Diesen Samstagabend werden die Ringerfreunde des RSC Fulda nicht so schnell vergessen. Im Vorfeld war es schon brisant, aber was die Ringer des RSC gegen die Nachbarn aus Hanau/Erlensee geboten haben, war eine Höchstleistung. Nach einem schlechten Saisonstart beider Vereine, hat man dem Derbycharakter ein neues Antlitz verliehen, denn beide Vereine standen im Tabellenkeller. Diese Begegnung sollte eine Schicksalsfügung für den Gewinner sein. Auch die beiden Trainerfüchse haben sich mit Aufstellungen und Gewichtsreduzierung einiges einfallen lassen. Der Fuldaer Trainer A. Mattauch tausche die beiden schweren Gewichtsklassen, stellte Alex Savin, der von seinen Teamkollegen „Löwenherz“ genannt wird, in die 130 kg. Er sollte Rene Bernd durch seinen schnellen Ringstil aus dem Konzept bringen. Dies gelang ihm auch bravourös.
Für den verletzten Vasilij Zelich, stellte er den jungen Erwin Rundt in der 66 kg Klasse gr.-röm auf. Der Trainer selbst, stellte sich im Weltergewicht bis 74 kg auf, statt im Freien Stil in gr. röm. Damit wollte er das Aushängeschild der Hanauer, Can Özgün ausschalten. Aber auch die Gäste tricksten mit der Aufstellung, ließen die Gewichtsklasse bis 74 gr.-röm. leer laufen und stellten ihr Zugpferd im freien Stil auf. Die zweite Überraschung gelang den Gästen bis 55 kg, indem sie M. Hufnagel fünf Kilo abkochen ließen, um den Fuldaer Rodi Deniz aus dem Weg zu gehen.
Schließlich erkannte der Fuldaer Trainer, dass an diesem Abend nur über Kampfgeist gesiegt werden konnte. Auf der Matte macht Rodi Deniz bis 55 kg gegen Marcel Braune kurzen Prozess und steuerte 4 Mannschaftspunkte bei. Im Schwergewicht heimste Alex Savin einen Mannschaftspunkt ein. In der 96 kg ließ der Neufuldaer Ghenadie Schirca dem jungen Ahmet Yilmaz keine Chance. In der 84 kg machte Andreas Eisfeld seine unglückliche Niederlage der Vorwoche wieder gut und besiegte den sehr agilen Viktor Kaiser nach technischer Überlegenheit.
Der entscheidende und wichtigste Kampf des Abends war dann im 66 kg Freiem Stil. Beide Ringer waren zu dem Zeitpunkt Punktegaranten für ihre Teams. Auf ihnen lastete eine große Verantwortung. Der Fuldaer Kahlid Alhadi gewann in beiden Runden gegen Antony Jentsch, jedoch konnte der Gästeringer die dritte Runde für sich entscheiden. Für den Trainer war klar, auch wenn Kahlid die vierte Runde gewinnen sollte, würden die Fuldaer 19:20 verlieren. In der Rundenpause wurde dies dem Sportler auch unmissverständlich verdeutlicht. Nur durch einen Schultersieg ist ein Mannschaftssieg möglich. Der Gästeringer wurde selbstverständlich auch gut eingestellt, er ließ dem Fuldaer keine Entfaltungsmöglichkeit. Kahlid riskierte alles. In der Bodenlage war es dann schließlich soweit, mit einem Übersteiger überraschte er seinen Gegner und brachte ihn auf die Schultern. Der Unparteiische H. Wissel aus Mömbris-Königshofen fackelte nicht lange und klopfte den Kampf ab.
Ein riesiger Jubel brach in der Halle aus, alle feierten den Heimringer Kahlid euphorisch und fielen sich in die Arme.Dieser Sieg brachte den Fuldaern den siebten Tabellenplatz und für die nächste Begegnung mehr Freiraum.
50 kg F Viktor Koch – Martin Huftnagel 0:4 SS (0:3)
130 kg G Alex Savin – Rene Berndt 0:3 PS (0:6, 1:3, 2:2)
55 kg G Rodi Deniz – Marcel Braune 4:0 SS (3:0)
96 kg F Ghenadie Schirca – Ahmet Yilmaz 4:0 SS (8:0, 7:0)
60 kg F o. V.- Ibrahim Yagdi 0:4 OG (0:0)
84 kg G Andreas Eisfeld – Viktor Kaiser 4:0 TÜ (8:1, 6:0, 6:0)
66 kg G Erwin Rundt – Ali Bilgin 0:4 SS (6:4, 6:1, 1:2)
74 kg F Serhan Karslioglu – Can Özgün 0:4 ÜG (0:4)
66 kg F Kahlid Alhadi – Antony Jentsch 4:0 SS (4:1, 7:4, 8:1, 5:1)
74 kg G Andreas Mattauch – o. V. 4:0 OG (0:0)
Vorschau für Freitag, den 22.10.2010
Die Gäste aus Kahl am Main brachten den jungen Fuldaern Ringern die erste Saisonniederlage, die für eine große Gesprächsstoff sorgte. Der Unparteiische G. Geiß aus Seehein/Odenwald stelle Vasilij Zelich von der Matte und disqualifizierte ihn wegen Unsportlichkeit. Die Fuldaer protestierten ganz offiziell beim Rechtsausschuss des HRV. Es wurde zwar von einer Strafe abgesehen aber die Punkte wurden als Tatsachenentscheidung den Kahlern zugesprochen. Am Samstag den 23.10.2010 will man mit der großen Unterstützung des Fuldaer Publikums die offene Rechnung aus der Vorrunde begleichen und die zwei Mannschaftspunkte in Fulda lassen.+++