Mit der parlamentarischen Initiative "Gute Mobilität für Bad Hersfeld" bringen die Fraktionen von SPD und CDU ein gemeinsames Maßnahmenpaket in die Stadtverordnetenversammlung ein. - Fotos: Stadtverordnetenfunktion SPD und CDU

BAD HERSFELD "Gute Mobilität für Bad Hersfeld"

SPD und CDU starten Initiative: Straßen, Bahnhof und mehr anpacken

02.11.26 - Mit der parlamentarischen Initiative "Gute Mobilität für Bad Hersfeld" bringen die Fraktionen von SPD und CDU ein gemeinsames Maßnahmenpaket in die Stadtverordnetenversammlung ein. Ziel ist es, den Sanierungsstau auf den Straßen abzubauen und gleichzeitig zentrale Bereiche der Verkehrsinfrastruktur voranzubringen – vom Schienenverkehr über das Bahnhofsumfeld bis hin zur digitalen Verkehrssteuerung und einer modernen Straßenbeleuchtung.

Straßensanierung: Deckenerneuerungen statt endloser Wartezeiten

Den dringenden Handlungsbedarf zeigten die Fraktionen jüngst bei einer Begehung an der Landecker Straße auf, wo tiefe Schlaglöcher mit dem Zollstock gemessen wurden – stellvertretend für viele Straßen in Kernstadt und Stadtteilen. "Die Menschen in Bad Hersfeld haben ein Recht auf sichere, funktionierende Straßen. Was wir derzeit vielerorts sehen, ist nicht mehr hinnehmbar. Wir wollen weg von Flickwerk und jahrelangen Warteschleifen für grundhafte Sanierungen hin zu schnellen Deckenerneuerungen", erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan Saal. Finanziert werden soll dieses Sofortprogramm aus dem kommunalen Investitionsprogramm (HIFG), aus dem Bad Hersfeld 10,7 Millionen Euro erhält. SPD-Fraktionschef Karsten Vollmar betont: "Straßen sind keine Nebensache, sondern zentrale Infrastruktur für Pendler, Unternehmen, Rettungsdienste und den ÖPNV. Wer über Daseinsvorsorge spricht, muss über Straßen sprechen. Wir sorgen dafür, dass ein beträchtlicher Anteil der Fördermittel genau dort ankommt."

Schienenverkehr und "Zukunftsbahnhof" als Visitenkarte

Für die Schienenverbindung zwischen Bad Hersfeld und Fulda (28 Minuten Fahrzeit) fordern SPD und CDU per Antrag die Einführung eines 30-Minuten-Takts der Cantus-Bahn. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, soll der Magistrat einen Schulterschluss mit den Kommunen Haunetal, Burghaun, Hünfeld und Fulda herbeiführen.

Parallel dazu nehmen die Fraktionen den Bahnhof ins Visier. Neben einer Anfrage zu den Reinigungsintervallen von Bahn und Stadt – insbesondere in den Sommermonaten – haken SPD und CDU bei der langfristigen Strategie nach: DB-InfraGO-Chef Dr. Philipp Nagl hat gegenüber dem Aktivbündnis für Waldhessen bestätigt, dass Bad Hersfeld als "Zukunftsbahnhof" eingestuft ist, und einen Austausch zwischen privatem Gebäudeeigentümer, Bahn, Land Hessen und Aufgabenträgern über Landesfördermittel angeregt. "Dieses Gesprächsangebot der Bahn-Spitze liegt der Bürgermeisterin seit Ende Juli vor. Wir wollen wissen, was der Magistrat in den vergangenen drei Monaten unternommen hat, um diesen Runden Tisch einzuberufen. Die Planung zur ICE-Neubaustrecke darf nicht an der Bahnsteigkante enden", so Vollmar und Saal.

Intelligente Ampeln (HEF-ZUG) und Neustart bei der Straßenbeleuchtung

Auch beim bereits beschlossenen Förderprojekt "HEF-ZUG", das mit 1,76 Millionen Euro Bundesmitteln die digitale Ampelsteuerung, Vorrangschaltungen für Rettungsfahrten und Lärmschutzdaten verknüpfen soll, verlangen die Fraktionen Tempo. "Da die Förderrichtlinie Ende 2026 ausläuft, darf die Umsetzung nicht durch bürokratische Hürden oder fehlende Bestandsdaten innerhalb der Verwaltung ausgebremst werden", mahnt Karsten Vollmar.

Abschließend fordern SPD und CDU ein tragfähiges Konzept für die seit 2022 geplante LED-Umrüstung von rund 2.000 Straßenleuchten. Im Frühjahr hatten die Fraktionen die Vergabe an ein externes Unternehmen vertagt, da massive Bedenken gegen eine millionenschwere städtische Ausfallbürgschaft bestanden. "Angesichts der deutlichen Hinweise auf wirtschaftliche Schieflagen im Umfeld des Bieters hat unsere Vorsicht Schaden von der Stadtkasse abgewendet. Jetzt muss der jahrelange Stillstand beendet und eine sichere Umsetzung gemeinsam mit unseren heimischen Stadtwerken geprüft werden", stellen Saal und Vollmar abschließend klar. (mis/pm) +++


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