wie vielfältig nachhaltige Entwicklung in der Rhön gelebt wird. Von lebendigen Ortskernen über Umweltbildung und Schutz der Nacht bis hin zu klimaangepasster Landnutzung und innovativen Regionalentwicklungsprojekten gestalten zahlreiche Akteurinnen und Akteure die Zukunft der Region aktiv mit.

In der Hessischen Rhön stand die Gemeinde Rasdorf im Mittelpunkt des Entwicklungszonentages. ...
Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön per App erkunden
Mit der offiziellen App "Biosphärenreservat Rhön" lässt sich das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat bequem und digital entdecken. Eine 3D-Karte bietet Touren- und Ausflugstipps, ein Routing-Tool zeichnet Wander- und Radwege auf. Die App liefert wertvolle Infos zur Rhöner Natur, Verhaltenstipps sowie ein "Virtuelles Panorama" für einen Rundumblick – auch im Offline-Modus verfügbar. Die kostenlose und werbefreie App ist für iPhones und Android-Geräte in den App-Stores erhältlich. (pm/jk) +++