Der Winterdienst im Einsatz auf der Autobahn - Fotos: Die Autobahn

REGION Knapp 6.000 Tonnen Salz

Osthessens Autobahnmeistereien sind für den Winter gerüstet

07.11.26 - Die Salzlager sind gefüllt, die Spezialfahrzeuge stehen bereit: Mit dem Start der Winterdienstsaison bereiten sich auch die Autobahnmeistereien in Fulda, Hönebach und Alsfeld auf Schnee und Glätte vor. Bis zu 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort im Schichtdienst für den Betriebs- und Winterdienst im Einsatz. Ihnen stehen 25 Spezialfahrzeuge zur Verfügung.

Die drei Meistereien gehören zur Außenstelle Fulda der Autobahn GmbH des Bundes. Diese betreut rund 300 Kilometer Autobahn in Osthessen. Die Lager in Fulda bieten Platz für 1350 Tonnen Streusalz, in Alsfeld sind es 1500 Tonnen und in Hönebach 3100 Tonnen. Zusammen ergibt das eine Kapazität von nahezu 6000 Tonnen. Nach Angaben der Autobahn GmbH wurden die Salzvorräte zum Saisonstart vollständig aufgefüllt.

Die Beschäftigten beobachten die Straßenverhältnisse, streuen vorbeugend Salz und Sole und räumen bei Bedarf Schnee. Ziel ist, die Autobahnen auch bei winterlichem Wetter sicher befahrbar zu halten. Bundesweit stehen dafür rund 6300 Straßenwärterinnen und Straßenwärter sowie etwa 1450 umgerüstete Spezialfahrzeuge bereit. Bei Bedarf sind die Teams rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche im Einsatz.

"Unsere Meistereien sind sehr gut auf den Winter vorbereitet. Die Teams stehen bereit, um rund um die Uhr für sichere Straßen zu sorgen, damit alle Verkehrsteilnehmenden auch bei Schnee und Eis verlässlich an ihr Ziel kommen", erklärt Andy Apfelstädt, Abteilungsleiter Betrieb bei der Autobahn GmbH.

Salzlösung soll den Verbrauch senken

Beim vorbeugenden Streuen setzt das Unternehmen verstärkt auf das Verfahren FS100. Dabei wird ausschließlich Sole ausgebracht, also eine Salzlösung. Nach Angaben der Autobahn GmbH verteilt sie sich gleichmäßig auf der Fahrbahn und wirkt länger. Je nach Wetterlage werden pro Quadratmeter nur etwa 15 bis 20 Gramm Salz benötigt. Das entspricht rund drei Teelöffeln.

Gegenüber anderen Streuverfahren lassen sich nach Unternehmensangaben bei der präventiven Anwendung bis zu 70 Prozent Salz einsparen. Der geringere Verbrauch soll Kosten und Umweltbelastung reduzieren. Die Sole kann zudem bei höherer Geschwindigkeit ausgebracht werden. Dadurch beeinträchtigen die Streufahrzeuge den Verkehr weniger.

Geeignet ist das Verfahren nach Unternehmensangaben bei Temperaturen bis etwa minus sechs Grad und leichtem Niederschlag. Bei starkem Schneefall und strengem Frost kommt dagegen FS30 zum Einsatz. Dabei wird trockenes Streusalz unmittelbar vor dem Ausbringen mit Sole befeuchtet. Das soll dafür sorgen, dass es besser auf der Fahrbahn haftet und schnell gegen Glätte wirkt.

Seit der Winterdienstsaison 2022/2023 nutzt die Autobahn GmbH für die Flüssigstreuung auch Sattelauflieger, die unter anderem von rein elektrischen Lastwagen gezogen werden. Ein solcher Auflieger kann genug Sole für zwei herkömmliche Streutouren transportieren. Ob diese Fahrzeuge in Osthessen eingesetzt werden, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Räumverbände nicht überholen

An Autofahrer richtet die Autobahn GmbH die Bitte, Räumverbände nicht zu überholen. Die Fahrbahn vor den Fahrzeugen sei noch nicht geräumt und könne glatt sein. Wer dort stecken bleibt oder verunglückt, riskiert zudem, den Winterdienst zu blockieren. Lange Staus können die Folge sein.

Auch mit vorbereitetem Winterdienst bleiben deshalb ein angepasstes Tempo, vorausschauendes Fahren und ein winterfest ausgerüstetes Fahrzeug wichtig. (pm/ksk) +++


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