Zwischen Spuk und Sinfonik: Konzertabend begeistert Publikum. - Fotos: Concert Band Fulda

FULDA Von "Wicked" bis "Ghostbusters"

Geister, Hexen, Emotionen: Concert Band begeistert mit Halloween-Konzert

04.11.26 - Über 400 Konzertgäste erlebten am Samstagabend im Festsaal der Orangerie ein außergewöhnliches Jahreskonzert der Concert Band Fulda. Unter der Leitung von Stefano Corino entführte das sinfonische Blasorchester das Publikum in eine Welt voller Geister, Hexen und fantastischer Geschichten. Das Halloween-Motto zog sich dabei wie ein roter Faden durch das abwechslungsreiche Programm, das von Filmmusik über Musicals bis hin zu sinfonischem Heavy Metal reichte.

Bereits beim Betreten des Konzertsaals wurden die Gäste auf den Abend eingestimmt. Kürbisse, Spinnweben und eine Beleuchtung in Blau- und Orangetönen verwandelten die Orangerie in eine atmosphärische Halloween-Kulisse.

Den musikalischen Auftakt bildete "Ghost Run" von Grant Michel. Mit seiner energiegeladenen und humorvollen Geisterjagd sorgte das Werk für einen schwungvollen Einstieg. Durch das Programm führten Jonas Klug und David Sander, die mit Hintergrundinformationen und humorvollen Überleitungen die einzelnen Programmpunkte miteinander verbanden.

Hexen, Heilige und Mittelerde

Mit "The Witch And The Saint" von Steven Reinecke wechselte die Concert Band zu ernsteren Tönen. Die von einem Roman Ulrike Schweikerts inspirierte Tondichtung erzählt die Geschichte der Zwillingsschwestern Sibylla und Helena, deren Lebenswege unterschiedlicher kaum sein könnten. Ausdrucksstarke Solobeiträge von Meiko Schöps (Euphonium), Philipp Frodl (Horn) und Ruben Alva Pramme (Oboe) verliehen dem Werk zusätzliche Tiefe.

Anschließend entführte das Orchester das Publikum nach Mittelerde. Auszüge aus Johan de Meijs erster Sinfonie "Der Herr der Ringe" zeichneten musikalische Bilder von Gandalf, den Hobbits und weiteren Figuren aus Tolkiens Romanwelt. Johanna Rompf (Fagott), Apollonia Limmer (Bassklarinette), Linda Friedrich (Baritonsaxophon), Lea Ressel (Klarinette) und Jonas Klug (Trompete) setzten dabei solistische Akzente.

Gespenstischer Jahrmarkt und Horrorfilm-Klassiker

Einen besonderen Klangmoment bot "The Haunted Carousel" von Erika Svanoe. Fedora Wehner gestaltete den Theremin-Solopart mithilfe eines Tablets und schuf damit eine Atmosphäre zwischen nostalgischem Jahrmarkt und klassischem Horrorfilm.

Mit "Time Warp" aus der "Rocky Horror Picture Show" wurde es anschließend deutlich ausgelassener. Die Flötistinnen Pauline Schreiber, Alina Genzler, Lilly Sander, Anna-Maria Beck und Carolin Heil sowie Fagottistin Johanna Rompf verliehen dem bekannten Musicalklassiker eine ganz eigene Klangfarbe.

Vor der Pause sorgte das Horrorfilm-Medley "At the Movies: Haunted Nights" für einen effektvollen Abschluss der ersten Konzerthälfte. Musik aus Filmen wie "Es", "Saw", "Scream" und "Halloween" ließ zahlreiche bekannte Schreckensgestalten musikalisch auferstehen.

Vampirische Klänge nach der Pause

Mit Auszügen aus dem Musical "Tanz der Vampire" eröffnete die Concert Band den zweiten Konzertteil. Für einen besonderen Hingucker sorgte Dirigent Stefano Corino, der passend zum Stück als Graf von Krolock verkleidet ans Pult zurückkehrte.

Alina Lung setzte am Alt-Saxophon ausdrucksstarke Akzente und trug wesentlich zur Wirkung des Werks bei. Rockige Elemente, große Melodien und dramatische Klangbilder machten den Auftakt nach der Pause zu einem Höhepunkt des Abends.

Berührende Hommage und Musical-Glanz

Einen emotionalen Kontrast setzte anschließend "Whispers from Beyond" von Rossano Galante. Die Komposition, die als Erinnerung an eine verstorbene Freundin entstand, überzeugte durch warme Klangfarben und eine hoffnungsvolle Atmosphäre.

Einen der größten Höhepunkte des Konzerts bildete das Medley aus "Wicked – Die Hexen von Oz". Lukas Ludwig am Alt-Saxophon und Pauline Schreiber an der Flöte setzten dabei solistische Akzente. Im Mittelpunkt stand jedoch Sängerin Marjana Lind, die mit ihrer Interpretation von "Defying Gravity" das Publikum begeisterte. Mit großer stimmlicher Präsenz und emotionaler Ausdruckskraft verlieh sie dem Song besondere Intensität.

Erinnerungen, Metal und ein kraftvolles Finale

Mit "Remember Me" aus dem Film "Coco" schlug das Orchester anschließend leisere Töne an. Die Solistin Lilly Sander ließ die bekannte Melodie an der Flöte einfühlsam erklingen und schuf einen stillen Moment der Erinnerung.

Den Abschluss des regulären Programms bildete "Ghost Love Score" der finnischen Band Nightwish. Gemeinsam mit Sängerin Marjana Lind und Dirigent Stefano Corino an der E-Gitarre vereinte die Concert Band noch einmal die unterschiedlichsten Facetten des Konzertabends. Sinfonische Klangfülle, Metal-Energie und emotionale Momente sorgten für ein eindrucksvolles Finale.

Publikum fordert zwei Zugaben

Mit langanhaltendem Applaus, Standing Ovations und lautstarken Zugabe-Rufen verabschiedete sich das Publikum noch nicht von den Musikerinnen und Musikern. Zunächst erfüllte die Concert Band den Wunsch nach "Ghostbusters" und griff das Halloween-Motto noch einmal humorvoll auf.

Doch auch danach war die Begeisterung ungebrochen. Als zweite Zugabe folgte "Tribute to Roxette", bei dem Marjana Lind erneut ihr stimmliches Können unter Beweis stellte. Gemeinsam mit dem Orchester setzte sie einen energiegeladenen Schlusspunkt unter einen Konzertabend, der das Publikum mit einer Mischung aus Spuk, Musicalzauber und großen Emotionen begeisterte. (js/pm)+++


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