Schockanrufe bei Senioren: eine perfide Masche - Symbolfoto: Pixabay

FULDA Wieder ein Schockanruf!

Ehepaar zahlt nach erfundenem Unfall seiner Tochter

04.11.26 - Mit der erfundenen Geschichte eines schweren Verkehrsunfalls haben Betrüger am Dienstag (3. November) ein Ehepaar in der Fuldaer Innenstadt um einen fünfstelligen Bargeldbetrag gebracht. Die Täter behaupteten am Telefon, die Tochter habe den Unfall verursacht. Nur eine Kaution könne eine Haftstrafe abwenden.

Nach Angaben der Polizei hielten die Betrüger das Ehepaar stundenlang am Telefon und übten Druck aus. Sie fragten auch, welche Wertgegenstände sich im Haus befänden. Ein Kurier werde kommen und die Gegenstände als Kaution entgegennehmen, kündigten die Täter an. Schließlich übergab das Ehepaar einem unbekannten Mann einen fünfstelligen Bargeldbetrag. Wie viel Geld tatsächlich übergeben wurde, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Abholer hatte ein Tattoo auf der Hand

Der Mann wird als etwa 22 bis 30 Jahre alt, ungefähr 1,70 Meter groß und schlank beschrieben. Nach der vorliegenden Beschreibung hatte er ein osteuropäisches Erscheinungsbild. Er trug dunkle Kleidung und eine dunkle Mütze. Auf einer Hand hatte er ein Tattoo.

Die Polizei sucht Zeugen, die im Bereich des Gemüsemarktes in Fulda Beobachtungen zu dem beschriebenen Mann gemacht haben. Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Osthessen unter Telefon 0661/105-0 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Polizei rät: Bei Geldforderungen auflegen

Die Polizei warnt davor, dass Betrüger gezielt Ängste ausnutzen. Mit anhaltenden Telefonaten verhindern sie den Kontakt zu Angehörigen oder anderen vertrauten Menschen, die die Geschichte hinterfragen könnten.

Wer am Telefon zu einer Geldzahlung aufgefordert wird, sollte auflegen. Angehörige sollten anschließend unter ihrer bekannten Telefonnummer kontaktiert werden, die Polizei ist unter 110 erreichbar. Geld oder Wertsachen sollten niemals an Unbekannte übergeben werden.

Die Polizei ermutigt Betroffene außerdem, offen über das Geschehene zu sprechen und einen Betrugsverdacht zu melden. Jeder könne Opfer werden. Scham und gesellschaftlicher Rückzug könnten dagegen den Tätern in die Hände spielen. (pm/ksk) +++


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