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Der "weltberühmte Paul" aus Oberhausen hat sich gestern auf das Kästchen mit der Flagge der Iberer gestürzt und sich somit auf Spanien als WM-Sieger festgelegt. Deutschland sah er beim Spiel um den 3.. Platz gegen Uruguay als Siegermannschaft. Mal sehen, ob der Tintenfisch wieder Recht hat - Fotos: Pressezentrum SEA LIFE

Sein "Kollege", der Oktopus "Amstrong" aus Hannover, hat auf Holland getippt - und für Deutschland orakelt er heute erst. So gut präsentieren wie der Artgenosse aus dem Ruhrpott kann er sich auch nicht - oder die Marketingleute aus Hannover haben im falschen Moment fotografiert.
10.07.10 - WM-ORAKEL
Oktopusse uneinig über Weltmeister - "Paul" tippt Deutschland auf Platz 3
"Das Mistvieh hätte ja auch auf uns tippen können" schrieb ein enttäuschter Fan in einem Fußball-Blog über das Oktopus-Orakel - als ob der achtarmige Tintenfisch "Paul" über den Spielausgang bestimmen könnte. Aber irgendwie sind die "Vorhersagen" der Tiere aus der Unterwasserwelt der SEA LIFE-Aquarien in Mode gekommen; zahlreiche Medien haben den "Orakel-Hype" gefördert und damit den Aquarien-Unternehmen - rein marketingmäßig - vermutlich ein "Sommermärchen" in Sachen Bekanntheitsgrad und Besucherstrom beschert.
Inzwischen gab es wegen der 100-Prozent-Trefferquote von Oktopus "Paul" aus dem SEA LIFE in Oberhausen sogar schon Befragungen von Zoodirektoren und anderen Experten, die abwinken und "Reiner Zufall" rufen. Tatsache ist: Alle deutschen Siege und Niederlagen hat "Paul" richtig vorhergesagt - indem er sich eine Muschel aus einem - mit Nationalflaggen beklebten - transparenten Klappkasten geholt hat. Und Statistiker rechneten herum und meinten, mit einer solchen Trefferquote kann das gar kein Zufall sein. Ein britischer Professor für Wahrscheinlichkeitsberechnungen hat sich sogar deprimiert dahingehend geäußert, künftig werde wohl kein Student seinen Berechnungen und seinen Warnungen vor Glücksspiel glauben.
Wie auch immer: für das heutige Spiel hat der vielarmige Meeresbewohner - in Anwesenheit von sage und schreibe 150 Pressevertretern vor seinem Wasserbecken - am gestrigen Freitag zweierlei vorausgesagt oder besser voraus-geschlemmt: erstens soll die deutsche Nationalelf im Spiel gegen Uruguay gewinnen und somit den 3. Platz erreichen. Und Weltmeister wird Spanien. Orakelt "Paul", während sich die menschliche Führung von SEA LIFE sinnvollerweise ein Türchen offen hält. Schließlich sei "Paul" ja ein "Deutschlandspezialist" und "wir werden mal sehen, ob er auch andere Spiel vorhersehen kann". Putzig.
Doch das Unternehmen mit den, als Erlebniswelt konzipierten riesigen Süß- und Seewasser-Aquarien, macht sich durchaus selbst Konkurrenz - oder besser, Ihre tierischen Insassen. Denn im SEA LIFE Hannover lebt der Oktopus "Armstrong" und der orakelt ebenfalls. Offenbar hat er keine 100-Prozent-Quote, denn das wird nicht behauptet. Es heißt lediglich, er "beweist eine hohe Trefferquote". Am Mittwoch, so teilt SEA LIFE mit, habe "Armstrong" die iberische Mannschaft vor der deutschen gesehen und Recht behalten. Zu Deutschland - Uruguay wurde er noch nicht befragt: das wird - sicher im Hinblick auf die Werbewirksamkeit - erst heute Mittag um 13 Uhr geschehen. Solang müssen sich die "Orakelfreunde" noch gedulden. Aber den künftigen Weltmeister hat "Armstrong" schon getippt: er sieht Holland als Sieger und neue Nummer Eins.
Ulkig: die Ruhrpott-Krake orakelt Spanien und der Hannoveraner Tintenfisch sagt Holland voraus. Da wird es nun spannend, wer von den beiden Saugnapfträgern Recht und Unrecht hat. Klar ist ja: es kann nur einen geben - einen, der im Endspiel siegt. Da bleibt den Fans nur der bekannte Spruch vom Kaiser: "Schaun mer mal." Und wahr ist: nur eins der beiden albernen Tintentischorakel kann richtig sein. Falsch ist die Annahme, wer von ihnen verliert, wird zu "Calamari fritti" verarbeitet. (gw) +++