Michael Winter will Bürgermeister werden - Fotos: Rene Kunze

DIPPERZ Die Kandidaten im Interview

"Die 18 Jahre schaffe ich mindestens": Michael Winter will Bürgermeister werden

03.11.26 - Nach 17 Jahren im Amt und drei Amtszeiten tritt Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos) in Dipperz (Kreis Fulda) nicht mehr an. Er geht am 30. April 2027 in den Ruhestand. Für die Wahl am 15. November stehen zwei Kandidaten zur Wahl: Daniela Bergmann (parteilos) und Michael Winter (parteilos). OSTHESSEN|NEWS stellt die Bürgermeisterkandidaten vor. Heute: Michael Winter.

Der 44-Jährige hat zwei Kinder und lebt mit seiner Partnerin und ihren beiden Kindern in Künzell-Dirlos. Winter arbeitet seit 25 Jahren in der Kommunalverwaltung, aktuell bei der Gemeinde Petersberg als stellvertretender Fachbereichsleiter und kaufmännischer Betriebsleiter der Gemeindewerke. Zuvor war er unter anderem als Kämmerer in Flieden tätig. Für die unabhängige Bürgerliste CWE sitzt er in der Gemeindevertretung und im Ortsbeirat in Dirlos. In seiner Freizeit ist Winter gerne in der Rhön unterwegs und geht wandern.

Im Gespräch mit O|N-Reporter Moritz Pappert

Im Wahlkampf setzt der Bürgermeisterkandidat auf transparente Entscheidungen, digitale Verwaltungsabläufe und eine stärkere Unterstützung der Vereine. Der Gedanke, in Dipperz als Bürgermeister anzutreten, sei bereits vor rund sechs Jahren aufgekommen. "Ich wollte aber erst Erfahrungen sammeln. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, in Dipperz anzutreten."

"Jede Entscheidung transparent nach außen tragen"

Besonders wichtig ist dem 44-Jährigen dabei die Transparenz. "Ich möchte das, was wir in der Verwaltung machen, mit den Mitarbeitern, mit der Politik und auch mit den Bürgern kommunizieren. Jede Entscheidung, die wir haben, sollte transparent nach außen getragen werden." Dazu will er unter anderem digitale Medien nutzen.

Auch die Digitalisierung in der Verwaltung will er weiterentwickeln. In Flieden führte Winter während der Corona-Pandemie die Möglichkeit ein, Rechnungen digital freizugeben. In Petersberg treibt er nach eigenen Angaben die Vernetzung verschiedener Fachverfahren mit dem Finanzwesen voran, um Abläufe zu vereinfachen und manuelle Arbeit zu reduzieren. "Und zuletzt habe ich den digitalen Gewerbesteuerbescheid eingeführt", sagt Winter. Damit könnten Bescheide nach Eingang des entsprechenden Messbetrags vom Finanzamt deutlich schneller erstellt und zugestellt werden.

Am Herzen liegt dem 44-Jährigen auch die Vereinsförderung. "Ich weiß, wie wichtig Vereinsarbeit ist. Deshalb möchte ich schauen, wo Stellschrauben sind und wo man etwas verbessern kann. Da sehe ich schon Potenzial." Dabei gehe es nicht allein um finanzielle Hilfen. Auch praktische Fragen sollen stärker in den Blick genommen werden.

Sein Ziel: "Die 18 Jahre schaffe ich mindestens"

Das Rathaus in Dipperz

Erste Amtshandlung: ein Bürgerbus

Als eine mögliche erste Amtshandlung nennt Winter die Anschaffung eines Bürgerbusses. In Dipperz gebe es bereits einen ehrenamtlichen Verein, der Fahrten mit privaten Pkw organisiere. Dieses Engagement möchte er unterstützen und sich dafür einsetzen, einen Bus für die Gemeinde zu beschaffen. Der Bus soll insbesondere älteren Menschen helfen, mobil zu bleiben. Etwa für Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche oder Treffen mit Freunden.

Ein guter Bürgermeister müsse für Winter vor allem ansprechbar sein, den Menschen zuhören und auch die Anliegen der Beschäftigten in der Verwaltung ernst nehmen. "Klar gibt es nicht immer sofort eine Lösung für alles, aber ich nehme die Themen mit. Die Leute wünschen sich Transparenz und eine Erklärung. Denn nur so können sie überhaupt nachvollziehen, warum wir eine Entscheidung getroffen haben. Und das verspreche ich Ihnen", erklärt er.

Damit Dipperz auch für jüngere Menschen attraktiv bleibt, möchte Winter den Wohnungsmarkt stärker in den Blick nehmen. Gerade junge Erwachsene benötigten nach Ausbildung oder Studium häufig zunächst kleinere und bezahlbare Wohnungen. Er wolle deshalb Gespräche mit Investoren führen, um entsprechenden Wohnraum zu schaffen. Auch die Entwicklung von Bauplätzen spielt für ihn dabei eine Rolle.

Abschließend macht der Bürgermeisterkandidat deutlich, dass er langfristig plant. "Mein Ziel ist: Die 18 Jahre schaffe ich mindestens. Was danach kommt, weiß ich nicht. Ich möchte, dass die Leute sagen: Jawohl, das war damals in 2026 die richtige Entscheidung, den Michael Winter als Bürgermeister für Dipperz zu wählen. Der hat die richtige Entscheidung für uns getroffen und wir fühlen uns wohl, hier zu leben." (Moritz Pappert) +++


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