02.11.26 - Was passiert, wenn sich 100 Menschen ein Wochenende lang in einer Halle einschließen und gemeinsam digitale Lösungen für die Bildung von morgen entwickeln? Beim achten Fuldaer Hackathon an der Hochschule Fulda konnte man das am 24. und 25. Oktober erleben. Zehn Teams aus ganz Deutschland waren angetreten, innerhalb von 25 Stunden kreative Ideen umzusetzen, die das Lernen und Lehren mit und trotz KI leichter machen. Die besten Ideen wurden mit Preisgeldern belohnt.
Wie sieht die Bildung der Zukunft aus? Was brauchen Menschen, um gut und nachhaltig lernen zu können? Und wie lässt sich Künstliche Intelligenz dabei clever nutzen? "Future Education" lautete das Motto des diesjährigen Fuldaer Hackathons. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs für Technikbegeisterte standen intelligente Lernassistenten, KI-Anwendungen, so genannte "Serious Games", also Spiele, die Wissen vermitteln und Fähigkeiten trainieren sowie interaktive Simulationen. Ziel war es, nicht nur Ideen zu sammeln, sondern möglichst konkrete Prototypen zu entwickeln und der Jury deren Funktionsweise überzeugend vorzustellen.
Der Fahrplan für die Teilnehmenden war zwischen Brainstorming, Programmier-Sessions und Präsentationen eng getaktet. Entsprechend wuselig ging es in Halle 8 beim Hackathon zu. Sogar nachts wurde gearbeitet, gegessen wenig, dafür umso mehr Energydrinks konsumiert.
Die bestplatzierten Teams
Den ersten Platz sicherte sich das Team "Learning in Progress". Es entwickelte eine Plattform, die Lerninhalte mithilfe künstlicher Intelligenz auf die individuellen Bedürfnisse einzelner Menschen zuschneidet. Dabei kann sie beispielsweise unterschiedliche Lernformen, Sprachkenntnisse und Aufmerksamkeitsspannen berücksichtigen. Platz zwei ging an das Team "Claudes Plan", das ein kollaboratives Lernspiel für Schülerinnen und Schüler programmierte. Das im Adventure-Stil designte Spiel verwandelt mit Hilfe von KI jeden beliebigen Lernstoff zu einem Rätsel, das sich nur zu zweit lösen lässt. Auf dem dritten Platz landete Team "Zisch IT". Ihr Projekt: Ein digitaler Lernassistent für Grundschulkinder, der von Lehrpersonen mit Inhalten "gefüttert" und mit Unterstützung der Eltern individuell auf einzelne Kinder, Lerntypen und Wissensstände zugeschnitten werden kann.
"Die Ergebnisse, die die Gewinner-Teams in so kurzer Zeit abgeliefert haben, waren in Sachen technischer Umsetzung und Genialität nahezu alle auf Augenhöhe", fasst Stefan Will vom Landkreis Fulda aus dem Organisationsteam des Hackathons die Entscheidung zusammen. "Den Ausschlag für die einzelnen Platzierungen geben letztlich der Pitch, sinnvoller Technologieeinsatz und die Passung von Produkt zu Konzept."
Spaß am gemeinsamen Entwickeln im Vordergrund
Neben Studierenden und ehemaligen Studierenden aus verschiedenen technischen und kreativen Disziplinen, darunter Programmierung, Entwicklung und Design, nahmen auch regionale Schul- und Unternehmensteams am Hackathon teil. Sie alle absolvierten in kurzer Zeit ein beeindruckendes Pensum. "Für die Teilnehmenden steht der Spaß am gemeinsamen Denken und Entwickeln im Vordergrund. Alle gehen mit einem enormen Wissens- und Erfahrungszuwachs wieder nach Hause", sagt Stefan Will. Weil beim Hackathon gesammelte Innovationskraft zusammenkommt, sind jedes Jahr auch Unternehmen aus der Tech-Branche eingeladen, mit talentierten jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. "Der diesjährige Hackathon hat einmal mehr bewiesen, dass wir ein Innovationsstandort sind", lobte Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt. "Die Veranstaltung wird von einer Vielzahl von Betrieben getragen, und auch in diesem Jahr waren alle Teilnehmerplätze ausgebucht. Das zeigt, dass dieses Format funktioniert."
Organisiert wird der Hackathon vom TechHub Region Fulda e. V. mit Unterstützung der Region Fulda, der Hochschule Fulda, der Edag und dem Landkreis Fulda. Die neunte Ausgabe ist für 2027 geplant. (js/pm)+++