KCA-Vorständin Corinna Geßinger im Gespräch mit KCA-Vorstandsvorsitzender Beate Langhammer (von links) - Foto: privat

REGION MKK Positive Entwicklung

Arbeitslosigkeit im Main-Kinzig-Kreis: Wichtige Marke von 6.000 unterschritten

06.11.26 - Die positive Entwicklung hält an: Im Zuständigkeitsbereich des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) liegt die Zahl der arbeitslosen Menschen im Rechtskreis SGB II auch im Oktober unter der Marke von 6.000. Nach den offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit waren zuletzt 5.913 Menschen arbeitslos gemeldet.

Bereits im September war die Schwelle erstmals seit Juli 2025 wieder unterschritten worden. Seit Jahresbeginn ist die Zahl um 600 Personen beziehungsweise 9,2 Prozent gesunken. Gegenüber Oktober 2025 ergibt sich bei vergleichbarem Gebietsstand ein Rückgang um 518 Personen beziehungsweise 8,1 Prozent.

"Unter 6.000 Arbeitslose – darüber freuen wir uns wirklich. Gerade weil der Arbeitsmarkt derzeit alles andere als einfach ist", sagt Beate Langhammer, Vorstandsvorsitzende des KCA. "Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten jeden Tag daran, Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen. Das gelingt nicht immer auf Anhieb. Oft braucht es viele Gespräche, gezielte Qualifizierungen und einen langen Atem. Umso erfreulicher ist es, dass sich die positive Entwicklung auch im Oktober bestätigt. Das ist eine schöne Anerkennung für die Arbeit unserer Teams."

Auch Landrat Thorsten Stolz, derzeitiger Vorsitzender des KCA-Verwaltungsrats, begrüßt die Entwicklung: "Ein Rückgang von rund neun Prozent seit Jahresbeginn ist erfreulich, gerade vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage. Für uns als Landkreis ist entscheidend, dass Menschen möglichst dauerhaft wieder in Arbeit kommen und Betriebe die Arbeitskräfte finden, die sie brauchen. Dafür ist die enge Zusammenarbeit zwischen dem KCA und der regionalen Wirtschaft unverzichtbar. Die aktuellen Zahlen machen Mut, sind aber kein Grund zur Entwarnung."

Dass die 6.000er-Marke nun im zweiten Monat in Folge unterschritten wird, ist auch angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bemerkenswert. Die Konjunkturumfragen der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern zeigen, dass die Unternehmen ihre Geschäftslage und Beschäftigungsperspektiven 2025 noch weniger pessimistisch einschätzten als im bisherigen Jahresverlauf 2026. Die Agentur für Arbeit Hanau spricht in ihrer Oktoberbilanz von einem Arbeitsmarkt, der sich insgesamt seitwärts bewegt. Während die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk leicht zunahm, ging sie im Rechtskreis SGB II nochmals geringfügig zurück.

Seit dem 1. Januar 2026 ist das KCA nach der Auskreisung der Stadt Hanau für die Grundsicherung im verbleibenden Main-Kinzig-Kreis zuständig. Die unterschiedlichen Arbeitsmarktbedingungen zeigen sich auch in den statistischen Kennzahlen: Im September lag die anteilige SGB-II-Arbeitslosenquote im Main-Kinzig-Kreis ohne Hanau bei 3,2 Prozent, in der Stadt Hanau bei 7,7 Prozent. Auch im Oktober ging die Zahl der SGB-II-Arbeitslosen in beiden Gebieten leicht zurück.

Corinna Geßinger, Vorständin des KCA, ordnet die Entwicklung aus der operativen Erfahrung ein: "Wir kennen die besonderen Herausforderungen in Hanau aus vielen Jahren eigener Arbeit und haben sie immer offen angesprochen. Eine neue organisatorische Zuständigkeit verändert nicht automatisch die Lebenssituationen der Menschen oder die Bedingungen auf dem örtlichen Arbeitsmarkt. Solche Herausforderungen lassen sich nicht von heute auf morgen lösen. Das wissen wir aus unserer täglichen Arbeit."

Auch für das übrige Kreisgebiet ist die positive Entwicklung kein Anlass zur Entwarnung. Betriebsschließungen, Insolvenzen und angekündigter Stellenabbau belasten die regionale Wirtschaft. Welche Folgen sich daraus für die Grundsicherung ergeben, könnte sich teilweise erst in den kommenden Monaten zeigen. Gleichzeitig bleibt die Langzeitarbeitslosigkeit eine große Herausforderung: Bereits im September war mehr als die Hälfte der beim KCA arbeitslos gemeldeten Menschen seit über einem Jahr ohne Beschäftigung.

"Gerade bei Menschen, die schon länger arbeitslos sind, braucht es häufig mehr als eine klassische Stellenvermittlung", betont Geßinger. "Wir müssen gemeinsam mit den Betrieben Möglichkeiten schaffen, auch diesen Menschen den Weg zurück in Arbeit zu eröffnen. Darauf kommt es für uns in den nächsten Monaten besonders an."

Für das KCA ist die nun auch im Oktober bestätigte Unterschreitung der 6.000er-Marke eine erfreuliche Zwischenbilanz – und zugleich Ansporn, die Integrations- und Vermittlungsarbeit gemeinsam mit den regionalen Arbeitgebern weiter voranzubringen. (pm/hhb) +++


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