Das war so nicht geplant. Eigentlich sollte das Trainingslager in der vergangenen Woche in Budapest das letzte Stück Motivation, Kampfgeist und Stärke aus den Spielern herauskitzeln. Kaum jemand hat daran gezweifelt, dass Fulda mit seiner Heimstärke die Spielvereinigung Leimen/Mannheim im Sportbad Ziehers "wegputzt". Doch dieser Gedanke kam wohl verfrüht, denn heute morgen verloren die Wasserfreunde in einem spannenden und knappen Spiel gegen Leimen/Mannheim mit 9:11 (3:3, 3:3, 3:4, 0:1).
Fulda gelang es zwar alle vier Anschwimmen um den Ball zu gewinnen, dennoch waren es die Gäste, die schneller ins Spiel fanden und nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff das 0:1 erzielten. Fulda kam erst etwas später in Schwung und machte es sich mit vielen Herausstellungen und den damit verbundenen Unterzahlsituationen unnötig schwer. Nachdem die Führung zweimal gewechselt hatte, ging das erste Spielviertel unentschieden - 3:3 - aus. Offenbar brachte die erste Viertelpause viel Erholung für die Spieler, denn sie starteten zu Beginn der zweiten Achtminuten durch. Zwei schnelle Tore katapultierten die Fuldaer auf eine 5:3 - Führung.
Dieses kleine Polster beruhigte das sehr energiegeladene Publikum, welches seine Meinung über strittige Schiedsrichterentscheidungen nicht für sich behielt, sondern mit Pfiffen und Rufen zum Ausdruck brachte. Zu Unrecht, denn die Schiedsrichter pfiffen so korrekt wie noch nie. Grund dafür war ein von Leimen/Mannheim organisierter "Schiedsrichterbeobachter", der die Geschehnisse im Sportbad protokollieren soll. Er darf zwar nicht direkt ins Spiel eingreifen, erzeugt aber bei den Unparteiischen am Beckenrand einen gewählteren Einsatz der Pfeife und somit klarere und fairere Entscheidungen.
Leimen hatte Angst vor Fulda. Der Einsatz eines Schiedsrichterbeobachters, die frühe Anreise und die zunächst zurückhaltenden Reaktionen der mitgereisten Fans deuteten darauf hin, dass sie das Spiel in Fulda durchaus ernst nahmen. Obwohl die Mannschaft erst vor wenigen Tagen aus ihrem Trainingslager zurückkehrte, war von fehlender Kraft nichts zu sehen und so schafften sie es, die zwei-Tore Führung der Wasserfreunde auszugleichen. Zur Halbzeit stand es also 6:6 - und somit war wieder alles offen für die zweite Spielhälfte.
Gleichstand zur Halbzeit - diese Situation kennt man in Fulda nur zu gut. Doch das war immernoch kein Grund zur Sorge, denn zu Hause hat Fulda in der Liga diese Saison noch nicht verloren. Fulda und Leimen wechselte sich wieder ab mit der Führung. Über- und Unterzahlsituationen führten zu Toren und Gegentoren und irgendwie fehlte das Tempo im Spiel. Wenig lief über Konter, kaum Bewegung im vorderen Drittel. Leimen gelang es die Führung von 9:10 bis zur letzten Pause zu halten und Fulda startete mit einem Tor weniger in den letzten Spielabschnitt.
Das letzte Viertel wurde angepfiffen und Fulda hatte Blei in den Beinen. Auf einmal klappte überhaupt nichts mehr. Unkontrollierte Fernschüsse, zum Teil meilenweit vom Tor entfernt schlugen in der Fensterfront des Sportbades ein. Letzte Versuche vorm Tor noch einmal durch Heber und Querleger zu "zaubern" schlugen ebenfalls fehl. Auch bei Leimen war die Luft raus, aber sie schafften es immerhin noch ein Tor zu schiessen und somit bereits 4 Minuten vor Schluss den Endstand von 9:11 festzusetzen.
Fulda verliert zum ersten mal in dieser Saison im Sportbad Ziehers. Die sonst so heimstarke Mannschaft spielte heute unter ihren Möglichkeiten und hatte in den letzten Atemzügen gegen die motivierte Mannschaft aus Leimen/Mannheim keine Chance.
Fulda spielte mit: Eric Siebeck (TOR/1 persönlicher Fehler); Balasz Borbely(1/2pF), Marc Herber (1pF), Andreas Reinhard (1), Leopold Schollmeier, Tarek Bary (3/2pF), Alexaner Hörl, Marc Ritzel, Christian Flamme (2), Marvin Hohmann (1/1pF), Steffen Hoffmann (2pF), Joszef Katona (1), Phillip Müller (Johannes Gebhardt) +++