Beim zweiten Einsatz des Mercedes SLS AMG GT3, beim 34. DMV 250 Meilen-Rennen, haben der Münchner Thomas Jäger und der aus der Talentschmiede von Lingmann Motorsport stammende Kulmbacher Christopher Haase Geschichte geschrieben. Mit ihrem Gesamtsieg, dem ersten seit 1998 für Mercedes in der VLN, unterbrachen sie die seit 13 Rennen anhaltende Siegesserie von Porsche. Nach spannendem Rennverlauf verwiesen sie das Porsche Manthey-Team auf Platz 2. Auf Platz 3 kam das stark fahrende Duo Dirk Adorf/Jörg Müller im BMW Z4 von BMW Motorsport.
Bei absolut widrigen Witterungsverhältnissen hatten es die Teilnehmer schwer mit der Reifenwahl. Strömender Regen, Nieselregen und ein sonniger Abschnitt von 25 Minuten stellten den Rennverlauf manchmal buchstäblich auf den Kopf. Dies mussten leider auch Christian Leutheuser, Alex Schula und Wolfgang Kudrass im schnellen Lingmann BMW M3 der Klasse SP5 erfahren. Im Training belegten sie Platz 2 hinter dem Live Strip BMW von Plentz/Neuser. Scheinbar eine recht gute Ausgangsposition. Startfahrer Kudrass begann besonnen, um in der Startphase kein Risiko einzugehen. So schoben sich eine ganze Reihe Teilnehmer anderer Klassen zwischen dem Live Strip Auto und Kudrass, so dass er sich bald über eine Minute hinter dem Führenden befand und noch von dessen Schwesterauto mit den Brüdern Nägele überholt wurde.
In dieser Reihenfolge übergab er an Christian Leutheuser. Sein Hinweis, die Strecke sei noch feucht, bewog das Team, die Regenreifen drauf zu lassen. Das erwies sich allerdings als nicht so günstig, da in der plötzlichen Sonnenscheinphase die Strecke schnell abtrocknete. So musste Christian Leutheuser wieder an die Box um Slicks aufzuziehen. Damit ein Boxenstopp eingespart werden sollte, ließ Herbert Lingmann Alex Schula das Auto übernehmen, damit dieser bis zum Schluss durchfahren konnte. Die Rechnung schien anfangs aufzugehen. Doch nach zwei Runden begann es plötzlich wie aus Eimern zu gießen. Also musste Schula wieder an die Box um auf Regenreifen zu wechseln. Die beiden Führenden holten sich schon eine Runde vorher Regenreifen und nutzten den Boxenstopp des Lingmann Autos, um kräftig davon zu ziehen.
Schula fuhr sofort hart auf Angriff und konnte den Vorsprung auf den Zweiten Runde für Runde verkürzen. Jubel brandete auf, als er Nägele überholte. Kurz danach machte sich Bestürzung auf den Gesichtern der Lingmänner breit, denn mit der roten Flagge wurde wiederum Rennabbruch angezeigt. Wieder verlor man den auf der Strecke erkämpften Platz, da das Ergebnis der vorletzten Runde vor dem Abbruch zugleich das Endergebnis ist.
Der Grund für den Abbruch war ein heftiger Graupelschauer, der die Sicherheit der Teilnehmer stark gefährdete, so dass sich die Rennleitung richtigerweise zum Abbruch entschloss. Keine Auswirkung auf das Ergebnis in der Gruppe H und der Klasse H3 hatte der Abbruch. Ulli Packeisen und Hubert Nacken fuhren im Lingmann M3 ein fulminantes Rennen. Besonders bei Nässe fuhr Packeisen das gesamte H-Feld in Grund und Boden. Derart angestachelt legte Hubert Nacken nach und so konnte nicht nur Platz 1 in der Klasse sondern auch der Gruppensieg gefeiert werden.
Platz 2 in der gleichen Klasse holten überraschend die beiden Österreicher Harald Mahatsek und Jürgen Stockmar und dem Herner Ingo Tepel, auf dem zweiten H3 BMW vom Team Lingmann. Das gute Abschneiden von Lingmann Motorsport wurde noch durch Platz 3 durch die Österreicher Roman Scharaditsch und Andreas Kreutzer abgerundet, die in der ungewohnten Klasse SP6 eine gute Figur abgaben.
Vor dem letzten Rennen am 30. Oktober belegen Leutheuser/Schula Rang 31 in der Gesamtwertung, mit 57,60 Punkten. Dicht gefolgt vom Duo Nacken/Packeisen, die 56,41 Punkte auf dem Konto haben und damit Platz 36 belegen. Auf Platz 43, mit 55,60 Punkten, liegt Wolfgang Kudrass (kh). +++