Am vergangenen Wochenende fand in Bremen die diesjährige "Rescue Challenge" statt. Hierbei geht es um die deutschen Meisterschaften in der PKW-Unfallrettung. An den Start gingen 15 Teams aus ganz Deutschland. Das Team aus Sinntal und den Kameraden aus Waldeck waren die beiden einzigen hessischen Vertreter. Beide Teams waren das erste Mal bei solch einer Meisterschaft dabei. Bei diesem Wettbewerb geht es darum, eine verletzte eingeklemmte Person möglichst schnell und schonend aus einem Unfallfahrzeug zu befreien. Dabei wird besonders auf die Versorgung des Patienten, auf die Zusammenarbeit im Team und auf das technische Können der Mannschaften geachtet. Hauptziel dieses Wettbewerbes ist es jedoch nicht, gegeneinander zu arbeiten, sondern voneinander zu lernen. Die Teams versuchen sich gegenseitig Tipps zu geben und schauen sich die positiven Handgriffe von dem anderen ab, um ihre eigenen Techniken zu verbessern.
Der Wettbewerb in Bremen startete am Freitagmorgen mit der Einweisung der Teamcaptains und des Inneren Retters. Danach startete für die Sinntaler zunächst der Wettkampf mit dem Standard-Szenario. Dies stellte sich so dar, das ein PKW gegen ein landwirtschaftl. Anhänger gefahren war, sich von dort ein 40 cm im Durchmesser und 5m langer Holzstamm löste und durch die Windschutzscheibe in die Fahrgastzelle eingedrungen ist. Die Person auf dem Fahrersitz saß im Abstand von nur 3 cm hinter dem Holzstamm und war in ihrem Fahrzeug eingeklemmt.
Das Team löste diese Aufgabe lange vor dem Ablauf der für diese Situation vorgegebenen Zeit von 20 Minuten. Die Team-Beurteilung direkt im Anschluss war durchaus positiv. Damit nahmen sich die sechs Mitglieder des Teams vor, die Vorgabezeit von 10 Minuten für das Rapid-Szenario am Samstagmorgen ebenfalls zu schaffen. Wie sich herausstellte, war dies eine mutige Aussage, denn bis dahin hatte es kein Team innerhalb dieser Zeit geschafft. +++
So kam es dann auch, das dieses Szenario, in dem eine Person auf dem Fahrersitz eingeklemmt war und jeweils seitlich ein Hindernis am Unfall-PKW stand, einen Zugang hierüber unmöglich machte. Der Captain entschied sich für die Rettung über die Rückbank aus der Heckklappe. Das Schneiden der Rücksitzbankscharniere mit der Säbelsäge nahm sehr viel mehr Zeit in Anspruch wie angenommen. Der anschließende Gerätewechsel auf den Spreizer brachte ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg, bevor die Zeit um war. Das Team hätte noch ca. 2 Minuten für die Rettung benötigt. Dennoch war die Beurteilung der Schiedsrichter der einzelnen Mannschaftsteile für Captain (Dirk Schiefer, Schwarzenfels), Medic (Michael „Jossi“ Schüssler) und Technicals (Marcel Jordan, Oberzell, Thomas Böhm und Matthias Gärtner, Altengronau und Thomas Beier, Mottgers) wiederum sehr positiv.
Die Siegerehrung am Abend offenbarte dann die Leistung des Sinntaler Teams. Zu der Teamwertung muss man wissen, dass die ersten beiden Plätze in den letzten Jahren jeweils an die Teams aus Kaltenkirchen und der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach gingen. So war es auch in diesem Jahr. Mönchengladbach setzte sich vor Kaltenkirchen durch. Das Sinntaler Newcomer-Team ist mit dem dritten Platz also mehr als zufrieden. Aber das war noch nicht alles. „Ich hatte gehofft, gut abzuschneiden, weil wir am Patient gut gearbeitet hatten. Das am Ende aber auch der 3. Platz in der Wertung des Best Medic für mich rausspringt, hätte ich nicht gedacht“, resümierte Jossi Schüssler. Den Vogel schoss das Team aber in der Wertung des Best Captain ab: „Damit habe ich nicht gerechnet. Nur wenige Punkte hinter dem Sieger-Captain den 2. Platz einzufahren, ist einfach nur genial!“, freute sich Dirk Schiefer.
Gesamtwertung: Platz 3 / Einzelwertung Medic: Platz 3 / Einzelwertung Einsatzleiter (Teamcaptain) : Platz 2
Die ersten Gratulanten waren selbstverständlich neben dem Bürgermeister Carsten Ullrich, auch der Kreisbrandinspektor Markus Busanni und Landrat Erich Pipa. Die nächste große Aufgabe hat sich das Team schon wieder gesteckt: die Ausrichtung der deutschen Meisterschaft in 2011 gemeinsam mit der Feuerwehr Mottgers, die nächstes Jahr ihr 60jähriges Bestehen feiert. Darüber hinaus möchte das Team das erworbene Know-How nun auch den anderen Feuerwehrkameraden im Main-Kinzig-Kreis im Rahmen der Kreisausbildung weitergeben. Hierzu werden in den nächsten Tagen konkrete Vorstellungen an das Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises gegeben. Weitere Informationen zu dem Wettbewerb und dem Team unter www.tr-sinntal.de . +++