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01.05.10 - FULDA
"Tischtennis-Tragödie": Maberzeller Profis und Fans "am Boden zerstört"
"Das war eine Tischtennis-Tragödie", fasste Fulda-Maberzells Vizepräsident Claus-Dieter Schad das Play-Off-Halbfinale des TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell am Freitagabend nach dem 3:2-Sieg gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen treffend zusammen (osthessen-news hat am Freitagabend aktuell vom Spiel in der Wilmington-Halle berichtet: http://www.osthessen-news.de/beitrag.php?id=1181324 ). Das HInspiel hatten die Oberschwaben mit 3:2 gewonnen - in der Endabrechnung haben sie einen einzigen Satz mehr gewonnen und stehen deshalb nun im Finale gegen Borussia Düsseldorf. Für Fulda-Maberzell heißt es nun, gegen Gazprom Orenburg im Europapokal-Finale den Traum vom Titelgewinn wahr zu machen.
Das Rückspiel gegen Ochsenhausen war wahrlich eine Tragödie, und zwar eine auf hohem sportlichen Niveau. Denn was die beiden Halbfinalisten der Deutschen Tischtennis Liga den rund 950 Fans in der Wilmington-Halle zeigten, war Tischtennis der Extraklasse. "Das ist bei großen Turnieren wie Welt- oder Europameisterschaften immer so. Da entscheiden Nuancen und du musst einen Matchball abwehren. Das haben wir heute geschafft. Ich muß meiner Mannschaft ein Sonderlob aussprechen, vorallem Chuang Chih Yuan", sagte Ochsenhausens Trainer Anders Johansson. Seine Mannschaft lag schnell 0:2 zurück. Wang Xi und der wiedergenessene Jan Ove Waldner zeigten in ihren Einzeln Tischtennis auf Weltniveau.
Vor allem Wang Xi demonstrierte gegen den bärenstarken Adrian Crisan in fünf Sätzen eine phantastische kämpferische Leistung. Doch schon in diesem Spiel zeigte sich, dass der imense Druck und die Erwartungshaltung an den jungen Chinesen verdammt groß war. Letztlich an diesem Abend eine Spur zu hoch. Nachdem Robert Svensson gegen Chuang beim 0:3 keine Chance hatte, musste Wang Xi gegen Tiago Apolonia ran. Im Spiel zweier Abwehrspezialisten stieg die Spannung nahezu unerträglich an. Zunächst schien Apolonia im Vorteil, doch Wang Xi kämpfte und die Zuschauer waren völlig aus dem Häuschen. "Wang Xi, Wang Xi" hallte es immer wieder durch die Halle. Und beim 10:9 im fünften Satz hatte Wang Xi Matchball - und konnte ihn nicht nutzen. Das war die Szene, die Ochsenhausen Trainer später im osthessen-newes-Gespräch bemerkte.
Letztlich war dies wohl die Schlüsselszene. Wang Xi verlor den Satz und das Spiel. Trotzdem: Die Fans waren zufrieden. Beide Akteure demonstrierten feines Tischtennis auf unglaublich hohem Niveau. Im Doppel dann musste Fulda-Maberzell mit 3:0 gewinnen, um doch noch ins Finale einzuziehen. Quing Yu Meng und Jan Ove Waldner legten los wie die Feuerwehr, führten schnell mit 2:0-Sätzen. Doch im dritten Satz drehte sich das Spiel. Die Ochsenhausener Formation Pär Gerell und Chuang gewannen mit 11:5 - das war es. Die anschließenden zwei Sätze waren nur noch Makulatur.
"Die Enttäuschung ist groß. Aber wir haben eine phantastische Saison gespielt und nun wollen wir am nächsten Freitag gegen Orenburg den Grundstein zum Europapokalsieg legen", blickte Schad bereits nach vorne. Zu gönnen ist es den Jungs vom TTC Fulda-Maberzell. Zwar hat es zum Einzug in das Finale um die deutsche Meisterschaft nicht gereicht, doch die Art und Weise, wie die Mannen um Spielertrainer Meng am Freitagabend spielten und kämpften war beeindruckend. Doch Orenburg ist ebenfalls eine Topmannschaft, und hat mit Vladimir Samsonov einen Superstar vom Kaliber eines Timo Boll in ihren Reihen. Da kann man nur sagen, Kopf hoch, Jungs. (Hans-Hubertus Braune) +++

- Fotos: Hendrik Urbin