Am letzten Wochenende war es wieder einmal so weit: für viele Kartfahrer ging ein Traum in Erfüllung, endlich auf Schuhmachers Kartbahn in Kerpen zu fahren. Hier gibt’s gleich 3 Bahnen, die so genannte Leihkartbahn, die Rennstrecke und die Indoorbahn in der Nähe von Kerpen, die von Michael Schuhmacher ins Leben gerufen wurde. Alexander Dörfler aus Hünfeld, der für den ADAC Hessen-Thüringen an den Start ging, traf sich bereits am Freitag zusammen mit seinem Alljo - Hima Kart-Team mit Team Chef Oliver Brauer Schmitt, um alle Vorbereitungen für den Trainingssamstag zu treffen.
Das Alljo - Hima Kart-Team ging mit 4 Fahrern in Kerpen an den Start. Marco Paul aus Waldems, Daniela Daume aus Haina-Löhlbach, Manuel Braun aus Wiesbaden, alle World Formular und Alexander Dörfler, der im Team die höchste Klasse fährt, KF 2. Der Trainingstag erwies sich als sehr gelungen und es kam hier nicht zu Ausfällen oder größeren Problemen. Dörfler, der in den letzten Rennen Pech hatte und mit Motorschaden ausgefallen war, musste noch den neu überarbeiteten Vortex Motor einfahren, wofür er sich fast eine halbe Stunde Zeit einteilen musste. Dies wird in der Regel am Samstag in der vorletzten Trainingssitzung gemacht, damit man dann noch einen Turn hat, um den Motor unter Volllast zu testen, ob er seinen Anforderungen entspricht. Alles durfte passieren, nur kein Motorschaden. Dörfler, der in dieser Saison mit zwei unterschiedlichen Motoren unterwegs ist, kann sich keinen Ausfall mehr leisten, sonst ist das Ziel Meisterschaft im WAKC für 2010 gefährdet. Zwei Motoren stehen zur Auswahl, das ist ein IAME Motor und ein VORTEX Motor, beide mit gleichen PS Zahl, aber mit anderen Eigenschaften.
Nachdem Dörfler den Vortex Motor eingefahren hatte, entschied er sich dafür, beim Rennen am Sonntag auch diesen Motor zu fahren. Sehr gespannt verfolgte man am Samstag schon den Wetterbericht, der für Sonntag keine sonnigen Aussichten versprach. Das Freie Training konnte dann am Sonntag auch noch im Trockenen absolviert werden und lief für Dörfler hervorragend. Und konnte mit über einer Sekunde Vorsprung Alexander Wolters auf Platz 2 verdrängen. Um die schnellste Runde kämpften 14 Fahrer der Klassen FT Senioren und der Klasse KF 2, wobei die besten Runden am Schluss des freien Trainings erreicht wurden.
Der Alptraum für Rennfahrer und Schrauberteams sollte aber beim Zeittraining in Erfüllung gehen. Kurze Zeit vor dem Zeittraining schlug das Wetter um und man stellte sich nur noch die Frage, regnet es wenig, oder viel. Die Übersetzung muss geändert werden und die richtige Auswahl der Regenreifen muss erfolgen. Bei strömenden Regen, werden in der Regel neue Regenreifen mit hohem Luftdruck gefahren und bei nasser Fahrbahn mit wenig Regen die teils abgefahrenen Regenreifen mit weniger Druck.
Die Entscheidung des Teamleiters Oliver Brauer Schmitt, des Fahrers Alexander Dörfler und des Schrauber-Team war einstimmig: neuer Reifen mit hohem Druck, das Kettenritzel an der Antriebswelle musste um 4 Zähne größer sein und raus in den Kampf. Diese Entscheidung hat sich im Nachhinein als die Richtige herausgestellt, und Dörfler war hervorragend unterwegs. Der Streckensprecher bezeichnete Dörfler als "einen, der über das Wasser läuft". Dörfler, der im Zeittraining keinen Fehler machte und mit seinem Tonykart über das Limit ging, konnte sich somit die Pool sichern.
Zum ersten Rennen von Dörfler standen 14 Fahrer mit Kartwagen und Schrauber im Vorstart. Nach ca. 15 Minuten Wartezeit wurde das Rennen auf unbestimmte Zeit verschoben. Grund dafür war, dass die Wassermengen nicht von der Fahrbahn weichen konnten und stellenweise nur eine Spur von 1 Meter befahrbar war. Die Rennleitung entschied sich dann, nach einer weiteren Stunde, für den Rennabbruch und somit wurden alle weiteren Rennen des Tages abgesagt. Sicherlich zur Enttäuschung von Alexander Dörfler, der im Regen hervorragend zu Recht kommt und sich auch hier gute Chancen ausgerechnet hatte. Nun wird die Entscheidung zur WAKC Meisterschaft am 19.9.2010 in Oppenrod (bei Gießen) fallen. Für Dörfler, der momentan auf Platz eins steht, bleibe es spannend bis zum Schluss. (Peter Doerfler) +++