30.10.26 - Nach knapp drei Jahren als Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, wechselt Martin Rößler zum 1. November 2026 an die Spitze des Regierungspräsidiums Gießen. Der 57-jährige Jurist folgt auf Dr. Christoph Ullrich, der in den Ruhestand verabschiedet wurde. Isabelle Hemsley folgt zum 1. November als neue Staatssekretärin im Innenministerium. Im Rahmen einer Dienstversammlung verabschiedete Innenminister Dr. Roman Poseck (CDU) Martin Rößler und hieß seine Nachfolgerin Isabelle Hemsley willkommen.
Innenminister Roman Poseck sagte anlässlich der Verabschiedung: "Die Zusammenarbeit mit Martin Rößler war von großem Vertrauen geprägt und hat mir persönlich viel Freude bereitet. Er war für mich ein loyaler und zuverlässiger Staatssekretär, dessen Rat ich außerordentlich geschätzt habe. Martin Rößler hat Entscheidungen sorgfältig vorbereitet, Probleme offen angesprochen und auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt. Dabei hatte er stets im Blick, welche Auswirkungen unser Handeln auf die Menschen vor Ort hat".
In den vergangenen 33 Monaten hat Martin Rößler ein enormes Arbeitspensum bewältigt. Neben seinen vielfältigen Aufgaben im Ministerium war er häufig im ganzen Land unterwegs. Er wollte selbst erfahren, was die Feuerwehren, Kommunen und Behörden beschäftigt. Nicht selten ist er auch kurzfristig für mich eingesprungen, wenn ich einen Termin nicht wahrnehmen konnte. Diese Flexibilität und sein persönlicher Einsatz waren für mich eine große Unterstützung.

Innenminister Dr. Roman Poseck (CDU). Archivfotos: O|N
Allein im Feuerwehrbereich nahm Rößler mehr als 100 Veranstaltungen wahr, darunter Förderbescheidübergaben, Fahrzeugindienststellungen und Einweihungen. Weitere Schwerpunkte waren der Brand- und Katastrophenschutz, die interkommunale Zusammenarbeit, das Sicherheitsprogramm KOMPASS und die Freiherr-vom-Stein-Auszeichnungen. Im Gespräch mit den Kommunen setzte er sich für gemeinsame Lösungen, weniger Bürokratie und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Land ein.
Ein besonderes Anliegen war ihm die Cybersicherheit und Krisenvorsorge. Im Sicherheits- und Resilienzrat arbeitete er daran mit, die Zusammenarbeit der Ministerien zu stärken und Hessen besser auf Krisen vorzubereiten. Die erste durchgeführte Resilienzwoche spricht für sich. Das Thema hat auch dank Martin Rößler hohe Priorität in der Landesregierung. "Er unterstützte außerdem gemeinsame Beratungsformate, Kooperationen mit der Cybersicherheitsforschung und die Vorbereitung der kommende Woche stattfindenden bundesweiten Krisenmanagementübung LÜKEX. Bei der Vorbereitung des hessischen Vorsitzes der Innenministerkonferenz setzte er sich erfolgreich dafür ein, dem Thema Cybersicherheit mehr Gewicht zu geben", sagte Poseck.
Im Glücksspielrecht setzte sich Martin Rößler als Vertreter Hessens im Verwaltungsrat der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder für einen wirksamen Spielerschutz ein. Auch begleitete er den Themenbereich der deutschen Heimatvertriebenen; ebenso die Aufnahme und Eingliederung von Spätaussiedlern, unter anderem bei den Projekten in Lich und Hasselroth. Ein besonderer Erfolg seiner Verhandlungsarbeit war die Tarifeinigung mit dem Marburger Bund im September 2026.
"Seine Bilanz macht deutlich, was Martin Rößler in den vergangenen Jahren geleistet hat. Dabei zeichnet ihn besonders seine Fähigkeit aus, Menschen zusammenzubringen. Er hört zu, nimmt unterschiedliche Sichtweisen ernst und sucht auch bei schwierigen Fragen nach tragfähigen Lösungen. Bei allem fachlichen Anspruch ist er immer freundlich und zugewandt geblieben. Ich weiß, dass ihn dafür viele Kolleginnen und Kollegen im Innenministerium ebenso schätzen wie ich", so Poseck weiter.

Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, ...
Sein Abschied fällt dem Innenminister deshalb auch persönlich nicht leicht. Zugleich freue er sich, dass Rößler dem Land Hessen in einer neuen verantwortungsvollen Position erhalten bleibt. Mittelhessen ist seine Heimat und das Regierungspräsidium kennt er aus vielen Jahren als Vizepräsident. "Für mich wächst hier also auch zusammen, was zusammengehört. Ich danke Martin Rößler von Herzen für seinen großen Einsatz und die vielen guten Gespräche. Für seine neue Aufgabe wünsche ich ihm viel Erfolg und alles Gute. Ich freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit".
Gleichzeitig freue sich Poseck, Isabelle Hemsley als neue Staatssekretärin im Innenministerium zu begrüßen. "Ich kenne sie aus gemeinsamen Terminen, insbesondere im Rahmen der Innenstadtoffensive, und habe sie immer als engagierte und pragmatische Stadträtin erlebt. Sie weiß, wo vor Ort der Schuh drückt, und kennt die Sicherheitspolitik aus der täglichen Praxis. Isabelle Hemsley hat sich bereits früh für mehr Schutz von Einsatzkräften eingesetzt und war maßgebliche Impulsgeberin für die Einführung von Bodycams bei der Stadtpolizei. Mit ihrer praktischen Erfahrung und ihrem Gespür für die Anliegen der Menschen und der Polizei vor Ort ist sie eine große Bereicherung für das Innenministerium".
Ich bin sicher, dass sich Isabelle Hemsley schnell in die vielfältigen Aufgaben des Ministeriums einarbeiten und ihr Wissen gewinnbringend einbringen wird. Ich freue mich auf die gute Zusammenarbeit und wünsche ihr für die neue Aufgabe viel Erfolg."
Zu Martin Rößler
Martin Rößler wurde am 27. November 1968 in Gießen geboren und wuchs im Landkreis Gießen auf. Er studierte Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität und legte 1994 das erste sowie 1997 das zweite juristische Staatsexamen ab. Nach Tätigkeiten an der Universität und bei der Linde AG wechselte er 2003 in den Thüringer Justizdienst. Dort war er unter anderem als Richter und als Pressesprecher des Justiz- und Innenministers tätig.
2008 kam Rößler ins Hessische Innenministerium. Er leitete zunächst das Referat für die Gemeinsame Geschäftsstelle der obersten Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder und später das Referat für Versammlungsrecht, Vereinsrecht und Verfassungsschutz. Es folgten Stationen in der Hessischen Staatskanzlei und im Landespolizeipräsidium, wo er das Personalreferat leitete.
Von 2017 bis 2024 war Rößler Regierungsvizepräsident in Gießen. Ab November 2022 übernahm er zusätzlich die Aufgabe des Landeskoordinators für Flüchtlingsunterbringung. Am 18. Januar 2024 wurde er zum Innenstaatssekretär berufen. Mit seiner Ernennung zum Regierungspräsidenten kehrt er nun an eine vertraute Wirkungsstätte zurück, deren Aufgaben und Herausforderungen er aus langjähriger Erfahrung kennt.

Isabelle Hemsley folgt zum 1. November als neue Staatssekretärin im Innenministerium. ...
Zur Isabelle Hemsley
Isabelle Hemsley tritt zum 1. November 2026 ihr neues Amt als Staatssekretärin im Hessischen Innenministerium an. Die 36-Jährige hatte am 1. Oktober 2026 das Amt der Bürgermeisterin ihrer Heimatstadt Hanau übernommen. Bereits seit Juni 2023 war sie dort hauptamtliche Stadträtin und trug damit Verantwortung in der Stadtverwaltung.
Zu ihren Zuständigkeiten gehörten insbesondere die öffentliche Ordnung, der Bürgerservice, der Brand- und Bevölkerungsschutz sowie die Digitalisierung und Organisationsentwicklung. Darüber hinaus übernahm sie Verantwortung für kommunale Infrastruktur und städtische Gesellschaften und war in mehreren Aufsichtsgremien tätig. Vor ihrem Wechsel in die Kommunalverwaltung war Hemsley mehrere Jahre beim Automobilzulieferer Continental tätig. Dort beschäftigte sie sich zunächst mit Transformation und Qualifizierung, ehe sie von Januar 2022 bis Juni 2023 den Bereich Learning and Training am Continental Institute of Technology and Transformation leitete. Sie trug Personal- und Budgetverantwortung, begleitete Veränderungs- und Restrukturierungsprozesse und entwickelte Qualifizierungsangebote für Beschäftigte im Wandel der Automobilindustrie.
Hemsley studierte Rechtswissenschaften an der Universität Würzburg sowie Betriebswirtschaft und Recht an der Technischen Hochschule Aschaffenburg, wo sie den Bachelor of Laws erwarb. Von 2011 bis 2023 gehörte sie der Hanauer Stadtverordnetenversammlung an; zwischen 2016 und 2023 führte sie die CDU-Fraktion. (pm/jk) +++