06.11.26 - Unter "Tempor Expo" werden sich viele Menschen vermutlich nur wenig vorstellen. Und doch haben die meisten von uns die mobile Infrastruktur schon oft und meist gerne genutzt. Etwa bei Festen, Konzerten, beim Hessentag oder Ausstellungen. Doch neben den freudigen Veranstaltungen werden Zelte, Container, mobile Schlafplätze im Katastrophenschutz immer häufiger gebraucht.

Die Initiatoren der Tempor Expo, Manfred und Sandra Hommel-Liebich.
Die Fachmesse "Tempor Expo" brachte am Mittwoch und Donnerstag nationale wie internationale Fachbesucher auf dem Fuldaer Messegelände Galerie zusammen. Zwei Tage haben sie die Messe genutzt, um sich über Neuheiten auszutauschen und zu netzwerken. Der Fokus lag auf B2B und Fachpublikum: Es handelt sich bewusst um keine publikumsoffene Massenveranstaltung, sondern um eine gezielte Fachmesse für Entscheider, bei der konkrete Geschäftsabschlüsse, B2B-Netzwerke und Anbahnungen im Vordergrund stehen. Eine Fortsetzung für das kommende Jahr ist bereits fest terminiert.
"Die Aussteller sind zufrieden. Sie haben sehr gute Geschäfte angebahnt und auch Geschäfte abgeschlossen, sehr gute Kontakte geknüpft und was hier wirklich unglaublich funktioniert, ist das Thema B2B", sagt Messechef Manfred Hommel nach Gesprächen mit den Ausstellern. Rund 107 Unternehmen aus neun Ländern nutzten die Chance, auf der Tempor Expo auszustellen. Nach der Premiere im vergangenen Jahr bedeutet dies eine Steigerung um 18 Prozent.

OSTHESSEN|NEWS-Chefreporter Hans-Hubertus Braune im Gespräch mit Stefan Zagler ...
Neben der geografischen Toplage in der Mitte von Deutschland und Europa bietet das Messegelände ideale Voraussetzungen: "Sie können ihre Produkte, die teilweise sehr, sehr groß sind, aufbauen und präsentieren. Das geht in keiner Messehalle. Und deswegen ist Fulda mit dem Gelände, wie wir es hier haben, ganz ideal für diese temporäre Infrastrukturmesse", sagte Hommel im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS-Chefreporter Hans-Hubertus Braune.
Das Spektrum reichte von Zelten, Hallen, Überdachungen, Fußboden- und Heizsystemen über mobile Energie- und Sanitärlösungen, Möbel, Bühnenbau, Logistik, Planen-Konfektion und -Waschanlagen bis hin zu digitalen Anwendungen und zahlreichen weiteren Lösungen.
Unter den Ausstellern war auch das Familienunternehmen Opera aus Kutzenhausen bei Augsburg. Zusammen mit seinem Bruder Johannes führt Stefan Zagler das Unternehmen. Opera fertigt und vermietet markante, muschelförmige Sonderzelte für Events, Konzerte/Bühnen, Messen, Festivals und Firmenveranstaltungen. Die Eventbranche ist seit der Corona-Pandemie schnelllebiger und kurzfristiger geworden, erklärt Stefan Zagler. Durch einen großen Lagerbestand kann Opera flexibel reagieren. Viele Unternehmen suchen vermehrt nach Besonderheiten jenseits des Standards, um sich abzuheben.
"Uns hat von Anfang an das Konzept überzeugt"
Über die Tempor Expo sagt er: "Uns hat von Anfang an das Konzept überzeugt. Ein Bild sagt nicht immer alles aus. Man muss das auch mal live erleben, mal drunterlaufen, mal reinschauen. Das ist dann einfach noch mal was anderes", sagt der Geschäftsführer zu den Vorzügen des Fuldaer Messeareals mit dem riesigen Außengelände. Zagler blickt positiv in die Zukunft. Reine Online-Formate ersetzen Präsenzveranstaltungen nicht: Trotz digitaler Hilfsmittel und KI bleiben der persönliche, zwischenmenschliche Kontakt und das haptische Erleben das Rückgrat der Branche und der Industrie.

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Neben dem Eventbereich beleuchtet die Tempor Expo aber auch die Notwendigkeiten im Katastrophenschutz. "Auf der anderen Seite kann man das Equipment genauso eins zu eins für den Bevölkerungsschutz und für den Katastrophenschutz verwenden. Und diesen Brückenschlag versuchen wir hier zu zeigen: Was kann man zum Thema Freude – in dem Fall Veranstaltungen und tolle Festivitäten – machen, und wie kann man diese Struktur, wenn man sie braucht, im Katastrophenfall - und leider sind wir in einer Situation, wo Bevölkerungsschutz einen ganz anderen Stellenwert bekommen hat, wo wir diese temporäre Infrastruktur schnell, unkompliziert und flexibel brauchen, einsetzen", sagt Hommel.
Einsatzlagen von oben ausleuchten
Dirk Schmitz bietet mit seinem Unternehmen Lumos Drohnen aus Kleinmachnow bei Berlin fliegende Beleuchtungseinheiten. Diese summen wir Drohnen, doch genauer betrachtet, sind es keine klassischen Flugobjekte. "Es sind fliegende Lampen", sagt Schmitz. Bis zu einer Höhe von 50 Metern können sie aufsteigen, sind mit einem Kabel mit dem Stromerzeuger verbunden. Sie werden bereits etwa von Feuerwehren, Polizei oder Bauunternehmen eingesetzt. Die Vorteile sind laut Schmitz beispielsweise die flexible Handhabung mit deutlich weniger Personal. Zudem leuchten die fliegenden Lampen die Einsatzstellen von oben und nicht wie oftmals von der Seite mit entsprechender Schattenbildung aus.
Die Muschelzelte und die fliegenden Lampen sind lediglich zwei Beispiele der Tempor Expo. Nach der erfolgreichen zweiten Auflage plant Fuldas Messechef Manfred Hommel bereits die dritte Fachmesse im kommenden Jahr am dritten und vierten November auf dem Messegelände Galerie in Fulda. (hhb) +++