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16.04.10 - TISCHTENNIS

MORGEN 15 Uhr: Ochsenhausen vs. Fulda: Halbfinal-Knüller auf Augenhöhe

Samstag, 15:00 Uhr: TTF LIEBHERR Ochsenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell

Die extrem gute Rückserie mit 14:4 Punkten spricht eher für die Oberschwaben, wobei die der Osthessen (12:6 Zähler) auch nicht gerade übel war. Für die Waldner-Truppe sprechen dagegen eher die direkten Vergleiche in der laufenden Saison. Hin- und Rückspiel gewann man jeweils mit 3:1, nur im Pokal-Halbfinale von Dortmund zog man – nach eine packenden Fight – mit 2:3 den Kürzeren. Es könnte, ja müsste wieder extrem spannend zugehen, da sich hier zwei gleichwertige Tams auf Augenhöhe begegnen und vermutlich die Tagesform, die glücklichere Hand im Aufstellungspoker sowie das berühmt-berüchtigte Quäntchen Glück entscheiden werden.

Wang Xi zu schlagen, ist eine Herkules-Aufgabe für Chuang & Co. Doch auch die beiden TTC-Schweden besiegt man – trotz der bescheidenen Rückrunde Svenssons – nicht mal eben im Vorübergehen, wovon sich vor einigen Wochen Pär Gerell schmerzhaft überzeugen musste, der im schwedischen Meisterschaftsfinale gegen „Oldie“ Waldner chancenlos blieb.

Wer bei Fulda auflaufen wird, ist ziemlich klar, während Ochsenhausens Trainer – wie immer – die Qual der Wahl hat und erst kurzfristig entscheiden wird, wer aus dem Quartett Chuang, Crisan, Apolonia und Gerell in den Einzeln pausieren muss.

TTF-Trainer Anders Johansson möchte der Gästetruppe die Favoritenrolle zuschanzen: „Wir sind Außenseiter.“ Präsident Rainer Ihle setzt zudem auf den Spaßeffekt: „Die Spieler können in der Meistschaft noch das Sahnehäubchen drauflegen. Alle Saisonziele sind bereits erreicht. Die Spieler haben nichts zu verlieren.“ Wer den ehrgeizigen Chef der Oberschwaben jedoch kennt, weiß, wie sehr er sich einen Sieg zum Auftakt der Play-Offs wünscht. Ihle, der auch den TTF-Anspruch betont, mindestens ins Finale einzuziehen, führt weiterhin aus: „Das ist Kopfsache. In der Saison haben alle unsere Spieler gegen Wang Xi verloren, er ist halt ein Topspieler. Aber in den Play-Offs beginnt es neu." Auch der TTF-Boss möchte Fulda ein wenig mit der Favoritenbürde belasten: "Maberzell ist leichter Favorit. Wang ist ein Topmann, und Waldner ist wieder in Form. Ist er frisch im Kopf, kann er in der Liga noch jeden schlagen. Ein Heimsieg würde uns sehr helfen, aber so lange es nicht eine 0:3-Niederlage wird, ist im Rückspiel noch alles möglich.“

Hier pflichtet Fuldas Chef Stefan Frauenholz seinem Kollegen bei: „Schön wäre es natürlich zu gewinnen, aber auch eine 1:3-Niederlage könnten wir im Rückspiel am 30. April drehen.“ Der Gast aus der Rhön will erstmals in der Vereinsgeschichte in ein Endspiel um die Deutsche Meisterschaft einziehen – die Finalspiele um den Europapokal (ETTU-Cup) hat man auch bereits so gut wie sicher erreicht. Frauenholz zeigt sich grundsätzlich optimistisch: "Ochsenhausen ist eine sehr gute Mannschaft, aber wir sind zuversichtlich, zumal wir in dieser Saison beide Spiele in der Liga 3:1 gewonnen haben. Sie haben keinen so überragenden Spieler gegen Abwehr und wir bauen da auf unseren Wang Xi. Auch Jan-Ove Waldner war zuletzt wieder gut drauf."

Der TTC-Vorsitzende räumt aber auch ein: „Wir hatten beide Male großes Glück. Im ersten Spiel hat Chuang Chih-Yuan gefehlt und im zweiten hat ihn Robert Svensson in fünf Sätzen geschlagen. Das kommt auch nicht immer vor.“ In Sachen Vertragsverlängerung mit Waldner hält sich das Maberzeller Management weiterhin bedeckt. Frauenholz: „Wir warten noch die nächsten Spiele ab.“ Keine schlechte Strategie, verstärkt die kleine Unsicherheit über seine sportliche Zukunft doch den Druck auf den weltberühmten Schweden – und es ist allgemein bekannt, wozu „Waldi“ auch heute noch fähig ist, wenn er bis in die Haarspitzen motiviert ist, wie zuletzt in der Liga in Hanau und gegen Frickenhausen.

Ein Play-Off-Kracher der besonderen Art steht im Biberacher BSZ zu erwarten – es dürfte heiß hergehen am Samstag zwischen den gleichwertigen Rivalen. Vieles wird davon abhängen, ob Wang Xi seine tolle Rundenbilanz (27:5) weiter ausbauen kann, oder ob vielleicht ein TTF-Akteur den Abwehrriegel des Chinesen knacken kann – Adrian Crisan etwa ist dies in der Vergangenheit schon gelungen. Man darf gespannt sein. Das Rückspiel in Fulda findet am Freitag, den 30. April um 19:00 Uhr statt – die Entscheidung über die Halle ist noch nicht gefallen. (DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher). +++

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