Freitag, 19:00 Uhr: TTC Ruhrstadt Herne – TG 1837 Hanau
Bei Herne ist Zhou Bin, der am Mittwoch in Düsseldorf im DTTB-Pokal Patrick Baum bezwang und gegen Timo Boll gut mithielt, inzwischen in der Liga angekommen. Zusammen mit dem routinierten Petr Korbel und den hungrigen, aber bisher im Oberhaus noch nicht erfolgreichen Erik Bottroff und Teodor Yordanov hat der Aufsteiger eine gefährliche, nur schwer auszurechnende Truppe. Man möchte gegen die Hessen, die bei 2:8 Punkten selbst den Abstiegskampf vor Augen haben, vor heimischer Kulisse den ersten Saisonsieg in der Bundesliga einfahren.
Hernes Pressesprecher Arthur Schemp lässt keinen Zweifel am Siegeswillen der Ruhrstädter, warnt aber auch vor der Qualität des Gegners: „Gegen Hanau würden wir nur allzu gerne die ersten Punkte einfahren, sind uns aber der Schwierigkeit durchaus bewusst. Hanau kann nun wieder mit Yang Zi spielen und Steffen Mengel ist in einer außerordentlich guten Form, dadurch wird das Unterfangen "erster Heimsieg" alles andere als leicht werden.“
Hanaus Trainer Helmut Hampl, der gerade zum dritten Mal zu Deutschlands Trainer des Jahres gekürt wurde („Man freut sich immer, wenn die Arbeit, die man macht, auch von anderen Leuten anerkannt wird“), sieht seine Mannschaft in beiden Spielen in der Außenseiterrolle: "Wir sind in Herne und am Sonntag gegen Saarbrücken Außenseiter und werden versuchen, uns in beiden Spielen so gut wie möglich zu verkaufen. Vielleicht gelingt es uns ja doch, gegen einen der beiden Gegner zwei Punkte zu entführen." Personell kann er endlich wieder aus dem Vollen schöpfen: „Alle vier Spieler sind derzeit fit.“
Freitag, 19:00 Uhr: SV Werder Bremen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell
Gleich zweimal innerhalb von sechs Tagen kommt es zu jenem interessanten Duell zwischen den Norddeutschen und den Osthessen. Am kommenden Freitag reisen Wang Xi und Kollegen zunächst in Sachen DTTL in die Hansestadt, ehe man sich am Donnerstag nächster Woche in Fulda zum Viertelfinale im Deutschen Pokal wiedersieht. Der homogen besetzte SV Werder hat sich bisher – bei 2:6 Punkten und Tabellenplatz sechs – unter Wert verkauft, allerdings waren auch sehr unglückliche Niederlagen dabei wie gegen Grenzau und in Düsseldorf. Nur einen Platz besser sind momentan die Maberzeller tabellarisch angesiedelt, allerdings weist ihre Tendenz bei 4:2 Punkten – verloren wurde nur gegen Borussia Düsseldorf – vielmehr in Richtung Play-Offs. Dort könnten aber auch Hielscher & Co. noch hin gelangen, wenn sie nunmehr eine kleine Serie starten.
Auf der Werder-Homepage schreibt Florian Schwarz: „Mit Fulda-Maberzell wartet ein Schwergewicht der Tischtennis-Bundesliga auf die Bremer… Fulda bietet die gleiche Mannschaft wie im Vorjahr auf, und ist damit ein Unikum in der Bundesliga. Ein Grund für Transfers ist auch nicht gegeben, die Rhöntaler stellen mit Verteidigungskünstler Wang Xi, Altmeister Jan-Ove Waldner, Robert Svensson und Qing Yu Meng einen ausgeglichenen und qualitativ hochwertigen Kader… Die Werderaner benötigen eine Energieleistung, um in das Wochenende erfolgreich zu starten.“
Fuldas Präsident Stefan Frauenholz bringt die Ausgangslage auf folgenden Nenner: „Mit Werder Bremen haben wir einen schweren Gegner erwischt. Die Mannschaft ist sehr ausgeglichen besetzt, was ihnen viele taktische Möglichkeiten beschert. Ich sehe zwei enge Partien vor uns liegen. In den vergangenen Jahren kamen die Spiele gegen Werder immer einer Gratwanderung gleich. Häufig ging es auch bis ins Abschlussdoppel. Ich vermute, dass es erneut ähnlich eng werden könnte. Zudem haben sich die Werderaner mit Adrian Crisan hervorragend verstärkt und Lars Hielscher hat schon mehrfach gegen Wang Xi gewonnen. Die Aufstellung der Trainer wird sehr entscheidend sein. Die Form stimmte zuletzt bei allen unseren Spielern, wie das ECL-Spiel in Russland gezeigt hat. Wir gehen deshalb voller Zuversicht in die beiden Partien.“
Sonntag, 15:00 Uhr: SV Werder Bremen – TSV Gräfelfing
Beim zweiten Heimspiel der Hanseaten binnen 44 Stunden ist die Ausgangslage dagegen eindeutig, obwohl sich die Differenz zwischen beiden Mannschaften punktemäßig gar nicht so gravierend darstellt: Werder ist mit 2:6 Zählern notiert, der Aufsteiger aus Bayern mit 0:4. Dennoch sind Crisan und Kollegen klar favorisiert gegen den hoch motivierten „Underdog“ aus dem Münchner Süden, der zuletzt immerhin den starken Grenzauern beim 2:3 einen heißen Tanz lieferte. Doch – und das ist bisher die Crux der Süddeutschen – reduziert sich der TSV im Oberhaus bislang auf den bärenstarken Inder Kamal Sharath Achanta, während seine deutschen Kollegen zwar zum guten Team-Spirit beitragen und in kämpferischer Hinsicht glänzen, jedoch noch nichts Zählbares beitragen konnten. Ob dies ausgerechnet an der Weser anders sein wird, steht in den Sternen.
Auf der Werder-Homepage ist zu lesen: „Mit dem TSV Gräfelfing erwarten die Grün-Weißen am Sonntag den aktuellen Meister der 2. Bundesliga Süd, die Münchener konnten als Aufsteiger bisher jedoch noch keine Punkte in der Bundesliga für sich verzeichnen… Unumstrittener Spitzenspieler ist der Inder Sharath Kamal Achanta, Gräfelfings Neuzugang reist mit einer makellosen Bilanz von vier Siegen und keiner Niederlage zum Spiel an die Weser. Stefan Frasch, Gabriel Stephan und Nico Christ ergänzen den Kader der Süddeutschen, jedoch warten die drei Deutschen noch auf ein Erfolgserlebnis in der höchsten deutschen Spielklasse.“
Daniel Demleitner vom TSV weiß um die Stärke des Gegners aus dem hohen Norden, will aber die Flinte nicht schon vor der Partie ins Korn werfen: „Natürlich gehen wir als krasser Außenseiter in das Spiel. Wir werden alles in die Waagschale werfen und unser bestmöglichstes geben, um vielleicht für eine kleine Sensation sorgen zu können. Die Bremer Mannschaft ist sehr ausgeglichen besetzt, was allerdings auch gleichzeitig ein Vorteil für uns sein könnte. Vielleicht haben wir ja diesmal das Quäntchen Glück, das wir brauchen um endlich den ersten Sieg in der DTTL erringen zu können. Unsere Mannschaft ist ein super Team, jeder trägt seinen Teil dazu bei. Kamal hat einen tollen Start hingelegt und ich bin mir sicher, dass Nico Christ, Gabriel Stephan und Stefan Frasch nachziehen werden und uns noch alle durch ihren Kampfgeist und Spielstärke beeindrucken werden. Die Jungs sind heiß, heiß darauf, die Mannschaft als Teamplayer unterstützen zu können.“
Sonntag, 15:00 Uhr: TTC Zugbrücke Grenzau – TTF Liebherr Ochsenhausen
Ein echtes Topspiel steht in der Zugbrückenhalle auf dem Programm. Die Westerwälder – derzeit Tabellendritter mit 6:2 Punkten – fordern den hartnäckigsten Düsseldorf-Verfolger Ochsenhausen heraus. Die Oberschwaben weisen 8:2 Zähler auf und haben bislang lediglich gegen das Boll-Team verloren – und das in einem richtig engen Match und nahezu auf Augenhöhe. Bei Ochsenhausen haben sich Seiya Kishikawa, Marcos Freitas und der frischgebackene Austrian Open-Sieger Tiago Apolonia prächtig entwickelt – auch Ruwen Filus dürfte demnächst noch einen Sprung nach vorne machen. Die Westerwälder stellen ebenfalls eine starke Truppe. Lucjan Blaszczyk, der verletzungsbedingt am Sonntag aber wohl nochmals pausieren wird, Robert Gardos und Tomas Pavelka überzeugten wiederholt in den letzten Wochen – nur Kenji Matsudaira schwächelt nach wie vor.
Der Ausgang des Spitzenspiels der beiden hochkarätigen Play-Off-Anwärter scheint völlig offen und von der Tagesform der Akteure abhängig zu sein – zudem spielt natürlich immer auch ein gutes Händchen im Aufstellungspoker und ein wenig auch das Glück eine Rolle in Hinblick auf die Frage, wer am Ende die Halle als Sieger verlässt. Die glatte Pokalschlappe der Brexbachtaler am Dienstag vor heimischem Publikum gegen Saarbrücken macht die Grenzauer als Gegner für Ochsenhausen gewiss nicht leichter, wollen sich diese doch am Sonntag mit aller Macht rehabilitieren.
Nach der Pleite gegen die Saarländer hatte TTC-Chef Manfred Gstettner erklärt: „Mit dieser Leistung wird es auch am Sonntag gegen Ochsenhausen mehr als schwer." Das ist natürlich zutreffend, jedoch wird allgemein damit gerechnet, dass Gardos & Co. sich diesmal deutlich stärker präsentieren werden. Grenzaus Trainer Anton Stefko bezieht das Saarbrücken-Spiel in seine Überlegungen mit ein: "Wir haben uns am Donnerstag zusammengesetzt und das Spiel gegen Saarbrücken analysiert. Was können wir besser machen? Wo haben wir technische und taktische Fehler gemacht? All diese Fragen haben wir uns gestellt. Ochsenhausen hat unter anderem 3:1 gegen Saarbrücken gewonnen - das wird ein ganz harter Brocken für uns. Ein solches Spiel kann man sicherlich auch mal verlieren, aber nicht auf die Art und Weise, wie wir gegen Saarbrücken verloren haben. Ich erwarte deutlich mehr Einsatz, da muss mehr Leben rein. Denn wir werden unsere Chancen haben. Vielleicht gelingt es uns ja, in Führung zu gehen. Das würde den anderen Spielern sicherlich zusätzlich Schwung verleihen." Robert Gardos will frischen Schwung in seine Leistung bringen: "Gegen Saarbrücken war ich vom Kopf her nicht frisch, es fehlte die Konzentration. Ich hatte nach der Geburt unseres Sohnes bis zum Spiel kaum geschlafen. Ich hatte spielerisch meine Chancen, aber der Kopf war müde, ich war einfach schlecht drauf. Ochsenhausen wird sehr, sehr schwer. Aber wir müssen von Punkt zu Punkt denken. Ich glaube, es ist möglich, mit einer guten Leistung auch gegen Ochsenhausen zu bestehen. Dafür müssen wir aber alle drei unsere Form bringen."
TTF-Präsident Rainer Ihle will die beiden Zähler aus dem Westerwald entführen, warnt aber vor dem Gegner: „Grenzau ist Play-Off-Kandidat und verfügt über eine gute Mannschaft. Man steht nicht von ungefähr auf Platz drei und ist mit Spielern wie Gardos und Blaszczyk immer schwer auszurechnen. Die Grenzauer werden versuchen, uns zu attackieren. Wenn es uns gelingt, sie zu schlagen, haben wir schon frühzeitig ein richtig gutes Polster für den Winter. Für uns ist es eine echte Standortbestimmung. Die Mannschaft ist gut drauf und Tiago Apolonia schwimmt derzeit auf einer Woge des Glücks. Wir sind gewappnet und wollen das Spiel unbedingt gewinnen.“
Sonntag, 15:00 Uhr: TG 1837 Hanau – 1. FC Saarbrücken
Der Play-Off-Anwärter aus dem Saarland, seit Dienstag auch fürs Pokal Final Four qualifiziert, hat mit Bastian Steger, Bojan Tokic und Joao Monteiro eine äußerst homogene Mannschaft und dürfte nur dann zu knacken sein, wenn bei den Brüder-Grimm-Städtern, die zuletzt durch das lange Fehlen von Spitzenspieler Yang Zi gehandikapt waren, alles absolut rund läuft. Saarbrücken belegt zurzeit Tabellenplatz vier, die Hessen sind Siebter. Beide benötigen die Punkte – die Saarländer um auf Play-Off-Kurs zu bleiben, die TGH, um etwas Luft zur Abstiegszone zu bekommen. Letzte Saison siegten Tokic & Co. mit 3:0 in Hanau, mussten aber im Rückspiel eine überraschende 1:3-Heimniederlage hinnehmen.
Hanaus Teammanager Johannes Herrmann weiß, dass eine Herkulesaufgabe bevorsteht: „Gegen Saarbrücken wird es nochmals schwieriger werden als in Herne, da diese Mannschaft sehr stark besetzt ist. Wir gehen jedoch bestens vorbereitet in die Spiele und sind aufgrund der letzten nationalen und internationalen Erfolge unserer Spieler hoch motiviert.“ Steffen Mengel, der letzte Woche bei den Austrian Open unter anderem beim 4:2-Sieg gegen Adrian Crisan überzeugte, sieht sein Team in der Außenseiterrolle, verspricht den Fans aber einen beherzten Fight: „Saarbrücken ist gegen uns haushoher Favorit. Sie sind für mich nach Düsseldorf und Ochsenhausen die drittstärkste Mannschaft der Liga. Wir werden aber um unsere Minimalchance kämpfen und versuchen, unseren begeisterungsfähigen Zuschauern ein tolles Spiel zu bieten.“
FCS-Trainer Matthias Landfried warnt vor dem Gegner: "Mit der TG Hanau erwartet uns eine sehr gefährliche Mannschaft, da die Hessen mit Sicherheit wieder auf ihren Spitzenspieler Yang Zi zurückgreifen können. Die jungen deutschen Spieler werden auch immer stärker und Thomas Keinath ist für fast jeden Spieler auf der Welt brandgefährlich. Dazu noch Trainerlegende Helmut Hampl - ein Grund mehr, hochkonzentriert ranzugehen."
Sonntag, 16:30 Uhr: SV Plüderhausen – TTC Ruhrstadt Herne
Die Situation ist klar, beide Teams benötigen wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. Der SVP ist Tabellenachter mit 2:8 Punkten, Herne folgt, noch punktlos, auf Rang neun, hat aber erst zwei Ligaspiele absolviert. Die Ruhrstädter setzten natürlich große Hoffnungen auf Petr Korbel und Zhou Bin. Eine Partie auf Augenhöhe ist alles andere als unwahrscheinlich.
Plüderhausens Sportkoordinator Ulrich Engele äußert sich ausführlich im Vorfeld der Partie: „Natürlich hoffen wir, dass wir gegen Herne unseren zweiten Sieg feiern dürfen. Dass dies aber sehr schwer sein wird, wissen wir auch, denn Zhou Bin ist ganz sicher wesentlich stärker als er bis jetzt in der Bundesliga gespielt hat. Erstmals hat er dies mit seinem Erfolg gegen den in der DTTL bisher unbesiegten Inder Achanta bewiesen - vielleicht für uns gerade zur Unzeit, weil er sich dadurch vielleicht das Selbstvertrauen geholt hat, das er bisher nicht hatte. Über Petr Korbel brauchen wir nicht viel sagen. Er ist selbstverständlich jederzeit in der Lage zu punkten, auch wenn er vielleicht nicht mehr ganz so stark ist wie früher. Worauf wir auf jeden Fall hoffen ist, dass wir gegen die Nummer drei punkten, egal ob Bottrop oder Yordanov zum Einsatz kommen, aber dies allein reicht natürlich nicht, es müssen auch andere Punkte geholt werden. Wir werden auf alle Fälle in Bestbesetzung antreten und unsere Akteure werden sicherlich alles geben, um dieses wichtige Match für sich zu entscheiden.“
Hernes Pressesprecher Arthur Schemp hält im Vorfeld der Partie alles für möglich: „Es wird entscheidend sein, ob man ein positives Gefühl aus den vorherigen Spielen mitnehmen und mit Selbstvertrauen nach Plüderhausen reisen kann, oder ob der Druck größer wird. Diese Partie sehe ich als absolut ausgeglichen an und denke, dass die Tagesform entscheiden wird.“+++