01.11.26 - Genau 50 Tage ist es her, als die Handballer des Regionalligisten TV Hersfeld zum letzten Mal Punkte holten. Zum Saisonauftakt gewann der Aufsteiger gegen Hüttenberg, gestern kam mit der TSG Offenbach-Bürgel der Tabellenzweite in die Lullusstadt. Und der fügte den Gastgebern die fünfte Niederlage in Folge zu, Hersfeld musste sich mit 29:34 (16:21) geschlagen geben.
Doch der TVH, der nun gegen die vier besten Teams laut Tabelle gespielt hat, zeigte wieder, dass das Team in der Lage ist, mit den besten Gegnern mitzuhalten, die kämpferische Leistung stimmte vor allem in der zweiten Halbzeit. Nach der erneuten Niederlage steht Hersfeld weiterhin auf dem 11. Tabellenplatz.
Lasse Reinhardt: "Kann sich niemand einen Vorwurf machen"
"Letzte Woche haben wir ein gutes Spiel bei Groß-Umstadt gemacht und lange mitgehalten. Heute sind wir leider zu früh eingebrochen und haben dann aber auch wieder mitgehalten.", sagte Hersfelds Lasse Reinhardt nach dem Spiel. Mit acht Treffern erzielte er die meisten Tore bei den Gastgebern. Und er fügte hinzu: "Ich glaube, es kann sich heute niemand einen Vorwurf machen, dass er nicht alles reingeschmissen hat. Der Gegner war einfach besser."
In der Tat schien es zu Beginn, als könnten die Hersfelder mal wieder eines der Top-Teams ärgern. Das Spiel war in den ersten zehn Minuten stets ausgeglichen, ehe sich der TVH vier Gegentore in zwei Minuten fing. Bis zum Ende des ersten Durchgangs verwaltete Offenbach diesen Vorsprung souverän, baute ihn sogar noch auf fünf Treffer aus. "Wir machen in der ersten Halbzeit einfach zu viele technische Fehler", resümierte Reinhardt.
Neun Tore Rückstand – TVH gibt aber nicht auf
Und in der zweiten Halbzeit setzte sich Offenbach noch weiter ab. Direkt nach Wiederbeginn der Partie erzielten die Gäste vier Treffer am Stück – 16:25 aus TVH-Sicht nach 34 Minuten, das Spiel schien durch. Doch genau jetzt zeigte sich, was Lasse Reinhardt nach dem Spiel ansprach. Der Aufsteiger gab sich nicht auf, kämpfte die restlichen Minuten und verkürzte zwischenzeitlich auf vier Tore Rückstand.
Auch Trainer Michael Stock lobte die Einstellung seiner Spieler: "Die Jungs haben bis zum Schluss gekämpft. Offenbach hatte einfach viel Zug nach vorne und wahnsinnig gute Schützen. Trotzdem hat niemand die Köpfe hängenlassen." Auch in den vergangenen Spielen war die mentale Stärke seiner Mannschaft positiv aufgefallen. Stock: "Wir haben jetzt gegen alles gespielt, was oben steht und gegen starke Gegner und oft gut präsentiert."
Am Ende siegte Offenbach verdient, mit 34:29 war das Endergebnis aber nicht so deutlich, wie die Zuschauer zwischenzeitlich befürchten mussten. "Wir haben allen Fans gezeigt, dass es sich lohnt, in die Halle zu kommen", betonte Lasse Reinhardt. Auch der Fakt, dass das fünfte Spiel am Stück verloren ging, verunsichert die Hersfelder nicht. Er erklärte: "Es war klar, dass es in dieser Saison als Aufsteiger schwer wird. Wir haben jetzt gegen die Top-Mannschaften gespielt, nun kommen für uns die Wochen, wo wir punkten müssen."
TV-Trainer Stock optimistisch: "Dann klappt das auch mit den Punkten"
Nach diesem Mammutprogramm gegen die besten Teams der Liga warten nun auf den TVH die direkten Tabellennachbarn. Kommende Woche reisen die Hersfelder nach Obernburg. Die TuSpo hat ebenfalls zwei Punkte, hat allerdings als einziges Team noch kein Spiel gewonnen. Beide Zähler stammen aus Unentschieden.
Danach kommt mit dem TSV Vellmar der Tabellenletzte in die Geistalhalle. Von Druck, zwingend punkten zu müssen, will Michael Stock aber nicht sprechen: "Klar ist, dass auch diese Aufgaben nicht einfach werden. Aber wir selbst machen uns keinen Druck. Natürlich müssen wir anfangen, Punkte zu holen, aber wir wollen uns weiter von Spiel zu Spiel entwickeln." Dieser Aussage stimmte auch Lasse Reinhardt zu: "Wir müssen da einfach unseren Stiefel spielen, dann holen wir automatisch unsere Punkte. Dafür sind wir spielerisch gut genug."
Und laut Trainer Michael Stock hat seine Mannschaft das Zeug, in den nächsten Partien wieder zu gewinnen: "Einige Mannschaftsteile kamen zuletzt weniger zum Zug, die müssen wir jetzt mitnehmen, auch im Training, um noch breiter aufgestellt zu sein. Aber diesbezüglich wird es immer besser. Wenn wir alle Spieler mitnehmen, dann klappt das auch mit den Punkten." Im Idealfall schon kommenden Sonntag bei Obernburg.
TV Hersfeld: Sauerbier, Rehberg (3), Bachus, Hasselbach (3), Ley (3), Voß, Hüter (4), Kürten, Wiegel (2), Fynn Reinhardt (6), Lasse Reinhardt (8), Kümmel, Thole, Mudrak
TSG Offenbach-Bürgel: Kaiser, Lubar (2), Ahouansou (1), Pjanic, Lehmann, Khan, Köbe (3), Kreuzkam (2/1), Büdel (3), Lenort (9/3), Gaydoul (4), Hofmann (2), Schlereth (7), Moock (1), Hoppenstaedt
Zuschauer: 600
Schiedsrichter: Füllgrabe, Neukamp
Zeitstrafen: 14/6 Minuten
(Kevin Hildebrand) +++