Wichtiger Meilenstein für Hospizbau: Richtfest für "Haus Lichtermeer" gefeiert - Fotos: goa

ALSFELD Alles im Plan - weiterer Meilenstein erreicht

Ein Leuchtturm(projekt) feiert Richtfest: Das Haus Lichtermeer reift heran

05.11.26 - Dass Bauherren und künftige Gebäudebetreiber bei einem Richtfest angesichts des erreichten Meilensteines strahlen, ist normal – einen unproblematischen und unfallfreien Baufortschritt vorausgesetzt. Am Alsfelder Lieden war dies am Dienstagmittag beim Ehepaar Tanja und Ralf Bohn besonders ausgeprägt: Tanja Bohn als Vorsitzende der Stiftung Lichtermeer, Ralf Bohn als Vertreter des Investors Carus Holding konnten und wollten nicht verhehlen, dass gerade dieses Bauwerk eine außergewöhnliche emotionale Komponente enthält: das im Bau befindliche Hospiz "Haus Lichtermeer – Unser AWO-Hospiz im Vogelsberg" erhielt von Richtmeister Henning Fisbeck in luftiger Höhe den traditionellen Segensspruch.

Natürlich freuten sich auch der Alsfelder Architekt Karsten Schmidt und Ulrich Bauch als Geschäftsführer der AWO Hessen Süd als künftigem Betreiber des Hospizes im Beisein zahlreicher beteiligter Unternehmen und Unterstützer über alle Maßen – immerhin ist es nicht selbstverständlich, dass Bauten heutzutage bis zum Richtfest voll im Plan liegen.

Ulrich Bauch, Tanja und Ralf Bohn, Karsten Schmidt und Richtmeister Henning Fisbeck ...

Tanja und Ralf Bohn

Ein Teil des Neubaus, der rückwärtig an das Bestandsgebäude angebaut wurde ...

"Von der Idee einer Stiftung bis zum heutigen Meilenstein des Leuchtturmprojektes war es ein langer Weg", blickt Tanja Bohn im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS zurück. Sie habe sogar anfangs hin und wieder gedacht, es werde nichts mehr mit dem Hospiz, weil es auch beim Grundstücksankauf und der Suche nach einem Betreiber einige Steine aus dem Weg zu räumen galt. Um so mehr sei es nun ein Tag der Freude. Schon mit der Stiftungsgründung sei es gelungen, die Themen Sterben, Tod und Trauer aus der Tabuzone zu holen und die Palliativ- und Hospizversorgung im Vogelsberg zu stärken.

Die Vorderfront des Bestandsgebäudes "Am Lieden"

"Dabei sollte vor allem auch mit dem Bau eines stationären Hospizes der weiße Fleck in unserer Region getilgt werden. Der Kreis hatte bereits eine Projektgruppe, an die wir uns anschließen konnten – dann ging es gemeinsam vorwärts." Fünf Jahre nach der Gründung nun im Rohbau zu stehen, sei ein bewegender Moment. "Es fühlt sich schon auch noch fast ein bisschen unwirklich an. Dass es bisher in der Form gelungen ist, verdanken wir auch dem tollen Netzwerk mit ganz vielen Menschen, die sich dafür einsetzen." Nicht außer Acht solle bei aller Freude bleiben, dass auch die ambulante Versorgung nach wie vor mit fortgesetzter Unterstützung mit im Blick sei.

Für den Oktober 2027 erwarte sie mit der Bezugsfertigkeit den Zieleinlauf des Hauses Lichtermeer, wobei sie sich im Klaren zeigte: "Jetzt wird es baulich erst so richtig spannend, weil nun viele Gewerke gleichzeitig zugange sein werden. Die Bauleitung in den Händen von Karsten Schmidt wird das aber ganz sicher gut bewältigen!"

Für eine nochmalige Aufhellung der Mine von Tanja Bohn und der weiteren Stiftungsratsvorsitzenden Barbara Becker sorgte dann Hans-Jürgen Herbst als Vertreter der AWO Vogelsbergkreis mit einer Spendenübergabe. Herbst konnte den stolzen Betrag von 500 Euro übergeben, der anlässlich des Familienfestes der AWO Schlitz in Zusammenarbeit mit dem VdK und dem DRK Schlitzerland zusammengekommen war.

Anwesend waren auch Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, der Erste Kreisbeigeordnete Patrick Krug sowie Landrat a.D. Manfred Görig, die Vogelsberger Hospizvereine, Vertreter des Palliativ- und Hospiznetzes Vogelsberg, Vertreter der Schulen für Erwachsene im Pflegebereich, der Ärzteschaft und der Kirchen sowie einige direkte Nachbarn. Etliche nutzten die Gelegenheit zur Inaugenscheinnahme der Baustelle, in der sich die Struktur der neuen Räume bereits zeigte und die durch aushängende Planskizzen ergänzt wurde: acht Gästezimmer mit eigenem Bad, zwei Gemeinschaftsräume, ein Besprechungsraum, ein Teamraum und ein Verwaltungsraum entstehen nun.

Der Richtspruch von Zimmermeister Henning Fisbeck hallte sicher noch bei vielen nach und endete sehr treffend: "So trink" ich auf das Hospiz und sein Gelingen – Gott mög" de Menschen hier viel Segen bringen! Nun werf" ich das Glas nach altem Brauch – denn Scherben bringen Glück, das weiß" man auch!" (goa)+++


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