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- Fotos: Florian Dietz

15.08.10 - SCHOTTEN

22. Classic Grand-Prix: Oldtimer-Motorräder im Rennen - "Motorsport-Mekka"

Wer an diesem Wochenende ins Städtchen Schotten im Vogelsbergkreis kommt, merkt schnell: hier stimmt etwas nicht. Die sonst so ruhige Innenstadt erzittert von ungedämpftem Motorenlärm und die Luft riecht nach Benzin und Motoröl: Bereits zum 22. Mal veranstaltet der "MSC Rund um Schotten" den Classic Grand-Prix auf dem Schottenring. Und der "Magnet" für Oldtimer- und Zweirad-Fans hat schon am gestrigen Samstag - während der Trainingsläufe - wieder Tausende Zuschauer ins "Mekka" des klassischen Motorsports gelockt. Am heutigen Sonntag stehen die Wertungsläufe auf dem Programm.

Auf dem 1,4 Kilometer langen Stadt-Rundkurs treten historische Motorräder gegeneinander an - alles, was zwei Räder hat und "von gestern" ist, darf mitfahren. In verschiedenen Klassen, die sich im Hubraum, im Alter und in anderen Einzelheiten unterscheiden, wird ausgefochten, wer der Schnellste ist. Dabei gibt es auch Kuriositäten wie den "Sonderlauf Gespanne", bei dem Motorräder mit Beiwagen gegeneinander antreten.

Moderne "Plastikbomber" sucht man auf der Rennstrecke natürlich vergebens. Auch außerhalb der Strecke gibt es kaum Autos zu sehen; die Bürgersteige rund um den - mitten in der Stadt gelegenen - Rallye-Ring sind von hunderten geparkter Motorräder gesäumt. Es ist klar: Am Wochenende des "Classic Grand-Prix" gehören Schotten und der Vogelsberg den Bikern.

Insgesamt 350 Fahrer aus verschiedenen Nationen sind am Start, viele haben eine weite Anreise in Kauf genommen, um beim renommierten Klassik-Rennen mit dabei zu sein. Die meisten sind mit ihren Familien angereist. Im "Fahrerlager" direkt neben der Rennstrecke sitzen sie, während sie auf "ihre" Läufe warten, schrauben an ihren Maschinen oder fachsimpeln mit den Nachbarn. Geschlafen wird in Zelten und Wohnwagen.

Ein ruhiges, fast "idyllisches" Bild - wäre da nicht der allgegenwärtige Motorenlärm. Wer noch nie auf einem Motorradrennen war, kann sich nicht vorstellen, wie laut eine einzige Rennmaschine sein kann - und spätestens, wenn gleich vier oder fünf der hochgezüchteten Boliden um eine Kurve des Schottenrings donnern, bereut man unter Umständen, keinen Gehörschutz dabei zu haben.

Der Schottenring ist übrigens schon lange nicht mehr das, was er mal war: Ursprünglich lag die Rennstrecke nicht nur in, sondern auch in der Region rund um Schotten, und gehörte zu den ältesten Renn-Strecken Deutschlands. Am 22. Juli 1925 fand hier das erste Motorradrennen statt. 1953 wurde hier als Teil der Weltmeisterschaft der "Große Preis von Deutschland" für Motorräder ausgetragen.

Ab 1956 wurde die Strecke allerdings nicht mehr genutzt. Ab 1968 veranstaltete der "MSC Rund um Schotten" wieder Rennen auf dem Schottenring, und seit 1989 gibt es nun schon den "Classic Grand-Prix", der allerdings nur auf einem Teilstück des ehemals wesentlich weitläufigeren Schottenrings ausgetragen wird.

Noch bis heute Abend besteht die Gelegenheit, den Classic Grand Prix zu erleben, allerdings ist Eile geboten - um 17:45 Uhr startet der letzte Lauf und nach dem Abwinken mit der schwarz-weiß karierten Fahne werden um 19:30 die Sieger des zweitägigen Rennens geehrt. (dz) +++
























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