Der vergangene Samstag hatte es in sich, hervorragende Sichten, gute Steigwerte und hoch reichende Wolkenthermik - und das am ganzen Tag. Das ist das Wetter, das man zum Segelfliegen braucht, und so haben sich zwölf Piloten der Rhönfluggruppen auf der Wasserkuppe aufgemacht, um auf persönliche Rekordjagd zu gehen. Die Bilanz lässt sich sehen: gleiche mehrere persönliche Bestmarken wurden nach oben verschoben und zusammen 7.125 Kilometer im motorlosen Flug zur Wertung abgegeben.
Die weitesten Flüge führten dabei Peter und Ulrich Kremer vom RF Poppenhausen durch. Sie schafften dabei erstmals die 1.000-km-Marke! Peter Kremer flog mit seiner ASW22BL eine Strecke von 1.087,46km mit einer Schnittgeschwindigkeit von 120,18 km/h, sein Bruder Ulrich flog eine Strecke von 1.021,72 km mit einem Schnitt von 110,19 km/h. Der Korrekturfaktor der Flugzeuge bewirkte dann, dass Ulrich Kremer den 5. und Peter Kremer den 6. Platz in der bundesweiten Tageswertung des OLC ("Online-Contest") erreichten.
Ebenfalls persönliche Bestmarken setzten Julian Mihm (RF Poppenhausen) und Chris Jörges (RF Gersfeld). Julian Mihm flog mit einer ASW27 von seinem Verein 711 km mit 86,95 km/h, Chris Jörges mit einer ASW 15 kam auf 699 km und 82,87 km/h. Auch hier sorgte der Korrekturfaktor, der die Leistungsunterschiede der Flugzeuge beachtet, für eine Verschiebung, und so landete Chris Jörges auf dem hervorragenden 11. Platz, Julian Mihm belegte den 39. Platz der bundesweiten Gesamtwertung. Beide Piloten, die noch zum fliegerischen Nachwuchs zählen, werden diese Marken wahrscheinlich in Zukunft weiter verbessern. Abgeschlossen wurde dieses Trio von Patrick Wiegel vom RF Fulda, der mit seiner ASW24 eine Strecke von 371,44km und einem Schnitt von 89,91 km/h erzielte.
Ebenfalls große Strecken haben folgende Piloten nachzuweisen, die aber den Tag in seiner Länge nicht ganz ausnutzen konnten. So flogen Rainer Menz (RF Poppenhausen, ASW 28; 630km/95,42 km/h), Stefan Lenert (Fliegerschule, ASG 29, 539 km, 72,57 km/h) Jochen Ruppel (RF Poppenhausen, ASH26e, 505 km, 92,39 km/h) und Britta Kremer (RF Poppenhausen, ASH 26e, 486km, 92,30 km/h) ebenfalls große Strecken. Dass man auch mit Schulungsdoppelsitzern gute Leistungen bei Überlandflügen erbringen kann, zeigten auch wieder gleich mehrere Piloten. So konnte Harald Jörges (Fliegerschule) mit seiner Flugschülerin Leonie Kunert im DuoDiscus der Fliegerschule eine Strecke von 519,46 km (84,04 km/h) absolvieren. Bernd Burkhart (RF Poppenhausen, ASK21Mi, 327,96km, 92,51 km/h) und Roland Odenwald (RF Fulda, ASK 21, 243km, 87,7 km/h) haben dabei mit den auf die Ausbildung ausgelegten Flugzeugtypen sehr große Schnittgeschwindigkeiten erflogen.
Alle Piloten nutzten bei ihren Flügen die sehr guten Bedingungen im Thüringer Wald, die großen Flüge wurden dabei bis in den Bayrischen Wald verlängert und auch nach Norden wurde das Werratal und die umliegenden Berge genutzt. Die von der Wasserkuppe aus gestarteten Piloten sind allesamt nach Hause zurückgekehrt, was den Tag ebenfalls beachtenswert macht. Der Tag hat aber auch gezeigt, dass die Wasserkuppe als Austragungsort für Wettbewerbe wie das Grand Prix Finale im nächsten Jahr (100-Jahre Segelflug auf der Wasserkuppe) geeignet ist. Mit den Erfolgen haben sich die Piloten der Rhönflugvereine, die in einer Startergemeinschaft als GFS-Wasserkuppe starten, in der bundesweiten Wertung deutlich nach vorne geschoben. Jetzt hoffen sie, mit weiteren guten Flügen hier weiter Boden gut zu machen. +++