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- Alle Fotos: Paul Blum

08.05.10 - TISCHTENNIS

ETTU-Cup: Orenburg siegt 3:0 gegen TTC FD-Maberzell - BILDERSERIE

"Das war längst nicht so klar. Wir haben zwei Matchbälle abgewehrt und Kuzmin lag gegen Svensson 8:10 zurück", sah der russische Tischtennis-Topstar Vladimir Samsonov seinen Klub Gazprom Orenburg im Europapokal-Final-Hinspiel beim TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell keineswegs als klar überlegenes Team. Es hätte auch 3:0 für Fulda ausgehen können, schob die Nummer neun der aktuellen Weltrangliste nach. Letztlich aber gewannen die Russen mit 3:0 und sind praktisch schon vor dem Rückspiel Anfang Juni "durch". Der Knackpunkt im Maberzeller deutete sich bereits im ersten Einzel an. Fulda-Maberzells Nummer eins Wang Xi traf auf einen überragend aufspielenden Alexey Smirnov. "Ich hätte nicht gedacht, dass Smirnov so stark gegen Abwehr spielt. Aber er hat zuletzt zwei Mal gegen den besten Abwehrspieler der Welt gewonnen", sagte Fulda-Maberzells Spielertrainer Quing Yu Meng nach der Fünf-Satz-Niederlage von Wang Xi. Meng spielte vor zehn Jahren gemeinsam mit Smirnov in einer Mannschaft - beim TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell.

Aber die aktuelle Nummer 36 der Welt hatte sich gegen Wang Xi optimal eingestellt. Doch: Wang Xi stand kurz vor dem Sieg. 10:8 führte er im fünften Satz, hatte zwei Matchbälle. Und Smirnov kämpfte sich zurück, wehrte auch den dritten Matchball des jungen Chinese ab und gewann schließlich mit 14:12. Fulda-Maberzell lag also 0:1 zurück. Anschließend kam es zur Neuauflage des Finalspiels der Tischtennis-Weltmeisterschaft von 1997. Damals gewann Jan Ove Waldner. "Waldner ist immer noch sehr, sehr gut. Ich stand ständig unter Druck und habe ein bisschen Glück gehabt", sagte Samsonov später. Im zweiten und dritten Satz begeisterte Waldi seine Fans. Doch beim 9:4 im dritten Satz war Schluss mit dem schwedische Zauber. "Dann hatte Samsonov einen Netzroller und zwei Kantenbälle", haderte Waldner später.

Letztlich verlor der amtierende schwedische Meister in vier Sätzen. Auch sein Landsmann im Team der Fuldaer, Robert Svensson, spielte ordentlich mit. Gegen Fedor Kuzmin gewann Svensson zwar den zweiten Satz und führte im vierten Satz zwischenzeitlich mit 10:8, doch gegen den starken Russen konnte auch Svensson nicht für den ersten Punkt der Gastgeber sorgen. Am Ende jubelten die Russen über den von der Papierform her klaren Erfolg. Im Rückspiel Anfang Juni genügt ihnen ein Einzelsieg. Dies dürfte für den klaren Favoriten wohl Formsache sein. (Hans-Hubertus Braune)

Die Einzel im Überblick:

Spiel 1 Wang Xi (FD) - Alexei SMIRNOW (Orenburg): 2:3 (11:8 / 7:11 / 11:9 / 5:11 / 12:14) 0:1 für Orenburg

Spiel 2 Jan-Ove WALDNER - Vladimir SAMSONOV: 1:3 (8:11 / 11: 4 / 9:11 / 6:11) 0:2 für Orenburg

Spiel 3 Robert SVENSSON - Fedor KUZMIN 5:11 / 12:10 / 8:11 / 11:13 = 0:3 für Orenburg. +++

Nach zweieinhalb Stunden war alles vorüber - 3:0 für Orenburg bei 9:4 Sätzen. Sicher ein etwas zu hoch ausgefallenes Resultat, aber die Chancen, im Rückspiel noch etwas zu reißen, sind damit nur noch theoretischer Natur. Es scheint, als ob es den eine so starke Runde spielenden Maberzellern nicht gelingen würde, den letztjährigen Europapokalsieger Plüderhausen zu beerben.

Fuldas Trainer Qingyu Meng: "Wir hatten heute wirklich Pech, mit Glück hätten wir sogar 3:0 gewinnen können. Unsere Chance, es im Rückspiel noch zu packen, liegt jetzt aber nur noch bei einem Prozent." Robert Svensson: "Wir haben heute gutes Tischtennis gezeigt, mehr konnten wir nicht tun. Das Ergebnis ist sicher zu hoch ausgefallen, aber so ist Sport. Wenn Wang Xi den Punkt gegen Smirnov geholt hätte, hätte heute Einiges für uns gehen können. Jan-Ove Waldner hatte eine echte Siegchance gegen Samsonov und ich hatte auch meine Chancen gegen Kuzmin." Vladimir Samsonov: "Auch wenn es vom Ergebnis nicht so aussieht, war es heute ein schweres Spiel für uns. Die Leistung Jan-Ove Waldners gegen mich hat mich gar nicht überrascht. Er kann es halt immer noch. Natürlich sieht es jetzt sehr gut aus für uns, aber wir werden auch im Rückspiel aufmerksam und konzentriert bleiben."

Fuldas Management wollte sich die vorzügliche Saison nicht durch die zwei Niederlagen binnen einer Woche trüben lassen. Vorsitzender Stefan Frauenholz: "Wir hatten in der Runde auch viel Glück und haben zahlreiche knappe Spiele gewonnen. Am Ende hat es sich nun gedreht und wir hatten zweimal hintereinander Pech. Aber das ist Sport und auch das Verlieren gehört dazu. Wir müssen anerkennen, dass sowohl Ochsenhausen vor acht Tagen als auch Orenburg heute sehr gut gespielt haben. Insgesamt war es eine prima Saison, die wir gespielt haben. Wir haben den Fans tolles Tischtennis geboten." Vizepräsident Claus-Dieter Schad: "Wenn wir vor einem Dreivierteljahr gesagt hätten, wir würden wochenlang Bundesliga-Spitzenreiter sein, Düsseldorf schlagen, am Ende Zweiter werden, sowie ins Final Four und ins Europapokalfinale einziehen, hätte man uns für verrückt erklärt, zumindest aber für überheblich. Es war eine großartige Saison mit zwei unglücklichen Niederlagen am Ende, die uns nicht zurückwerfen. Wir richten den Blick nach vorne und werden versuchen, nächste Saison noch ein bisschen erfolgreicher zu sein." (DTTL/Roscher) +++
























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