Auslosung zur European Champions League 2010/11: Gute Karten für Düsseldorf und Ochsenhausen
Tiago Apolonia möchte mit Ochsenhausen erneut weit kommen in der europäischen Königsklasse (Foto: Roscher). Titelverteidiger Borussia Düsseldorf geht als klarer Favorit der Gruppe D ins Rennen. Unter den Augen von Manager Preuß meinte es Fortuna gut mit der Borussia. Die Gegner in der Dreiergruppe werden El Nino Prag (Tschechien), die ohne jede ausländische Verstärkung antreten, und Angers Vaillante TT (Frankreich) sein. Angers hat die beiden Ex-DTTB-Nationalspieler Thomas Keinath (Hanau) und Torben Wosik (Frickenhausen) nicht mehr an Bord, dafür schlägt dort künftig der stets unangenehm zu spielende Penholder-"Oldie" He Zhi Wen auf.
Am ersten Septemberwochenende werden Boll und Kollegen in Prag ihren ersten Aufritt haben. Andreas Preuß: „Das ist für uns ein gutes Los. Ich denke, dass wir in unserer Gruppe als Favorit ins Rennen gehen. Zwei Spiele weniger verschaffen unseren Spitzenspielern ein wenig Luft im ansonsten sehr vollen Terminkalender. Außerdem sind die Clubs bei Auswärtsspielen recht leicht zu erreichen, was die Reisestrapazen reduziert.“ Alles andere als ein ungefährdeter Gruppensieg der Rheinländer mit ihren drei Mannschafts-Vizeweltmeistern Timo Boll, Christian Süß und Patrick Baum sowie dem Ungarn Janos Jakab wäre eine faustdicke Überraschung.
Die im Halbfinale vor einigen Wochen ganz knapp an Charleroi gescheiterte Truppe der TTF Liebherr Ochsenhausen, die unlängst der Borussia in den beiden Meisterschaftsendspielen heftige Gegenwehr leistete, muss sich mit ihrer neuformierten Mannschaft in Gruppe C unter anderem mit der Mannschaft von Ex-Weltmeister Schlager auseinandersetzen. Der SVS Niederösterreich, den die Oberschwaben bereits in der vergangenen ECL-Saison in der Gruppe hinter sich ließen, kann diesmal allerdings nicht auf starke Ausländer zurückgreifen, ist aber mit Werner Schlager, Chen Weixing, Daniel Habesohn und Stefan Fegerl nicht zu unterschätzen. Gegen die Franzosen von Pontoise Cergy kommt es zum Wiedersehen mit den deutschen Ex-Nationalspielern Zoltan Fejer-Konnerth und Peter Franz. Roskilde dürfte nach dem Weggang von Michael Maze der leichteste Gruppengegner sein. Ochsenhausen sollte den Viertelfinaleinzug ohne weiteres bewältigen können.
Ganz dick ist es dagegen für den Traditionsklub aus dem Westerwald, den TTC Zugbrücke Grenzau, gekommen. Die Dreiergruppe A hat es nämlich richtig in sich. Dort beginnt man gleich in der Höhle des Löwen beim topgesetzten ETTU Cup-Sieger Orenburg, für den unter anderem Vladimir Samsonov und Dimitrij Ovtcharov aufschlagen. Der dritte im Bunde ist der an Position sechs gesetzte französische Vertreter G.V. Hennebont T.T., bei dem Ryu Seung Min, Kalinikos Kreanga, Bai Fengtian und Wang Xin auf dem Meldebogen stehen. Ängstlich verstecken brauchen sich die Grenzauer, die mit Robert Gardos einen starken Spieler mit internationaler Erfahrung hinzugewonnen und künftig auch Kenji Matsudaira fest im Team haben, jedoch nicht, zumal noch nicht klar ist, wie oft Ex-Olympiasieger Ryu für die Franzosen am Tisch stehen wird. Ziel der Brexbachtaler könnte Platz zwei sein, der keinesfalls unerreichbar scheint.
Kaum einfacher stellt sich die Ausgangslage für den ETTU Cup-Finalisten und nationalen Play-Off-Teilnehmer TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell dar. In Gruppe B führt – zumindest nach der Papierform – kein Weg an „UMMC“ Jekaterinburg vorbei. Die an Position drei der ETTU-Setzliste positionierten Russen haben sich immerhin mit Michael Maze verstärkt und die Top-Chinesen Chen Qi und Hao Shuai auf dem Meldebogen stehen, die natürlich nicht gemeinsam in einer Partie eigesetzt werden können. Ein Zoran Primorac ist jedoch auch nicht zu unterschätzen. Gleich zum Auftakt der Gruppenphase kommt es in Fulda zum Match der Wang-Xi-Truppe gegen die Russen. Ein Gegner der Osthesen wird auch Levallois Sporting Club (Frankreich) sein, für den der bisherige Ochsenhausener Chuang Chih-Yuan, der Russe Igor Rubtsov, Patrick Chila sowie hoch motivierte und talentierte junge Franzosen wie Emmanuel Lebesson und Simon Gauzy an den Start gehen werden.
Mit Royal Villette Charleroi hat man zudem den Rekordtitelträger der Champions League und Finalteilnehmer 2009/10 in der Gruppe. Durch die Abgänge von „Dima“ Ovtcharov und Petr Korbel dürften die Belgier allerdings deutlich geschwächt sein, wenngleich Jean-Michel Saive, Andrej Gacina und Wang Jian Jun auch erst einmal bezwungen sein wollen. Platz zwei zu erreichen ist beileibe kein aussichtsloses Unterfangen, auch wenn es nicht einfach wird – aber was ist schon einfach, wenn man im internationalen Spitzensport eine gute Rolle spielen möchte. (DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher). +++