
Frau Diana Stolz, Hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Herr Sebastian Emmert, Vorstandsmitglied der VR RegionalBank eG, Herr Ralf-Rainer Klatt, Vizepräsident Sportentwicklung LSB Hessen e.V., Sportschützin und ehemalige Paralympics-Teilnehmerin Manuela Schmermund mit den glücklichen Vereinsmitgliedern des Jeder ist anders – Inklusionssport Fulda e.V.
- Foto: Hessisches Ministerium
30.10.26 - Gemeinsam Sport treiben, Verantwortung übernehmen und Vereinsleben gestalten: Für dieses gelebte Miteinander ist der Verein "Jeder ist anders – Inklusionssport Fulda "beim hessischen Landesentscheid in Silber mit dem dritten Platz ausgezeichnet worden.
Der Wettbewerb "Sterne des Sports" würdigt die ehrenamtliche Arbeit und das Engagement von Sportvereinen in Hessen. Die Ehrung fand am Dienstag, 27. Oktober, im Schloss Biebrich in Wiesbaden statt und ist für den Verein eine besondere Anerkennung im Jahr seines 20-jährigen Bestehens.
Sportministerin Diana Stolz würdigte das Engagement gemeinsam mit den Volksbanken Raiffeisenbanken und dem Landessportbund Hessen. Von Bankenseite überreichte Sebastian Emmert dem Verein den Silbernen Stern. Bereits zuvor hatte "Jeder ist anders" auf regionaler Ebene einen "Stern des Sports" in Bronze erhalten und sich damit für den Landesentscheid qualifiziert.
Auch die Bewerbung hinterließ Eindruck. Nach Rückmeldung aus der Jury sei der Antrag "beim Lesen direkt rausgestochen, weil er mehrere Wow-Effekte hatte. Unter anderem weil das Zusammenspiel des Vereins so toll funktioniert und stark vorgelebt wird", sagte André Peter von der VR RegionalBank eG.

Fotos (2): antonius
Was dahintersteht, beschreibt Madita Bahr aus dem Leitungsteam: "Sport wird hier zu einem Ort, an dem Unterschiede nicht trennen, sondern Gemeinschaft entstehen lassen." Menschen mit und ohne Behinderung begegnen sich auf Augenhöhe. Im Mittelpunkt steht die Freude an Bewegung und das gemeinsame Erlebnis.
Dafür bietet der Verein in der Region Fulda ein vielfältiges Programm: Fußball, Bogenschießen, Boccia, Badminton, Tischtennis, Dart, Voltigieren und Reha-Sport gehören dazu. Die Angebote sind so gestaltet, dass Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten teilnehmen und ihre Stärken einbringen können. Teilhabe reicht dabei über die Sportstunde hinaus. Menschen mit Behinderung gestalten das Vereinsleben aktiv mit und übernehmen Verantwortung. Sichtbar wird das auch im inklusiven Vorstandsteam. Der Anspruch lautet, Mitbestimmung dort zu ermöglichen, wo Entscheidungen getroffen und die Zukunft des Vereins gestaltet werden.
Über derzeit sieben Kooperationspartner, darunter die Hochschule Fulda, entstehen zusätzliche Sportkurse und gemeinsame Angebote. Hinzu kommen Veranstaltungen wie die Boccia Night, Disco auf Rollen und der Fulda-Cup. Das inklusive Fußballturnier mit Schulen aus Fulda brachte im Rahmen des Hessentages 20 Teams zusammen.
Solche Begegnungen wirken nach Überzeugung des Vereins weit über das Spielfeld hinaus. Sie ermöglichen Freundschaften, stärken Selbstvertrauen und helfen, Berührungsängste abzubauen. "Berührungsängste werden abgebaut, weil gemeinsames Tun stärker wirkt als jede theoretische Erklärung", so Isabell Vogler aus dem Leitungsteam.
Seine Erfahrungen möchte der Verein auch an andere weitergeben. Der Einstieg in inklusiven Sport müsse nicht mit einem völlig neuen Angebot beginnen. Schon die Öffnung bestehender Trainingsgruppen, die Sensibilisierung von Übungsleitenden und verlässliche Ansprechpersonen könnten erste Schritte sein.
Die Haltung dahinter beschreibt Daniel Plappert aus dem Leitungsteam: "Inklusion bedeutet hier nicht Abgrenzung, sondern Öffnung." Seit 20 Jahren arbeitet "Jeder ist anders" daran, diese Idee im Sport und im Vereinsleben selbstverständlich werden zu lassen. Der Silberne Stern würdigt diesen Einsatz und gibt Rückenwind für die weitere Arbeit. (ms/pm) +++