Fulda wird neue "Hauptstadt" im deutschen Tischtennis-Profisport. Die Vertreter der zehn Tischtennis-Bundesligisten haben heute im Fuldaer Stadtschloss eine Eigengesellschaft, die TTBL sport GmbH, gegründet. Geschäftsführer ist Claus-Dieter Schad, der in den kommenden Wochen und Monaten die Aufbauarbeit leisten wird. Der Vize-Präsident des heimischen Bundesligisten TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell zeigte sich erfreut über das Vertrauen seiner Kollegen. In Fulda wird in Kürze eine Geschäftsstelle in der Innenstadt eingerichtet.
Zunächst einmal steht die neue Struktuierung, Planung, Durchführung und Organisation des Tischtennis-Sports im Bereich der 1. Bundesliga der Herren in Deutschland und damit verbundene Veranstaltungen im Mittelpunkt, erklärte Schad in einem ersten Statement gegenüber osthessen-news. Es werde weiterhin mit Auf- und Abstieg zwischen 1. Liga und den zweiten Ligen gespielt. Ein Schwerpunkt wird die intensivere Vermarktung des Tischtennis-Sports in den Medien sein. Ab der nächsten Saison firmiert die erste Liga dann unter dem Namen TTBL.
Die Lösung vom Verband hin zu einem eigenständigen Ligabetrieb gibt es in vvielen Sportarten. Bestes Beispiel ist die Deutsche Fußball Liga (DFL) oder die HBL (Handball-Bundesliga). Der Schritt zur Eigenständigkeit werde vom Deutschen Tischtennis Bund unterstützt. "Wir werden weiter an einem Strang ziehen", sagte Matthias Vatheuer, Generalsekretär des DTTB am Nachmittag während einer Pressekonferenz in Fulda.
Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller ließ es sich nicht nehmen, die Repräsentanten der aktuell 10 Bundesligisten sowie des Deutschen Tischtennis-Bundes im malerischen Barockschloss von Fulda willkommen zu heißen. Möller brachte in seiner Begrüßungsansprache seine Freude zum Ausdruck, dass es gelungen sei, die Sportstadt Fulda zum zentralen Sitz einer der beliebtesten Sportarten überhaupt zu machen. Dafür sei sicher nicht nur die hervorragende Infrastruktur Fuldas Grund gewesen, die ideale Verkehrsanbindung der Stadt mitten in Deutschland, sondern auch die große Beliebtheit, die Tischtennis gerade in Fulda besitze, nicht zuletzt repräsentiert durch den heimischen Bundesligisten, den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, der sich in den jetzt sechs Jahren seiner Zugehörigkeit zum Tischtennis-Oberhaus zunehmend zu einem Aushängeschild weit über die Grenzen Fuldas hinaus entwickelt habe. Möller versprach der Versammlung, dass die Tischtennis Bundesliga im Stadtschloss immer offene Ansprechpartner finden werde.
Der Generalsekretär des DTTB, Matthias Vatheuer, ging auf die zurückliegenden zwei Jahre intensiver Beratungen ein, die mit dem heutigen Tag einen ersten sichtbaren Abschluss gefunden haben. Der Deutsche Tischtennis-Bund habe den Prozess der Verselbständigung der Bundesliga Herren nicht nur begrüßt, sondern jederzeit konstruktiv unterstützt. Auch in der jetzt beginnenden Aufbauphase stehe man der Bundesliga weiterhin zur Seite. Man bekenne sich zu einer gemeinsamen und in Kooperation wahrzunehmenden Verantwortung für den deutschen Spitzentischtennissport sowie zu dessen Förderung. Der DTTB werde im Sinne der bestehenden sportlichen Partnerschaft sowie unter Berücksichtigung der umfassenden Verantwortung für den Tischtennissport mit Trägerverein und Sport GmbH zusammenarbeiten.
Andreas Preuß, langjähriger Manager des Deutschen Rekordmeisters Borussia Düsseldorf und von der Versammlung zum ersten Aufsichtsratsvorsitzenden der TTBL Sport GmbH gewählt, betonte nochmals die wesentlichen Ziele, die man mit der neuen Organisationsstruktur erreichen wolle: Die Tischtennis Bundesliga stehe als Werbeplattform für Sponsoren in einem natürlichen Wettbewerb mit anderen Sportarten. Spitzensport auf internationalem Niveau sei in der heutigen Zeit kaum noch ohne Sponsoring der werbenden Wirtschaft finanzierbar. Die bisherigen Vertriebs-, Marketing- und Sponsoring-Aktivitäten waren wenig geeignet, die Tischtennis Bundesliga als Spitzensport mit professionellen Strukturen weiterzuentwickeln. Um die Tischtennis Bundesliga und die beteiligten Vereinen zu stärken, und verbesserte Möglichkeiten zu geben, auf Veränderungen im Sport- und Konkurrenzumfeld zu reagieren, sei der heute vollzogene Schritt einer zukünftig selbstverwalteten Liga folgerichtig. Schlankere Strukturen und Kompetenzlinien führen zu schnelleren und flexibleren Entscheidungsprozessen. Neue Gestaltungsspielräume ermöglichen eine bessere Vermarktung. Zu weiteren Aufsichtsratsmitgliedern wählte die Versammlung den langjährigen Präsidenten des TTF Liebherr Ochsenhausen, Rainer Ihle, sowie Karl Kamps, viele Jahre in Grenzau engagiert und ebenfalls ein „Urgestein“ des deutschen Tischtennissports.
Zum Geschäftsführer der neuen Firma wurde Claus-Dieter Schad, Vizepräsident des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, berufen. Schad betonte zunächst, dass es nicht nur um Personen sondern vor allem um die Sache selbst gehe. Er wolle gerne den Gründungsprozess begleiten, Aufbauarbeit leisten und die neue Geschäftsstelle mit Leben erfüllen, in der ab Januar 2011 Nico Stehle, 29-jähriger Ex-Bundesligaspieler des TTV Gönnern, als neuer Mitarbeiter der Liga seine Tätigkeit aufnehmen wird. Es gehe zunächst darum - so Schad weiter - die Planung, Organisation und Durchführung des Tischtennis-Spitzensports im Bereich der 1. Bundesliga der Herren in Deutschland sowie deren Spielbetrieb und damit verbundene Veranstaltungen zu strukturieren, Bewährtes fortzusetzen aber auch neue Akzente zu setzen. In einem zweiten Schritt werde man sich verstärkt der Begründung, dem Erwerb und der Vermarktung von Urheberrechten, Markenrechten und sonstigen Rechten, Befugnissen und Nutzungs- oder Verwertungsmöglichkeiten an Veranstaltungen und sonstigen Ereignissen der Tischtennis-Bundesliga widmen. Es müsse gelingen, auf mittlere Sicht ein zentrales Ligasponsoring auf- und auszubauen.
Lesen und Sehen Sie zu diesem historischen Tag in Fulda auch ein ausführliches Video-Interview mit dem Geschäftsführer der TTBL Claus-Dieter Schad / Button oben anklicken. (DTTL-Mediendienst / Hans-Hubertus Braune) +++
Claus-Dieter Schad ist Geschäftsführer der TTBL sport GmbH.
Andreas Preuss, langjähriger Manager von Borussia Düsseldorf, ist Aufsichtsratsvorsitzender der TTBL.
Matthias Vatheuer, Generalsekretär des Deutschen Tischtennis Bundes.
Pressekonferenz an Nachmittag im Magistratszimmer der Stadt Fulda.
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