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- Fotos: Marion Eckert

22.04.10 - Oberelsbach

Mit Navi WanderWalter sicher und informiert unterwegs in der Rhön

Wandertouren im Internet zu planen, mit dem GPS-Handy oder PocketPC in der Natur unterwegs zu sein, ist heutzutage keine Seltenheit mehr und gehört für viele Wanderer und Urlauber zur Standartausrüstung. Da lag es nahe, die traditionelle Wanderkarte auf das Handy zu bringen. Die Firma Wanderwalter griff diese Idee auf und setzte sie in die Tat um. Vor gut einem Jahr wurde das System zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt, ausgewählte Gemeinde aus der Bayerischen Rhön nahmen an dem Projekt teil. Der Verein RhönNatur hat in Zusammenarbeit mit dem Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön das neuartige digitales Informationssystem, den WanderWalter getestet und verschiedene Praxisbeispiele ausgearbeitet.

Nun wird das Wandernavi auf die gesamte Rhön ausgeweitet. In einem Informationstreffen in Oberelsbach wurde das System, die Inhalte und die Neuerungen den kommunalen Vertretern und Touristikern aus Bayern, Hessen und Thüringen vorgestellt. Vorbei sind die Zeiten von Karte und Kompass und von ungewisser Wegführung, denn es gibt mit „WanderWalter“ nun eine Software, die es ermöglicht, die Rhön digital in die Westentasche zu stecken. Doch WanderWalter ist nicht nur eine Karte, er kennt den Weg, er ist ein Lexikon, er ist ein Museumsführer und ein Einkaufsberater, er ist ein Routenplaner für Wanderer und Radfahrer, eine Speisekarte und er passt in wirklich jede Tasche. Wie Susanne Schlagbauer von RhönNatur erläuterte, biete WanderWalter Besuchern der Region kostenlos die Möglichkeit, gebietsbezogene Daten wie Wandertouren, Sehenswürdigkeiten und ähnliches digital aus dem Internet auf tragbare PocketPCs oder entsprechend ausgestattete Handys zu laden. Im Gelände lassen sich mittels GPS-Technik sowohl der eigene Standort auf einer Wanderkarte als auch in das System eingegebene Informationen abrufen.

Um WanderWalter auf das Handy zu bekommen muss man sich zunächst von der Homepage unter www.wanderwalter.de die Software und die dazugehörige Karte herunterladen. Weitere Informationen gibt es auch auf der Seite www.wildwege-rhoen.de Über die Suchfunktion ist es möglich Informationen über Orte, Sehenswürdigkeiten, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten abzurufen. Wanderwege und Loipen sind aufgenommen, Fahrradwege und Freizeiteinrichtungen, so dass der Gast eines Rundumpakt an Informationen bekommt, so Susanne Schlagbauer. Nun soll das System ausgeweitet und neue Funktionen hinzukommen. Wie der Vorsitzende von RhönNatur Prof. Dr. Eckhrad Jedicke erläuterte, soll über die bestehenden Möglichkeit hinaus künftig ein mobiles Artenerfassungssystem für Naturkundler integriert werden. So können Wanderer und Naturfreunde interessante Beobachtungen aus der Tier- und Pflanzenwelt direkt in das System eingeben. Dieses Projekt wird gefördert von der Deutschen Bundestiftung Umwelt, da es sich um Naturerlebnis und Umweltbildung vor Ort handele. Lehrpfade, Erlebnistouren, Information zur Kulturlandschaft, Naturdenkmälern und Biodiversität sollen verstärkt aufgenommen und an die Nutzer weiter gegeben werden.

Schlagbauer sprach von einer Erweiterung des Angebotes vor allem für Naturinteressierte. Verbunden werde im Wandernavi Natur, Kunst und Kultur, doch der Schwerpunkt liege in der Arten- und Biotopinformation. So sollen spezielle „Wildwege“, Routen mit Themenschwerpunkten und Information über spezielle Arten in der Rhön, wie der Wildkatze, dem Fischotter und Biber mit Information über deren Vorkommen, Gefährdung, Lebensbedingungen und Schutzmaßnahmen, ins Wandernavi aufgenommen werden. Zielgruppen seien Schulklassen in der Umweltbildung, die mit neuen Medien die Natur entdecken können, sowie Akteure und Interessierte im Naturschutz und natürlich Wanderer und Besucher der Rhön, die vor Ort über die regionalen Besonderheiten informiert werden sollen. Wie Michael Dohrmann vom Verein Naturpark und Biosphärenreservat betonte, stehen die Besucher der Rhön den neuen Nutzungsmöglichkeiten des Wanderwalter aufgeschlossen und positiv gegenüber. Es sei eine zeitgemäße und interessante Bereicherung der vorhandenen Angebote, es können mit Ton- und Filmdateien weitreichende Information vermittelt werden.

Gerade in der Umweltbildung verspricht sich Dohrmann gute Einsatzmöglichkeiten, die auch von Lehrkräften genutzt werden könnten, um zusätzlich zum klassischen Unterricht, direkt im Gelände zum Einsatz kommen. Die Schüler selbst können sich bei Exkursionen anhand der im System eingegebenen Daten, die Informationen zusammentragen, so werde Unterricht lebendig und anschaulich. Natürlich sei auch der Touristische Faktor wichtig, um die Attraktivität der Region durch umfassende Informationen noch zu steigern. Dohrmann sieht darin eine Möglichkeit sowohl Besucher als auch Einheimische Verständnis für Naturschutzbelange zu wecken. Denkbar wäre in Zukunft sogar, dass entsprechende Geräte in den Tourismus-Informationen bereitliegen und an Gäste ausgeliehen werden. Bürgermeisterin Birgit Erb hob die Vorteile des Wandernavi mit den vielfältigen Informationsmöglichkeiten hervor. „Gut informierte Besucher sind stärker sensibilisiert für Probleme, welche durch Fehlverhalten für den Naturschutz ausgelöst werden können.“ Uz Wandernavi Das Wandernavi ersetzt die klassische Wanderkarten. Mit dem Download der Routen auf einen Pocket-PC ist man mobil ohne Karte unterwegs. Das System soll nun auf die gesamte Rhön ausgeweitet werden. Von links: Michael Dohrmann, Daniela Baumann, Bürgermeisterin Birgit Erb, Prof. Dr. Jedicke und Susanne Schlagbauer. +++(me)

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