Es war wieder einmal "das Unterhaltungs-Highlight" des Jahres am Nieder-Mooser See im Vogelsberg, was sich am Samstag dort über viele Stunden, bei gleichzeitiger Anfeuerung durch eine etwa 600-köpfige Zuschauerschar abspielte: die 3. Hessenmeisterschaft im "Sautrog-Rennen" mit immerhin 28 Zweier-Teams, gesponsert und gefördert durch die Erdinger Brauerei. Und auch der Chef des nahegelegenen "Seeblick"-Restaurants am Nieder-Mooser Campingplatz, Uwe Herbert, war "voll zufrieden", zumal nach dem mehrstündigen Wettbewerb dann doch noch einige hundert Leute ausreichend Lust und Zeit hatten, an der großen "Erdinger-Party" teilzunehmen.
Das Wichtigste: die Lokalmatadoren Markus Dietz und Tobias Schell sind die Sieger 2010. Im Finale setzten sich die beiden aus Gunzenau gegen drei weitere Gegner durch. Mit einer Paddelzeit von 1 Minute und 9 Sekunden sicherte sich das Team „Wildschweine Gunzenau“ den Titel vor dem Team „Sautrogflitzer 1“ (Jörg Kupferschläger und Marco Stoll) aus Wallroth mit einer Laufzeit von 1:26 Minuten. Dabei machten die Sieger ihrem Namen alle Ehre und schlüpften für das Rennen in Schweinekostüme. Im Finale verzichteten sie aber darauf. Dritter wurden die Mannschaft „Luftstrom“ mit Michael Häuser und Markus Karl aus Freiensteinau mit 1:38 Minuten, während satte 3:29 Minuten die Zeit von „Charlotte 1“ mit den Team-Mitgliedern Herbert Haase und Holger Gräf aus Nassenerfurth in der Nähe von Borken betrug. Sie erwischte es im Finale kalt, denn kurz nach dem Start verloren beide die Balance in ihrem Sautrog und machten Bekanntschaft mit dem kalten Nass.
Erwischt hatte es zunächst den Vorjahres-Finalisten aus Massenerfurth: er war die erste Mannschaft, die in den Vorläufen "ab ins Wasser" musste. Das Schwierigste war eindeutig, die Balance zu behalten, um nicht mit dem nassen Element Bekanntschaft machen zu müssen. Rund zehn Teams landeten aber erst einmal im Wasser, bevor sie ihr Rennen dann doch noch zu Ende fuhren. Während in den Vorläufen noch die gepaddelte Zeit zählte und somit entschied, wer im Halbfinale dabei war, ging es dann nach dem Ko-System. Dritter Rang im Halbfinale und das Team war "draußen".
Insgesamt 28 Mannschaften, exakt die gleiche Anzahl wie im Vorjahr, wollten den Titel des „Hessischen Sautrogmeisters“ erringen, doch es konnte nur einer werden. Ganz nah standen Zuschauer am Geschehen, um ja nichts zu verpassen, denn einen Sautrog auf dem Wasser zu manövrieren ist keine leichte Angelegenheit. Hier stand im Notfall das DLRG zur Verfügung, das aber keinen ernsthaften Einsatz hatte. Da musste schon einmal der Ring aus dem Wasser gefischt werden oder ein Sautrog, der vollgelaufen war, zum Start gebracht werden. Schon der Einstieg gestaltete sich nicht einfach. Während manche Gegner schon einen Teil der Strecke zurückgelegt hatten, waren andere noch damit beschäftigt, überhaupt im Boot Halt zu finden.
Nur wer die Paddel richtig einsetzte, blieb dann einigermaßen auf der „Ideallinie“ - wichtig waren auch Knieschoner oder ein weicher "Untersatz". Andere, die nicht so geschickt waren, trudelten "Querfeldbeet" über die Wasseroberfläche und produzierten damit teilweise Zusammenstöße, die aber alle glimpflich abgingen. Hatte man den, auf einem Haken befindlichen Ring, endlich im Boot, ging es weiter zum Wendepunkt. Dort musste der Bootskörper nicht gedreht werden, sondern die Fahrer nahmen nach einer 180 Grad Drehung - natürlich um ein fest installiertes Bierfass - in ihrem Gefährt die Fahrt wieder Richtung Ziel auf. Zuvor musste noch der Ring erneut aufgehängt werden
Als „rennsachverständig“ erwies sich das Publikum, dem natürlich die Fahrfehler nicht verborgen geblieben waren, die kommentiert und diskutiert, bejubelt und beklatscht wurden. Und eines war für alle Zuschauer wie auch Mitwirkenden klar: im Sommer 2011 - da gibt es die 4. Hessenmeisterschaft im "Sautrog-Rennen" auf dem Nieder-Mooser See (ma). +++
