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26.05.10 - FUSSBALL

AKTUELL! VfB Süsterfeld ist pleite und geht in Kreisoberliga - KOMMENTAR

Gestern noch heftig dementiert, haben sich die Gerüchte um den Meister der Fußball-Verbandsliga nun doch bestätigt: Der Verein ist finanziell am Ende und muss in Kürze Insolvenz anmelden. Dies bestätigte der Verein heute gegenüber der in Kassel erscheinenden HNA. Demnach will der Verein in der nächsten Saison in der Fußball-Kreisoberliga antreten.

Bereits während des letzten Heimspiels gegen die SG Niederaula/Hattenbach war nach Angaben von Niederaulaer Anhängern der Gerichtsvollzieher am Sportplatz unterwegs, um die Tageseinnahmen einzukassieren. Finanzamt, Krankenkassen, Berufsgenossenschaft und Spieler fordern vom VfB Süsterfeld angeblich noch hohe Summen, die der Verein nach dem Rückzug des einstigen Hauptsponsors Mehmet E. Göker (im Bild links während des Spiels seines damaligen Vereins am 23. August 2009 gegen den KSV Hessen Kassel II) nicht mehr bezahlen konnte. Monatelang hieß es im Lager der Süsterfelder, dass die Insolvenz von Gökers Unternehmen MEG keine Auswirkungen auf den Fußball-Verbandsligisten habe. Sportlich gesehen ist der Rückzug für die abstiegsbedrohten Vereine kein Hoffnungsschimmer. Die Abstiegsregelung sei davon nicht betroffen. Steigen der FC Schwalmstadt oder der OSC Vellmar aus der Hessenliga ab, müssen fünf Vereine aus der Verbandsliga in die Gruppenliga. Bleiben Schwalmstadt und Vellmar in der Hessenliga, sind es in der Verbandsliga vier Absteiger.

Erst letzte Woche hatte Süsterfeld auf den Aufstieg in die Hessenliga verzichtet - nun gar der Rückzug aus der Verbandsliga.

KOMMENTAR von Hans-Hubertus Braune: So mancher Traditionsverein in Nord- und Osthessen wird über den VfB Süsterfeld schmunzeln. Da kommt ein angeblich "millionenschwerer" Hauptsponsor mit Ferrari-Fuhrpark und allem drum und dran daher und will den kleinen Stadtteilverein aus Kassel-Süsterfeld in die höheren Ligen des Fußballs hieven. Ehemalige Bundesligaprofis wurden angeheuert, viel Geld für einen Trainer vom Rang eines Karsten Hutwelkers ausgegeben und sogar der Name "Ailton" kreiste im Dunst des Verbandsliga-Spitzenreiters. Alt eingessenen Vereinen wollte man den Rang ablaufen, besonders den KSV Hessen Kassel hat Göker dem Vernehmen nach als seinen "Intimfeind" ausgemacht. Im letzten Herbst platzten zunächst die dubiosen Versicherungsgeschäfte von Mehmet E. Göker. MEG ist pleite und damit viele Arbeitsplätze betroffen. Göker war nicht nur Hauptsponsor, sondern gleichzeitig auch erster Vorsitzender des VfB Süsterfeld. Im Verein hatte er ein Netz aufgespannt. Dieses ist nun gerissen. Göker ist angeblich in der Türkei untergetaucht. Die Scherben haben nun die treuen Vereinsleute und ehrenamtlichen Helfer des VfB Süsterfeld aufzukehren: Pleite und den Ruf ruiniert.

Das Positive ist, dass solche Schnellschussmethoden eben nicht funktionieren. Lieber auf dem Boden der Realität bleiben, eine solide Vereinsarbeit auf gesunden Füßen betreiben und dann eben ein, zwei Klassen tiefer spielen. Vernünftiges sportliches und kaufmännisches Denken bringt langfristig gesehen den Erfolg, der sich dann auch mit gutem Gewissen genießen lässt. +++

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