Wie gut ist die fachärztliche Versorgung in Fulda tatsächlich? Die Stadt Fulda lässt mit einer wissenschaftlichen Studie die Versorgungssituation untersuchen. - Fotos: Hochschule Fulda/Projektgruppe

FULDA Versorgung auf dem Prüfstand

Fachärzte: Studie untersucht die tatsächliche Versorgungslage

08.11.26 - Nach der offiziellen Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV Hessen) gilt die Region Fulda in der allgemeinen fachärztlichen Versorgung rechnerisch als überversorgt. Dennoch haben Bürgerinnen und Bürger oftmals Schwierigkeiten, einen Termin in einer Facharztpraxis zu bekommen und es gibt zunehmend Praxen, die keine neuen Patientinnen und Patienten aufnehmen. Das zeigt, dass die rechnerische Versorgungslage die tatsächliche Situation vor Ort nicht immer vollständig abbildet.

Um die tatsächliche Situation zu erfassen und um zu erkennen, wo sich mögliche Engpässe abzeichnen, hat die Stadt Fulda eine wissenschaftliche Versorgungsanalyse (FAVOR) beauftragt, die von der Hochschule im durchgeführt wird. Im Mittelpunkt stehen die Einschätzungen und Erfahrungen niedergelassener Fachärztinnen und Fachärzte. Auch Patientinnen und Patienten sind eingeladen, sich an der Untersuchung zu beteiligen.

Mithilfe der Analyse möchte die Stadt Fulda die Entwicklung der medizinischen Versorgung in der Region aktiv begleiten und mögliche Handlungsbedarfe frühzeitig erkennen. "Auch wenn die Zuständigkeit für die ambulante ärztliche Versorgung bei der Kassenärztlichen Vereinigung liegt, wollen wir als Stadt selbst aktiv werden. Entscheidend sollte nicht allein die rechnerische Versorgungslage sein, sondern auch, wie gut die Menschen tatsächlich Zugang zu fachärztlicher Behandlung erhalten," so Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. "Wir freuen uns insbesondere über Rückmeldungen von niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten, denn sie kennen die Herausforderungen der ambulanten Versorgung aus erster Hand", ergänzt Bürgermeister Dag Wehner.

Fachärzte bis 30.11. zur Teilnahme aufgerufen

Die wissenschaftliche Untersuchung wird am Fachbereich Gesundheitswissenschaften der Hochschule Fulda unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Greß durchgeführt. Studierende befragen noch bis zum 30. November 2026 niedergelas-sene Fachärztinnen und Fachärzte in Stadt und Landkreis Fulda in den Bereichen Augenheilkunde, Chirurgie und Orthopädie, Dermatologie, Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie, Gynäkologie, Urologie sowie die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Erfasst werden unter anderem die aktuelle Versorgungssituation, die Organisation des Praxisalltags und die Terminvergabe, aber auch Herausforderungen wie Personalengpässe und bürokratische Anforderungen sowie mögliche Verbesserungsansätze. Eine möglichst breite Teilnahme ist entscheidend, um aussagekräftige Erkenntnisse über die fachärztliche Versorgung in der Region zu gewinnen.

Ergänzende Interviews mit Fachärzten

Zusätzlich zur Online-Befragung führt das Projektteam vertiefende Interviews mit niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten aus Stadt und Landkreis Fulda durch. Die Gespräche dauern etwa 45 bis 60 Minuten und können persönlich oder per Videokonferenz stattfinden. Die Teilnahme ist freiwillig und wird mit einer kleinen Aufwandsentschädigung honoriert. Sämtliche Angaben werden für die Auswertung pseudonymisiert, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind.

Auch Patienten können sich beteiligen

Auch zahlreiche Patientinnen und Patienten aus Stadt und Landkreis Fulda haben bereits ihre Erfahrungen eingebracht und können dies auch weiterhin tun. Dabei wird vor allem erfragt, wie sie den Zugang zur fachärztlichen Versorgung erleben – etwa bei der Terminvereinbarung oder der Suche nach einer geeigneten Praxis.

Interessierte Fachärztinnen und Fachärzte können sich bis zum 30. Novem-ber 2026 bei Projektleiter Prof. Dr. Stefan Greß unter Telefon unter 0661-9640-6380 oder per Mail an [email protected] melden. (lu/pm) +++


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