30.10.26 - In vielen Städten sind sie bereits unterwegs und bieten eine Alternative zum Taxi: Das US-amerikanische Dienstleistungsunternehmen Uber ist seit Donnerstag auch in Fulda verfügbar. Die Nachfrage scheint bereits zum Start hoch zu sein. OSTHESSEN|NEWS-Blaulichtreporter Rene Kunze hat das Angebot selbst getestet.
Von der Bedienung der App über die Bestellung eines Fahrers bis hin zur Ankunft am Ziel: Rene Kunze schildert seine ersten Eindrücke vom neuen Mobilitätsangebot in Fulda. Sein Fazit: Die Nutzung ist unkompliziert, die Fahrten angenehm und die Preise transparent. Für ihn stellt Uber eine interessante Alternative zum bekannten Taxi dar.

Der Preis wird direkt in der App angezeigt.
Erster Selbsttest in Fulda
Am Donnerstagmorgen erhält der O|N-Blaulichtreporter einen Auftrag: Kunze soll Fotos von einer Baustelle im Fuldaer Stadtteil Lüdermünd machen. Da weder das Blaulichtfahrzeug noch andere O|N-Dienstwagen verfügbar sind, entscheidet er sich spontan, das neue Angebot in der Domstadt auszuprobieren. Für seinen Selbsttest bestellt er über die Uber-App eine Fahrt von der O|N-Geschäftsstelle in Fulda-Neuenberg nach Lüdermünd und wieder zurück. Besonders positiv fällt ihm dabei die einfache Bedienung auf.
"Ich war überrascht, wie unkompliziert das funktioniert. Man gibt das Ziel ein und sieht sofort den Preis", berichtet Kunze. Die App informiert zudem fortlaufend über den Standort des Fahrers und die voraussichtliche Ankunftszeit. "Man bekommt Benachrichtigungen, wann das Fahrzeug ankommt, und sieht Informationen zum Fahrer und zum Fahrzeug", erklärt er. Die rund zehn Kilometer lange Fahrt verläuft nach seinen Angaben angenehm. "Der Fahrer war sehr gesprächig", sagt Kunze. Uber habe er bislang vor allem aus größeren Städten gekannt. "Deshalb war ich neugierig, wie das Angebot in Fulda funktioniert."

Rene Kunze beim Selbsttest.
Transparente Preise als Vorteil
Ein wesentlicher Unterschied zum Taxi liegt für Kunze in der Preisgestaltung. "Bei Uber steht der Preis von Anfang an fest", erklärt er. Beim Taxi könne sich der Fahrpreis beispielsweise durch Wartezeiten erhöhen. Zudem lässt sich die Route über die App um Zwischenstopps erweitern. Der Fahrer wartet in diesem Fall entsprechend. Sein persönliches Fazit fällt eindeutig aus: "Uber ist günstiger als das Taxi."
Gelungener Start für Uber
Mit sechs Fahrzeugen ist Uber am Donnerstag in Fulda gestartet. Bereits wenige Stunden nach der Freischaltung sei die Nachfrage hoch gewesen. "In den ersten drei Stunden hatte ich bereits sieben Aufträge", berichtet ein Fahrer. Der Fuldaer Betreiber betont, dass Uber nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zum bestehenden Taxiangebot verstanden werden solle. Dass Teile des Taxigewerbes dem neuen Wettbewerber kritisch gegenüberstehen, sei ihm bewusst. "Wir sind ein legaler Anbieter und haben wie jeder andere das Recht, hier tätig zu sein", sagt der Betreiber.

Mit sechs Fahrzeugen ist Uber in Fulda an den Start gegangen.
Neben klassischen Fahrten sollen künftig weitere Angebote möglich sein. Dazu zählen Fahrten mit Haustieren, Fernfahrten sowie spezielle Fahrangebote für Frauen. "Wir bekommen mit, dass sich manche Frauen lieber eine Fahrerin wünschen", erklärt der Betreiber. Derzeit gebe es im Fuldaer Team noch keine weibliche Fahrerin, dies solle sich in Zukunft jedoch ändern. Zum Start wirbt Uber mit dem Rabattcode "HELLOFULDA", über den Neukunden vergünstigte Fahrten buchen können. Die Nachfrage sei bereits am ersten Tag hoch. Deshalb rechnet der Betreiber insbesondere an Wochenenden zeitweise mit längeren Wartezeiten. Die voraussichtliche Wartezeit wird jedoch transparent in der App angezeigt.
Eine umfassende Bilanz wolle man noch nicht ziehen. Der erste Eindruck falle jedoch positiv aus. "Wir sind gespannt, wie die nächsten Wochen und Monate laufen." Ob sich Uber langfristig in der Domstadt etablieren kann, wird letztlich von der Akzeptanz der Fuldaer abhängen. (jk) +++ 